Brenntische spielen in der Wirtschaftlichkeit und Funktionalität von Schneidanlagen eine wichtige Rolle, die viel zu oft unterschätzt wird. Sie entscheiden im Wettbewerb über Auslastungen und Verfügbarkeiten von Schneidzentren und sind das Zünglein an der Waage. Sind Wassertische die beste Wahl, wie sollte ein Trockentisch ausgelegt sein? Gibt es den idealen Brenntisch?
Je nach Anwendung, Schneidverfahren, Materialgüte und Dicke, Automatisierungsgrad und Absaugtechnik unterscheiden sich Brenntische wesentlich voneinander.
Brenntische bei Laseranlagen sind überwiegend für Dünnblech ausgelegt und in der Regel automatisiert. Hier hat der Anwender relativ wenig Einfluss auf die einzelne Ausgestaltung der Auflagen, da diese Tische oft Bestandteil der Gesamtanlage sind und komplett vom Systemanbieter geliefert werden.
Das gleiche trifft häufig bei Wasserstrahlschneidanlagen zu. Auch hier wird der Tisch komplett mit der Maschine geliefert - seine Ausgestaltung wird im wesentlichen vom Schneidverfahren bestimmt. Bei Wasser muss an die Energievernichtung des Strahl gedacht werden, damit der Tisch nicht zerschnitten wird. Andere Kriterien werden vom Austragsförderer für Schlamm oder Kleinteile bestimmt oder das regenerative Wasserumlaufsystem beeinflusst die Ausgestaltung der Gesamtanlage mit.
Ganz anders hingegen sieht es bei Plasma und Autogen im Grobblechbereich aus.
Der Dünnblechbereich hingegen ist ebenso schnell abgehandelt - bei Dünnblechen <2mm Dicke wird oft ein mitfahrendes Absaugsystem eingesetzt, dass Bestandteil der Maschinenkonstruktion ist.
Anwender haben, wie bei Plasma-Dünnblech (Stichwort: HKL Klimaindustrie), Wasser- oder Lasersystemen bestenfalls noch Einfluss auf die Materialauflagen, z.B. aus Edelstahl oder Gitter oder Spitzen oder Bürsten etc.
Im Grobblechbereich hingegen kommen den Tischen eine große Bedeutung zu. Zum Einen liegt dies in der besonderen Größe solcher Auflagen, zum anderen im hohen Verschleiß und desweiteren in den hohen Rüstzeiten. All dies rechtfertigt, nein verlangt, im Vorfeld auch eine effektive Planung des Brenntisches - es lohnt sich.
Hier ein Beispiel:
Ein Anwender mit 28m x 6m großen Brenntischen schneidet mit zwei Hypertherm HPR400XD Plasmaanlagen je Anlage dreischichtig auf seinen Maschinen. Die Brenntischauflagen muss er dabei vier mal pro Jahr auswechseln - allein die Kosten für die Erneuerung der Materialauflagen beträgt 96.000,- pro Wechsel. D.h. der Verschnitt seiner Materialauflagen kostet ihn für seine Maschinen schnell an die 400.000,- pro Jahr. Dies allein zeigt schon auf, wie wichtig bereits im Vorfeld eine Planung und Optimierung der Brenntische ist.
Ein weiteres Beispiel:
Beim Zuschnitt mit einer Mehrkopf-Plasmaschneidanlage mit Hypertherm HT2000 im Dickblechbereich > 25mm erzeugte die anfallende Schlacke, die sich aus den Schnittfugen ergibt, einen Abfall mit einer Tonnage von rund 2,8Tonnen pro Schicht, so dass man hier eine Tischauslegung vorsehen musste, damit die Tischreinigungszeiten nicht zu häufig anfallen und die Absaugung auch bei dieser hohen Belastung noch einwandfrei arbeitet.
Ein weiteres Beispiel:
Eine Großanlage mit 25m x 4,8m Bearbeitungsbereich und einer Klappensteuerung wurde mit einer Kjellberg Finefocus 800 betrieben. Später hatte der Anwender eine weitere Stromquelle gleichen Typs adaptiert mit dem Ergebnis, dass seine ganze Halle im Staub unterging - die Absaugung war nicht mehr in der Lage bei einem Längsschnitt mit 6m/min und zwei dieser Dickblechbrenner den anfallenden Staub sauber zu erfassen.
Brenntische bei Plasma und Autogenanlagen spielen also neben dem Brennertyp, dem Schneidanlagen-Hersteller, seiner Software und Steuerung, eine wesentliche Rolle in der Frage der Wirtschaftlichkeit, Logistik und Umwelt.
Sie sehen einen trockenen Plasmaschnitt auf einem Wassertisch, wobei die Blechtafel nur ganz wenig mit Wasser benetzt ist. Achten Sie auf den seitlich aufsteigenden Wasserdampg und Gase.
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