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Wie schneidet man Streifen?
Das Problem liegt im Verzug durch Einbringung von Energie in Form von Hitze durch den Plasma- oder Autogen-Prozess. Das Material dehnt sich aus, so dass bei langen Streifenschnitten diese sich verziehen. Diese Problem wird in der DIN ISO 9013 dadurch berücksichtigt, dass die Genauigkeitstabellen nur für max. Streifenverhältnisse von 4 zu 1 definiert sind, d.h. das Verhältnis von Länge zur Breite des Bauteils beträgt 4 zu 1. Doch in der Praxis müssen Streifen auch mit Verhältnissen von 100 zu 1 geschnitten werden, z.B. 100mm breit und 10.000mm lang! WAS TUN?
Lösungsvorschlag: Die Wärme muss abgeleitet werden!
Hierzu bieten sich verschiedene Methoden an:
1. Plasmaschneidverfahren ist hierbei günstiger als Autogen, weil Autogenbrenner wesentlich mehr thermische Energie in das Material einbringen, der Verzug ist also bei Plasma geringer. Nachteil: Je nach Materialsorte und Dicke ist ein Wechsel nicht möglich! Plasma reicht als Antwort bei bestimmten Anforderungen alleine noch nicht aus.
2. Schneiden unter oder auf Wasser: Wasserbrenntische mit regulierbaren Wasserspiegel reduzieren den Verzug des Materials, weil sich hier die eingebrachte Energie besser im Wasser ableiten läßt. Nachteil: Die Plasmaenergie reduziert sich ca. um 10-15%, d.h. langsamere Schnitte und weniger Schnittdicke. Weitere Nachteile: Nasse Brennteile und ein gröberes Schnittbild.
3. Schneiden von zwei Seiten: Die Schnittreihenfolge wird bei Erstellung des CNC-Programms so geändert, dass der Brenner den Streifen mal von unten, mal von oben beginnend schneidet. Dabei wird die Hitze besser verteilt. Ausserdem wird der Anstich immer so gewählt, dass das Material sich frei schneiden, ausdehnen kann. Nachteil: Lange Bearbeitungsdauer, mehrere Einstiche erforderlich, ...
4. Mehrfachbrenner oder auch Streifenbrenner bei Autogen: Bei Plasma/Autogen werden min. 2 Brenner gleichzeitig eingesetzt und beide Seiten werden gleichzeitig geschnitten. Nachteil: Streifenbreite abhängig von baulicher Größe der Brennerwagen. Streifenbrenner sind nur bei Autogen möglich.
5. Geeignete Plasmaschneidverfahren: Das Plasmaschneidverfahren WMS WaterMistSecondary von Thermadyne führt in den Plasmastrahl Wasser ein, so wird die Hitze an den Schnittkanten besser abgeleitet, das Material zeigt nur geringste Verwerfungen auf. Dadurch ist es sogar möglich, Streifen von 10m Länge und 10cm Breite in 10mm dickem Aluminium zu schneiden, deren Ungenauigkeit nicht signifikant war, siehe Bilder. (Quelle Thermadyne)




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