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Brenntische

Bild 1: Wasserbrenntisch
Dieses Bild zeigt einen Wasserbrenntisch
Bild 2: Spezialbrenntisch mit Schwenkvorrichtung und mitfahrender Untertischabsaugung
Auf diesem Foto ist ein Spezialbrenntisch mit Schwenkvorrichtung und mitfahrender Untertischabsaugung zu sehen
Bild 3: Plasmabrenntisch Auflagerost in einem Trockentisch
Auf diesem Foto ist das Auflagerost eines Plasmabrenntisches abgebildet

Brenntische spielen in der Wirtschaftlichkeit und Funktionalität von Schneidanlagen eine wichtige Rolle, die viel zu oft unterschätzt wird. Sie entscheiden im Wettbewerb über Auslastungen und Verfügbarkeiten von Schneidzentren und sind das Zünglein an der Waage. Sind Wassertische die beste Wahl, wie sollte ein Trockentisch ausgelegt sein? Gibt es den idealen Brenntisch?

Je nach Anwendung, Schneidverfahren, Materialgüte und Dicke, Automatisierungsgrad und Absaugtechnik unterscheiden sich Brenntische wesentlich voneinander.

Brenntische bei Laseranlagen sind überwiegend für Dünnblech ausgelegt und in der Regel automatisiert. Hier hat der Anwender relativ wenig Einfluss auf die einzelne Ausgestaltung der Auflagen, da diese Tische oft Bestandteil der Gesamtanlage sind und komplett vom Systemanbieter geliefert werden.

Das gleiche trifft häufig bei Wasserstrahlschneidanlagen zu. Auch hier wird der Tisch komplett mit der Maschine geliefert - seine Ausgestaltung wird im wesentlichen vom Schneidverfahren bestimmt. Bei Wasser muss an die Energievernichtung des Strahl gedacht werden, damit der Tisch nicht zerschnitten wird. Andere Kriterien werden vom Austragsförderer für Schlamm oder Kleinteile bestimmt oder das regenerative Wasserumlaufsystem beeinflusst die Ausgestaltung der Gesamtanlage mit. 

Ganz anders hingegen sieht es bei Plasma und Autogen im Grobblechbereich aus. 
Der Dünnblechbereich hingegen ist ebenso schnell abgehandelt - bei Dünnblechen <2mm Dicke wird oft ein mitfahrendes Absaugsystem eingesetzt, dass Bestandteil der Maschinenkonstruktion ist.

Anwender haben, wie bei Plasma-Dünnblech (Stichwort: HKL Klimaindustrie), Wasser- oder Lasersystemen bestenfalls noch Einfluss auf die Materialauflagen, z.B. aus Edelstahl oder Gitter oder Spitzen oder Bürsten etc.

Im Grobblechbereich hingegen kommen den Tischen eine große Bedeutung zu. Zum Einen liegt dies in der besonderen Größe solcher Auflagen, zum anderen im hohen Verschleiß und desweiteren in den hohen Rüstzeiten. All dies rechtfertigt, nein verlangt, im Vorfeld auch eine effektive Planung des Brenntisches - es lohnt sich.

Hier ein Beispiel:
Ein Anwender mit 28m x 6m großen Brenntischen schneidet mit zwei Hypertherm HPR400XD Plasmaanlagen je Anlage dreischichtig auf seinen Maschinen. Die Brenntischauflagen muss er dabei vier mal pro Jahr auswechseln - allein die Kosten für die Erneuerung der Materialauflagen beträgt 96.000,- pro Wechsel. D.h. der Verschnitt seiner Materialauflagen kostet ihn für seine Maschinen schnell an die 400.000,- pro Jahr. Dies allein zeigt schon auf, wie wichtig bereits im Vorfeld eine Planung und Optimierung der Brenntische ist.

Ein weiteres Beispiel:
Beim Zuschnitt mit einer Mehrkopf-Plasmaschneidanlage mit Hypertherm HT2000 im Dickblechbereich > 25mm erzeugte die anfallende Schlacke, die sich aus den Schnittfugen ergibt, einen Abfall mit einer Tonnage von rund 2,8Tonnen pro Schicht, so dass man hier eine Tischauslegung vorsehen musste, damit die Tischreinigungszeiten nicht zu häufig anfallen und die Absaugung auch bei dieser hohen Belastung noch einwandfrei arbeitet.

Ein weiteres Beispiel:
Eine Großanlage mit 25m x 4,8m Bearbeitungsbereich und einer Klappensteuerung wurde mit einer Kjellberg Finefocus 800 betrieben. Später hatte der Anwender eine weitere Stromquelle gleichen Typs adaptiert mit dem Ergebnis, dass seine ganze Halle im Staub unterging - die Absaugung war nicht mehr in der Lage bei einem Längsschnitt mit 6m/min und zwei dieser Dickblechbrenner den anfallenden Staub sauber zu erfassen.

 

Brenntische bei Plasma und Autogenanlagen spielen also neben dem Brennertyp, dem Schneidanlagen-Hersteller, seiner Software und Steuerung, eine wesentliche Rolle in der Frage der Wirtschaftlichkeit, Logistik und Umwelt.

Automatisierungs-Möglichkeiten

Bild 1: Beuting Wassertisch mit Austragsförderer
Dieses Bild zeit einen Beuting Wassertisch mit Austragsförderer
Bild 2: Beuting Trockentisch mit Förderer, versenkter Einbau
Auf diesem Bild ist ein Beuting Trockentisch mit Förderer als versenkter Einbau zu sehen
Bild 3: Höchst Wassertisch mit Austragsförderer
Dieses Foto zeigt einen Höchst Wassertisch mit Austragsförderer

Warum Automatisieren?

Der eigentliche Schneidprozess kann je nach Verfahren sehr schnell ablaufen. Die Kostenkalkulation und die Schneidtabellen bringen es ans Licht. Damit sich eine Anlage wirtschaftlich rechnen läßt, benötigt sie eine hohe Auslastung. Das eigentliche Schneiden - und nur für das erhält man Geld - geht relativ schnell von statten. Doch die Rüstzeiten - für die der Kunde in der Regel nicht bezahlt - können sehr intensiv sein. Je dicker das Material, desto ungünstiger das Auslastungsverhältnis von produktiver Zeit zur Rüstzeit.

Beispiel: Eine Plasmaanlage kann bei voller Auslastung und geschickter Automatisierung und Logistik Schneidintervalle von 80-85% erreichen - ohne Automatisierung hingegen nur 50-60%, je nach Blechdicke.

Dieser Ansatz macht deutlich, warum sich Automatisieren lohnt, Einsparungen von 25% und mehr sind möglich.

  

Dünnblech:

Stellt kein großes Problem dar. 1, 2 oder 3mm Großformatstafeln lassen sich leicht per Kran, Vakuum-Lifter, Magneten oder Stapler auflegen. Die ausgeschnittenen Teile können schnell und einfach von Hand entnommen werden. Automatisiert wird bei Laser-Anlagen häufig durch auto. Wechseltische und Paletten-Lagersysteme, so dass mannlos über Nacht gearbeitet werden kann. Da derartige Automatisierungen schnell 100.000 Euro und mehr betragen können, würde dies den Anschaffungspreis einer Plasma- oder Brennanlage schnell verdoppeln und kommt daher wirtschaftlich betrachtet nur selten in Frage.

Bei Plasma und Brennanlagen liegt eine einfache und effektive Automatisierungsform darin, dass man den Bearbeitungstisch gleich für die doppelte Länge oder Breite auslegt und so, während ein Blech bearbeitet wird, das andere bereits abgeräumt werden kann. Der Stahlbau für den doppelt langen Tisch kostet je nach Größe möglicherweise 10 oder 25 Tausend Euro mehr, bietet aber die Möglichkeit für eine Erhöhung der Auslastung und liefert gleichzeitig die doppelte Bearbeitungslänge, was manchmal als Nebeneffekt dazu führt, dass Betriebe dann auf 6m oder 8m oder gar 12m lange Bleche umsteigen, weil die Verschachtelungswerte bei größeren Blechen besser sind und damit weniger Schrott anfällt.

 

Nicht vergessen:

Bei allen Arten der Automatiserung an die Sicherheitstechnik mit denken! Bedienerschutz hat Vorrang!

 


Automatisieren ist bei Dickblechen PFLICHT!

Sobald dicke Bleche geschnitten werden sollen, ist im Regelfall Automatisieren Pflicht, wenn man vernünftige Auslastungen und damit günstige Stundensätze erzielen will. Die günstigste Art bei Dickblech-Automatisierungen ist noch immer die Brenntisch-Verlängerung. Zwei oder Drei-Tisch-Betrieb stellt kein Problem dar, sofern der Platz vorhanden ist und die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden. Eine andere Art der Automatisierung ist der Kratzförderer im Brenntisch, der den Austrag von Schlackeresten und Kleinteilen erledigt. Ein Kratzförderer muss gewartet und überwacht werden. Auch hier sind verschiedene Systeme am Markt erhältlich, es gibt wartungsarme Rüttelsysteme, welche die Schlacke oder Gutteile, die herunter gefallen sind, durch Schwingungen an den Kopf des Brenntisches befördern und Kettenaustragsförderer. Der Austragsförderer bringt herabgefallene Kleinteile aus dem Gefahrenbereich, bevor sie durch herabfallende Schlacke verklebt werden, entfernt Schrott und Schlackereste und sorgt so für einen nahezu nahtlosen Betrieb, Reinigungszeiten werden auf ein Minimum reduziert. Sofern seine Wartung und Störungen sich in Grenzen halten. 

Beim Schneiden von dickerem Blech verkleben häufig die Teile mit dem Gitterrost oder sitzen so fest in ihren Nestern, dass sie mit dem Handbrenner frei geschnitten werden müssen, was manuell erfolgt und daher zusätzliche Zeit beim Abräumen kostet - dieser Vorgang lässt sich zur Zeit noch nicht automatisieren. 

Was gehört zu einem guten Wasser-Brenntisch?

Anforderungen an einen guten Wassertisch, wir meinen: 

1. Er sollte einen heb- und senkbaren Wasserspiegel besitzen, um sich auf verschiedene Schneidaufgaben besser einstellen zu können. Diese Hubfunktion sollte relativ zügig von statten gehen, lange Wartezeiten sind zu vermeiden.

2. Es kann bereits eine geringe Wassertiefe von z.B. 20 bis 30cm genügen, so dass keine Taucherausrüstung erforderlich ist, um ein herunter gefallenes Teil herauf zu holen.

3. Einfach heraus nehmbarer Gitterrost mit integriertem Fanggitter, so dass die Materialstreben wie beim Trockentisch ein leicht zu wechselndes Verschleißteil darstellen und das Fanggitter Kleinteile auffängt.

4. Mögliche Automatisierbarkeit durch Austragsförderer: in diesem Fall spielen die Punkte 2 und 3 eine geringere bis keine Rolle. 

5. Sinnvoll (dies gilt auch bei einem Trockentisch) ist eine zusätzliche Absaugung, die den Staub oben am Brenner erfasst, der bei jedem Lochstechen entsteht. Denn beim Lochstechen funktioniert KEINE Absaugung, weil das Material noch nicht nach unten entweichen kann, sondern zurück geschleudert wird. Diese Staubart kann durch eine Obenabsaugung erfasst werden.

6. Nützlich können folgende Ausstattunsgmerkmale sein: Ein Filtersystem, dass das Beckenwasser automatisch reinigt sowie eine Heizung, die das Wasser im Winter vor dem Einfrieren bewahrt, falls es in der Halle kalt werden sollte. 

7. Natürlich ein dichtes Becken, dass auch nach 15 Betriebsjahren dicht bleibt.  

Vorteile, Nachteile, Eigenschaften des Wasserbrenntisches

Video: Plasmaschneiden auf einem Wasserbrenntisch

Sie sehen einen trockenen Plasmaschnitt auf einem Wassertisch, wobei die Blechtafel nur ganz wenig mit Wasser benetzt ist. Achten Sie auf den seitlich aufsteigenden Wasserdampg und Gase.

 

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