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Abkanten

Beim Abkanten unterscheidet man im wesentlichen folgende Maschinenarten: Gesenkbiegepressen (die auch als Kantbank, hydraulische Presse, Abkantpresse bezeichnet werden) und Schwenkbiegemaschinen.

Gesenkbiegepresse:

Sie bestehen aus einem Stempel (Biegestempel oder Schwert) und einer Matrize (Biegegesenk). Der oben sitzende Stempel wird per Hydraulik heruntergefahren und presst ein Blech in die Matrize, die eine V-förmige Öffnung besitzt. Die Matrizen geben dem Blech die gewünschte Kantenform. Wird der Stempel nicht ganz herunter gefahren, so lassen sich auch kleinere Winkel biegen. Ein Hinteranschlag erlaubt die exakte Wiederholung mehrerer Kantungen. Der Hinteranschlag ist bei modernen Pressen CNC-gesteuert. 

Erhält die Presse noch einen Werkzeugspeicher und einen Werkzeugwechsler,  so spricht man vom Gesenkbiegezentrum.

Komplizierte Profile lassen sich ebenfalls herstellen, dabei sind mehrere Kantungen und eventuell verschiedene Matrizen erforderlich. Das Blech wird nach jeder neuen Pressung verschoben und die Maschine muss zum Teil neu eingerichtet werden. Auf diese Weise lassen sich wirtschaftlich auch komplizierte Teile herstellen.

Auch kann das Einführen der Bleche und Einrichten bereits von Robotern übernommen werden, wenn größere Stückzahlen dies sinnvoll erscheinen lassen.

 

Man unterscheidet 3 Formen des Biegens:

  1. Freies Biegen (wird auch als Luftbiegen, freies Biegen im Gesenk bezeichnet)
  2. Prägebiegen
  3. Dreipunktbiegen

 

Freies Biegen im Gesenk:

Beim freien Biegen wird eine V-förmige Matrize benutzt. Der Fahrweg des Stempels entscheidet somit über den Winkel. Diese Technik erfordert eine präzise Steuerung des Vorschubs. Das Blech liegt an zwei Kanten des Werkzeugs auf. Der Vorteil: Es lassen sich ohne Werkzeugwechsel beliebige Winkel erzeugen, wobei diese Methode nicht so genau ist.

 

Prägebiegen:

Beim Prägebiegen werden spezielle Stempel und Matrizen verwendet, die speziell für einen Winkel bzw. eine Form hergestellt wurden. Das Schwert besitzt dabei eine 90° Form, wenn 90° gebogen werden sollen. Der Stempel drückt mit  hohem Druck das Blech in die Matrize. Diese Methode erfordert nur einen geringen Anspruch an die Steuerung der Maschine, jedoch einen hohen an die Werkzeuge. Die Flexibilität ist geringer, jedoch die Präzision sehr hoch.

 

3-Punkt-Biegen:

Beim 3-Punkt-Biegen drückt der Stempel das Blech bis auf den Anschlag in der Matrize und berührt somit die Matrize in 3 Punkten, bzw. an 3 Kanten. Die Matrize besteht im Grunde aus 3 Teilen, wobei der mittlere Teil elektrisch gesenkt werden kann und somit eine Regelgröße für die Kantung ergibt. Die tiefer der mittlere Anschlag des Matrizen-Werkzeugs herunter fährt, desto größer wird der Winkel der Kantung. Diese Form der Biegung erlaubt flexible Kantungswinkel ohne Werkzeugwechsel, jedoch mit dem Vorteil der höherren Präzision gegenüber dem freien Biegen.

Aufgrund der hohen Anforderungen an die CNC-Steuerung und die Werkzeuge haben diese Systeme einen höheren Preis und nicht jeder Hersteller kann diese Technik liefern.

Moderne Gesenkbiegepresse
Moderne Gesenkbiegepresse
Ablauf eines Pressvorgangs auf einer Gesenkbiegemaschine
Ablauf eines Pressvorgangs auf einer Gesenkbiegemaschine
4.000to Presse
4.000to Presse

Schwenkbiegemaschinen:

Schwenkbiegemaschinen:

Schwenkbiegemaschinen eignen sich grundsätzlich für die gleichen Biegearten wie Gesenkbiegepressen auch. 

Schwenkbiegemaschinen arbeiten jedoch anders, sie bestehen aus:

  • einer Oberwange, die das Blech spannt und festhält
  • einem Anschlag- und Hochhaltesystem, dass das Blech positioniert
  • und der eigentlichen Biegewange, die von unten hochfahrend das festgehaltene Blech biegt.

Beim Schwenkbiegen bewegt sich die Biegewange um ihren Drehpunkt nach oben und rollt am Material ab. Da es nahezu keine Relativbewegung zwischen Werkzeug und Blechoberfläche gibt, entstehen beim Biegen keine Kratzspuren. Die Abrollbewegung führt in der Langzeitbetrachtung auch zu einem sehr geringem Verschleiß an den Werkzeugen

 

Verstellung der Biegewange:

Bei dünnen Blechen <2mm ist lediglich die Höhe der Biegewange zum Drehpunkt einzustellen. Moderne Maschinen stellen sich selber ihre Werkzeuge selber auf die Blechdicke ein. Ab 2mm Dicke ist eine Verschiebung der Ober- und Unterwange für den Radius-Mittelpunkt erforderlich um genaue Kantungen zu erhalten.

Schwenkbiegen eignet sich besonders für Bleche, die im Randbereich umgeformt werden müssen. Beim Biegen bleibt das flächige Blech auf dem Hochhaltesystem der Maschine liegen, so dass der Bediener nicht das Gewicht der Blechplatte nachführen bzw. abstützen muss. 

Große Teile werden von der Rückseite in die Maschine beladen und bearbeitet, während kleine Teile von der Frontseite zugeführt werden.

Quelle: Wikipedia.org RAS Reinhardt Maschinenbau GmbH, freie Lizenz
Quelle: Wikipedia.org RAS Reinhardt Maschinenbau GmbH, freie Lizenz

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