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Beste Software ?

Argumente "Für und Wider" - es muss individuell abgewogen werden!
Dieses Bild zeigt eine Diskussionsrunde, die "Für und Wider" Argumente abwägt

Immer wieder werden wir gefragt, welche Software denn die Beste sei? Es gibt kein Pauschal-Rezept, es gibt keine Nummer 1. Zu verschieden sind die Produkte, zu verschieden sind aber auch die Wünsche und Anforderungen der Kunden. Was für den einen ganz klar die Nummer 1 ist, fällt bei einem anderen Kunden schon im Vorfeld aus der Planung heraus.

GRUNDSATZ:

Machen Sie sich von alten Bedienkonzepten existierender Software frei, wenn Sie ein neues Produkt installieren wollen!

Es darf nicht vorausgesetzt werden, dass die möglicherweise 10 Jahre jüngere Software sich in gleicher Art und Weise bedienen lassen müsse, wie das altes Produkt. Denkweisen "das haben wir schon immer so gemacht" führen uns nicht weiter, sondern bleiben beim Alten stehen. 

Es ist fatal zu glauben, dass sich in 10 Jahren oder mehr nicht auch die Mensch-Maschine-Schnittstellen geändert haben. Ihre alte Software sollte nicht Massstab für Funktionen und Bedienungen der Neuen sein. Lassen Sie sich daher vom Hersteller sein Bedienkonzept erklären. Ist es schlüssig und durchgängig in allen Modulen, dann ist es erfreulich und Sie haben nun die Aufgabe, dieses neue Bedienungskonzept zu erlernen.

Das CAD Zeichen-Modul:

Alles beginnt beim Zeichnen. Doch viele Anwender besitzen bereits ein AutoCAD,  MegaCAD oder andere CAD-Systeme, so dass das CAD-Module nicht mehr in allen Fällen die große Rolle spielen. Das CAD sollte in jedem Fall alle Grundfunktion der Konstruktion besitzen.

Linie, Kreise, Rechtecke, Ellipsen, Bögen über Punkte, Winkel, Radien konstruieren mit Hilfslinien, mit beliebigen Schnittmengen, Berührungspunkten etc. Absolut- und Relativ-Koordinaten werden vorausgesetzt. Hierbei empfiehlt sich ein Test mit dem CAD, wie schnell damit komplizierte Zahnkränze etc. konstruiert werden können. Das Modul muss die Bemassung ebenso enthalten, wie das Setzen von Zeichen, Buchstaben, Beschriftungen, Blattfeldern, etc.

Liniendicke und Farben sollten ebenso selbstverständlich sein, wie Schraffuren. Die Software sollte mit Layern und Hilfslinien arbeiten können. Unterstützend ist es, wenn das CAD-Modul Zusatzfunktionen besitz, wie z.B. automatische Fangoptionen, Makrofunktionen, auto. Aussparungen, Bohrungen, Langlochfunktion, auto. Bemassung, Berechnungen von Fläche, Durchmesser, Gewicht etc.

Das CAD sollte mit einer Datenbank verknüpft sein, dass auch die Verwaltung mit grafischer Anzeige übernimmt und komfortable Suchfunktionen für jedes Teil zur Verfügung stellt.

Grundsatz: Das CAD-Modul muss dem Bediener leicht von der Hand gehen - testen Sie ausgiebig, Vorführungen reichen oft nicht aus, um sich ein genügend genaues Bild über die Stärken und Schwächen zu verschaffen.

Wichtig: Wie schnell wird eine kundenseitige DXF-Datei von Datenfehlern befreit, repariert? Hier unterscheiden sich die Softwareprodukte sehr stark.

Import- Export von Daten

Häufig kommen die Zeichnungen der Teile bereits fertig vom Kunden in Form von sogenannten DXF®-Daten (DataExchangeFormat, entwickelt von AutoDesk). Diese Daten müssen komfortabel und sauber eingelesen werden können. Die Kunden benutzen verschiedene CAD-Programme mit unterschiedlichen Versionen, so dass DXF-Formate leider auch verschieden sein können. Wie sicher kann das Programm verschiendene DXF-Formate einlesen und deren Fehler (nicht geschlossenen Konturen, Überzeichnungen, Kreuzungen, doppelte Elemente) korrigieren? 

DXF-Daten können Ungenauigkeiten enthalten, häufig muss der Dienstleister diese Daten überarbeiten, so dass hierzu sinnvolle Funktionen gebraucht werden.

  • Einlesen über Layer und automatisches Zuordnen zu Werkzeugen.
  • Einlesen über Farben und automatisches Zuordnen zu Werkzeugen.
  • Ausblenden aller unwichtigen Daten
  • Komfortable Löschfunktionen
  • Komfortable Funktionen zum Definieren der Brennteile, da häufig ganze Anlagenpläne als DXF bereit gestellt werden, wo der Dienstleister seine Brennteile umständlich aus dem Gesamtplan heraus suchen muss. Sinnvolle Hilfs-Tools unterstützen ihn dabei.
  • DXF Daten überprüfen, ob alle Konturen sauber geschlossen sind, wenn nicht automatisches schliessen der Konturen.
  • Linien, die doppelt gezeichnet sind, auto. nach logischer Überprüfung löschen.
  • Offene Konturen und Kreuzungen gesondert anzeigen und spezielle Funktionen zum schnellen Beheben der Störungen anbieten.
  • Wunsch des Schneidforums: Umwandeln von Liniensegmenten in Polygonzüge/Bezierkurven oder Radien. Dies erhöht die Schnittgenauigkeit und reduziert die Datenmenge. Voraussetzung: Die CNC ist auf dem neusten Stand und beherrscht diese Interpolations-Gleichungen (dies können aber nur die wenigsten).

 

 

Das Datenbank-Modul:

Ohne Datenbank-Verwaltung geht gar nichts! Gesucht wird eine Auftragsnummer, Material und Stärke, Auftragsdatum, Kundenname, aber auch nach Fläche, Gewicht und Aussenabmessungen - diese Suchfunktion bieten beispielsweise kaum Software-Produkte an. Dieser Wunsch ist durch das Schneidforum von Mitgliedern deutlich heraus gestellt worden!

Aufträge, Teile und Bleche sollten erfasst und auch terminlich überwacht werden.

Manche Systeme gehen sogar schon in den Bereich der PPS-Software (Produktions-Planungs-Software) hinein. Sie ermitteln die Auslastung der Maschinen und verteilen die Aufträge sinnvoll. Sie informieren über Auftragsstand und Fertigungstermine. Verwalten Gutteile und Ausschuß und setzen die Anlagen und anderen Resourcen sinnvoll und wirtschaftlich ein.

Für manche Kunden kann auch eine Ankopplung an übergeordnete ERP-Systeme interessant sein. Günstig ist, wenn das CAD/CAM-System mit einer SQL-Datenbank arbeitet und über eine offene Datenstruktur verfügt, so dass beliebige SQL Datenbanken anknüpfbar sind. Einmal in der Fakurierung erfasste Daten müssen dann nicht nochmals eingegeben werden. Lagerbestände und Fertigungsdaten können so gemeinsam erfasst und die Informationen an entsprechende Stellen weiter geleitet werden.

Die Datenbank sollte auch über die grundlegenden Mechanismen für die eigene Wartung und Reorganisation verfügen. Index-Erstellung, Komprimierung, und Wiederherstellung nach Absturz sollte die Datenbank beherrschen.

Leider entsprechen gerade auf dem Gebiet der Datenbanken viele Produkte diesen Anforderungen und Wünschen nicht. Auf der anderen Seite hat auch nicht jeder Kunde den Wunsch eine Produktionsplanung oder Lagerverwaltung zu implementieren, so dass diese Eigenschaften nicht unbedingt für jeden Anwender ein KO-Kriterium sein müssen.

Verschachtelungssoftware

Quelle: Cam Concept: Verschachtelungs-Beispiel Finest
Das Bild zeigt anhand eines Screenshots ein Verschachtelungs-Beispiel
Finest Cut: Anstichfahnen
Anhand eines Screenshots werden auf diesem Bild Anstichfahnen dargestellt

CAD/CAM-Schachtel-Module zur Restblechminimierung

Bei der Auswahl des automatischen Verschachtelmoduls empfiehlt sich eine besondere Sorgfalt. Lassen Sie sich zum Testen Zeit und verwenden Sie Ihre eigenen Teile. Bei Vorführungen werden häufig Teilespektren verwendet, die optimiert sind und so zu sehr guten Schachtelergebnissen führen, jedoch nicht Ihr Produktspektrum widerspiegeln müssen.  

Achtung, noch gilt: Ein 5jähriges Kind verschachtelt 2 oder 4 verschiedene Teile besser, als der Computer es kann! Die Ursache liegt im visuellen Denken - diese Technik bleibt vorerst NOCH dem Menschen vorbehalten. Ein Kind würde ein rundes Teil nicht in eine dreieckige Form versuchen zu pressen - der PC doch! Er errechnet jede mögliche Kombination, während das visuelle denkende Gehirn, Unsinn gleich ausschließt: Uns ist noch kein Software-Produkt begegnet, dass 4 große Teile besser auf ein Blech legt, als der Bediener es kann. ABER: Gilt es 100 Teile oder mehr zu verschachteln, ziehen Sie den Kürzeren. Der PC sollte dann schneller und besser sein als der Mensch - wenn das Programm was taugt. 

Wichtig: Auto. Verschachtelungen sind technologieabhängig!
Schachteln Sie für Blechzuschnitte in 150mm dickes Blech mit Autogen, so werden Sie an der manuellen Technik kaum vorbeikommen. Zu stark ist der Einfluß von Thermik und ausgestossenen Schlackehaufen, die auf Konturbahnen liegen können, so dass in der Regel die Erfahrung des Arbeitsvorbereiters unersetzlich ist.

Die Software sollte nun genügend EINFACH zu BEDIENENDE Werkzeuge beinhalten, um schnell und unkompliziert die individuell erforderlichen Anpassungen, durchführen zu können. Verändern der Schneidreihenfolge, der Schneidrichtung, Anstiche versetzen bei einem Teil, bei allen Teilen oder bei bestimmten Teilen, Anstiche speziell anders gestalten, Wartezeiten und Geschwindigkeits- Beschleunigungsangaben mit bestimmten Konturen verknüpfen.

Anzeige der Effektivität der Schachtelung: Ausnutzung, Restblech, kalkulierte Schneidzeit für das Blech, für den Auftrag, für ein bestimmtes Teil. 

Ausdruck übersichtlicher Datenblätter, die man selber gestalten können sollte.

Umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten des Schachtelalgorythmuses: Abstände zu den Teilen, Abstände zu jedem Blechrand.

Halbautomatische Schachteltechniken, z.B. Rechteckschachteln, Container-Schachteln, Parkett-Schachteln etc. sollten mit automatischen Methoden kombinierbar sein.

Auch hier zählt wieder der persönliche Geschmack, ob einem das Benutzerkonzept zusagt oder nicht.

 

Restblech-Nutzung:

Restbleche können automatisch erzeugt werden, die Schnittliene wird im vorgebbaren Abstand zum letzen Teil automatisch gelegt. Das abgeschnittene Teil wird automatisch in der Datenbank gespeichert und kann beim nächsten Schachtelauftrag wieder verwendet werden - mehrmals, bis das es ganz aufgebraucht ist.

Ein gutes CAD/CAM-System ermittelt sogar die günstigste Blechbestückung, damit am wenigsten Verschnitt entsteht. Es stellt mehrere Vorschläge zur Auswahl, so dass der Bediener sich entscheiden kann.

Das Sahnehäubchen: Schneidtechniken die Geld sparen

Besondere Schneidtechniken:

Sie sind das Salz in der Suppe, für alle Feinschmecker und bringen den Mehrwert der Software ans Licht.

Dazu zählen beispielsweise:

  • gemeinsame Schnittkanten (mit einem Schnitt zwei Blechkanten erzeugen!)
  • Kettenschnitte
  • Brückenschnitte
  • Stege setzen
  • Übergabe diverser Maschinenparameter an bestimmten Konturen, Ecken, etc.
  • reduzierte Kreisgeschwindigkeiten in abhängig vom Durchmesser
  • Verwendung von Materialtabellen, so dass automatisch die passenden An-, Abstiche, Geschwindigkeiten, Schneidparameter etc. gesetzt werden und menschliche Fehler reduziert werden
  • Thermische Ausdehnung berücksichtigen
  • Klappensteuerung bei bestimmten Maschinen
  • Restgitter automatisch zerschneiden
  • Umwandlung von Bitmap-Daten in Vektoren, d.h. eingescante Fotos, Logos, etc. lassen sich so ausschneiden
  • Schrift-Generatoren, die auto. Werbezüge ausschneiden können
  • u.v.m.

 

Achten Sie darauf, dass diese Funktionen auch handhabbar sind. Wir kennen Kunden, wo die Software diese Funktionen auf dem Papier beherrschte, diese aber so kompliziert einzusetzen waren oder sich tief in Menüs versteckten, dass die Bediener diese nicht einsetzen - und dann nützen sie auch wenig! 

 

Kalkulationssoftware

Viele CAD/CAM Produkte sind in der Lage Kosten für ein zu schneidendes Bauteil zu ermitteln. Dabei nutzen diese Produkte häufig die "vorhandene" CAD-Zeichnung des Bauteils. Da die Software die exakten Abmessungen des Teils kennt, kann die Kalkulation zwar sehr genau erfolgen, aber dafür hat sie einen anderen Nachteil - sie benötigt eben Zeit für die Erstellung der Zeichnung jenes Bauteils.

Das bedeutet, noch bevor der Auftrag im Haus ist, hat der Lohnbetrieb schon Kosten zu verbuchen für die Zeichnung eines Bauteils. Ein CAD-System zeichnet aber nicht mal eben so "Pi mal Daumen" sondern nur mit diskreten Werten, also exakt! Daher benötigt man für die Kalkulation eines Angebotes nicht unerhebliche Zeit, die der Anbieter meistens nicht bezahlt bekommt. 

Manche Software-Hersteller haben spezielle Kalkulations-Software entwickelt, die genau an dieser Stelle aufsetzt.

Die Bauteile-Beschreibung erfolgt eher rudimentär und man nimmt gewisse Toleranzen in Kauf, die mit einiger Übung und Bedienererfahrung sich in Grenzen halten lassen. Ein Teil wird als Ring, Ronde, Rechteck, Mehreck oder Ploygonalteil beschrieben mit einer Anzahl x an Löchern, mit Ausschnitten y und so weiter versehen.

Diese Beschreibung läßt sich schnell und einfach ausführen. Dafür berücksichtigt manche Software jedoch andere Prozesse gleich mit, also Entgraten, Fasen, Autogenschneiden, Wasserstrahlschneiden, Laserschneiden, Plasmaschneiden, unterschiedliche Schnittqualitäten, Rüstzeiten für unterschiedliche Maschinen, und Prozesse und sogar die Dickenabhängigkeit und vielem mehr - also sehr Nahe an der Realität. Die so ermittelten Werte liegen tatsächlich sehr nahe an den wirklichen Kosten. Und diese Form der Kalkulation kann allemal schneller erfolgen, so dass relativ genaue Angaben bereits am Telefon für den Kalkulator möglich sind.

 

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