Verschleißteilverbrauch / Verschleißteilkosten

27.02.2018 13:35 #1
Steffen Wagenmann
Aus Stuttgart
1 Beiträge

Verschleißteilverbrauch / Verschleißteilkosten

Sehr geehrte Mitglieder,

ich hätte ein paar Fragen zu dem Verschleißteilverbrauch, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.

Wie hoch sind die Verschleißteilkosten pro Monat? (Bsp. Annahme: 2 Schicht, für 10/20/30/40mm Baustahl)

Wie oft kann man so eine Elektrode zum Einstechen verwenden? (Bei den erwähnten Blechdicken)

Wie lange benötigt man, um die Verschleißteile auszutauschen bzw. was muss man dafür beachten?

Ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen.

Grüße

27.02.2018 19:00 #2
Gerhard Hoffmann - Schneidforum
Dipl.-Ing.
Aus Solingen
86 Beiträge

Hallo Herr Wagenmann

Ihre Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten, schon gar nicht pauschal.

Die Verschleißteilekosten hängen vom Brenner ab und von den zu schneidenden Materialdicken.

Ausserdem stellt sich die Frage, wie stark der Brenner belastet ist - schneiden sie im oberen Viertel des Leistungsspektrums, verbraucht der Brenner überproportional mehr an Verschleißteilen.

Der Einfachheit muss man daher Randbedingungen setzen.

Plasmaschneiden von Baustahl dicker als 35mm ist wirtschaftlich nicht immer sinnvoll, es sei denn, es gibt technische Gründe dafür oder es tritt nur selten auf oder eine andere Maschine ist gerade nicht frei. Aber natürlich machbar.

 

Bis ca. 25 mm müssen Sie bei einem modernen Brenner mit 4.000 - 5.000€ / Schicht p.a. rechnen (Auslastung < 50%).

Aber auch diese Aussage ist nicht 100% gültig, es hängt vom Brenner und dem Materialmix ab. Je dicker Sie schneiden, desto höher sind die Kosten - exponentiell höher. Wer immer am Limit seiner Anlage schneidet, darf sich nicht wundern, wenn die Kosten auch weit darüber reichen. 

Wobei es Brenner gibt, da bezahlen Sie auch schnell 12.000 - 15.000,- und mehr pro Schicht pro anno. Je dicker Sie schneiden, desto teurer wird es. Nur wenig Anwender würden 40mm-60mm im Dauerbetrieb plasmaschneiden - die Kosten dürften sich dann locker verdrei- bis vervierfachen. Genaue Werte sieht man immer erst hinterher.

Schneiden Sie im Dünnblechbereich sinken die Kosten auf weniger als 3.000,- /Schicht p.a. (bei Auslastung <50%)

 

Eine Elektrode wird meistens mit einer Düse gleichzeitig gewechselt, wobei es auch den Fall gibt, dass eine Elektrode zwei bis drei Düsenstandzeiten überlebt. 

Die Verschleißteile-Lebensdauer geben alle Hersteller mit einer e-Funktion an, die abhängig von der Schneidzeit und dem Schneidstrom ist - daher gibt es keine mir bekannte einzige universelle Kennzahl. Beispiel: Sie schaffen mit einem Satz Düse/Elektrode 1.000 Einstiche, wenn die Schneiddauer kleiner als 4 sek. beträgt und der Schneidstrom bei unter 130A liegt. Sie erreichen hingegen mit der gleichen Düse/Elektrode nur 250 Einstiche, wenn die Schneiddauer 60 sek. beträgt. Noch kürzer, wenn der Strom steigt. Sie sehen, es gibt keine pauschale Antwort.

Und dies ist jetzt auch noch Brennertypabhängig und Schnittgeometrieabhängig, d.h. wie lange der Brenner schneidet.

V.teile-Wechsel: Ohne Hektik mit Wechsel aller Teile, werden weniger als 5 Minuten benötigt. Wenn ein Ersatz-Schnellwechselkopf bereits vorbestückt ist, kann der ganze Kopf noch wesentlich schneller gewechselt werden, auch unter 1 Minute möglich, je nach Sytem. Allerdings Sie müssen die Maschine in den Bahnhof fahren lassen, das kostet auch Zeit.

Mal sehen, was andere User dazu sagen.

 

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