Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

(Kommentare: 0)

Reportage: Trockenbearbeitung von Stahlblechen auf einer Lissmac-Entgrat- und Bürstmaschine SBM-XL1000 S2B2 Hunderte Teile, manchmal bis zu 1000 Teile im Inneren der Türme von Windkraftanlagen sorgen für die Sicherheit beim Aufstieg und übernehmen unterschiedliche funktionelle Aufgaben. Die Türme, für die das AMBAU-Werk Dessau-Roßlau die inneren Stahlteile fertigt, tragen die Gondeln, in denen die Generatoren installiert sind. Angetrieben von der Rotation der in den Wind gestellten Flügel, erzeugen sie den Strom. Einer der Hersteller solcher Türme ist die AMBAU GmbH. Neben dem Werk in Dessau-Roßlau gehören zur AMBAU GmbH Werke in Mellensee bei Berlin, Gräfenhainichen, Bremen und Cuxhaven. Das Werk in Dessau-Roßlau liefert an alle Werke Zuschnittteile und vorgefertigte Baugruppen für den Innenausbau der Windkrafttürme. Sämtliche Zuschnittteile sind so zu konversieren, dass sie nicht rosten. Das heißt, sie werden verzinkt oder mit Farbschutzanstrichen versehen. Damit sich der Korrosionsschutz fest mit dem Metall verbindet, müssen die Schnittkanten entgratet und von der Oxidschicht befreit werden. Das gilt nicht nur für die Schnittkanten, sondern auch für sämtliche Kanten, die beim Bohren, Stanzen, Senken, beim Gewindeschneiden und beim Aussparen anderer Durchbrüche entstehen. Da ist die manuelle Bearbeitung mit der Flex schnell an ihre Grenzen gekommen. „So suchten wir“, schildert Peter Krüger, Meister Zuschnitt, „nach einer Blechbearbeitungsmaschine, die effizient alle an den Zuschnittteilen entstandenen Grate entfernt und zugleich die Oxidschichten entfernt. Wir haben diese Maschine auf einer Messe auf dem Ausstellungsstand der Firma Lissmac Maschinenbau GmbH gefunden.“

Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

Sebastian Haefele, Leiter Marketing Lissmac; Peter Krüger, Meister Zuschnitt AMBAU Dessau-Roßlau; Martin Radtke, Maschinenbediener; Timo Staedele, Verkauf Lissmac (v.l.n.r.) Brücken- und Anlagenbau-Know-how erfolgreich für Windkraftanlagen erhalten Mit der Ausrichtung, Wind zur Energieerzeugung zu nutzen, bekam die AMBAU GmbH frischen Aufwind. So wurde vor fünf Jahren der einstige Brücken- und Anlagenbau in Dessau-Roßlau an der alten Landebahn, die daran erinnert, dass hier einstmals Hugo Junkers seine Flugzeuge baute, aus der Insolvenz in die AMBAU GmbH übernommen. So blieben Arbeitsplätze und das Know-how der Mitarbeiter erhalten. „Wir sind für unsere Aufgaben gut ausgestattet“, betont Peter Krüger und berichtet: „90 Prozent unserer Produkte gehen in den Export. Wir fertigen Teile aus drei bis 80 mm dicken Stahlbaublechen auf modernen Schneidanlagen, Walzen und Biegemaschinen. Zu unseren größten und schwersten Teilen gehören die Türen für die Türme einschließlich der Türzargen. Zu den aktuellen Aufgaben gehört die Zulieferung von Teilen für 18 Offshore-Türme, die im küstennahen Windpark Nordergründe aufgestellt werden.“ Der Windpark Nordergründe entsteht in Wassertiefen bis 10 Meter innerhalb der 12-Seemeilen-Zone der deutschen Nordsee und liegt ungefähr 15 Kilometer nordöstlich der Insel Wangerooge. Dort finden Turbinen der 6-Megawatt-Klasse ihren Einsatz und werden eine Nennleistung von zirka 110 Megawatt erbringen. Lissmac-Entgrat- und Bürstmaschine sichert Produktivität und Qualität „In einem Jahr“, erläutert Peter Krüger, verarbeiten wir rund 2000 t Stahlblech und fertigen Teile für etwa 54 Türme im Drei-Schicht-Betrieb. Diese hohe Produktivität galt es, auch fürs Entgraten und für die Oxidschichtentfernung zu sichern. Wenn bis vor drei Jahren zwei oder mehr Mitarbeiter an zwei Tischen den ganzen Tag bei Staub und Lärm die Teile manuell entgrateten, arbeitet jetzt die Lissmac Entgrat- und Bürstmaschine nur eineinhalb Schichten am Tag. Die LISSMAC- Entgrat- und Bürstmaschine der Baureihe SBM-XL S2B2 gibt es in den Durchlassbreiten 1000 und 1500 mm. Sie werden mit vier Bearbeitungsaggregaten oben und unten bestückt. Das innovative, auf Modulen aufgebaute Konstruktionsprinzip ermöglicht es, auf beiden Blechseiten in einem Durchgang sowohl auf den Außen- wie auf den Innenkanten beschichtungsgerechte Oberflächen zu erzeugen. Als Bearbeitungsaggregate stehen Bürstenriemeneinheiten, Schleiflamellen- und Schleifbandaggregate zur Verfügung. Entsprechend der Größe der Blechteile kaufte AMBAU eine Lissmac-Entgrat- und Bürstmaschine mit der Durchlassbreite von maximal 1000 mm. Sie entgratet und entfernt Oxidschichten von Blechteilen bis zu einer Dicke von 50 mm. Zwar fertigt das AMBAU Werk in Dessau-Roßlau Blechteile bis zu einer Dicke von 80 mm, doch die allermeisten Teile befinden sich im Bereich der Blechdicke bis 50 mm. Über das Zuführband gelangen die Teile in die Maschine. Dort drücken Förderrollen die zu bearbeitenden Blechteile auf das maschineneigene Förderband, so dass die Teile zwangsgeführt durch die Maschine laufen. Auf dem Weg durch die Maschine treffen die Blechteile zunächst auf vier Schleiflamellenaggregate, die die beim Schneiden entstandenen Grate abschleifen. Dazu treiben jeweils zwei Aggregate oben und unten gegenläufige Schleifriemen an. Diese Schleifriemen tragen Schleiflamellen, die mit Schleifvlies und Schleifmitteln kombiniert sind. Dabei übernehmen die Schleifblätter die Materialabtragung an sämtlichen oberen und unteren Innen- und Außenkonturen in einem Durchgang. Durch die maschinelle Schnittkantenbearbeitung entsteht eine gleichmäßige Bearbeitung mit hoher Qualität.
Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

Blick auf die Schleifaggregate Zur Werkzeugkontrolle beziehungsweise zum bequemen Werkzeugwechsel besitzt die Lissmac-Entgrat- und Bürstmaschine am Ein-und Ausgang jeweils eine breite Öffnungsklappe. Die Bandförderer zum Teilezu- und abführen stehen auf Rollen, damit sie zum Werkzeugwechsel weggeschoben werden können.
Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

Lissmac-Entgrat- und Bürstmaschinen bieten breite Öffnungsklappen Die Oxidschichtentfernung auf beiden Blechseiten erfolgt in einem Durchgang durch vier Bürstenaggregate. Jeweils zwei Bürstenriemen, die sich in entgegengesetzten Richtungen bewegen, bearbeiten die Blechteile von oben. Zwei Bürstenaggregate sind unten angeordnet.
Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

Blick auf die Bürstenaggregate Problemlose Handhabung Die Bedienung ist denkbar einfach. Über ergonomisch angeordnete Bedienelemente und das Touch-Screen-Display werden sämtliche Arbeitsparameter eingestellt und angezeigt.
Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

ergonomisch angeordnete Bedienelemente Über das Touch-Screen-Display wird die Blechdicke eingegeben, der Vorschub bestimmt und die exakte Zustellung der Arbeitsaggregate vorgegeben. Beim Vorschub kann man im Bereich von 0 bis 4 m/min wählen. Mit diesen Parametern und der passenden Auswahl der Schleif- und Bürstenwerkzeuge lassen sich die Bearbeitungsgrade wunschgemäß einstellen, so dass die gewünschte hohe Bearbeitungsqualität zuverlässig erreicht wird.
Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

Blick auf das Touch-Screen-Display Über eine manuelle Einstellung kann man das Werkstück auch zurückfahren. Diese Prozedur dient einer bequemen Einstellung der Bearbeitungsintensität beziehungsweise der Bearbeitungsqualität. Als ebenso hilfreich hat sich die Verschleißdetektion erwiesen. Den jeweiligen Abnutzungsgrad zeigt das Touch-Screen-Display. So kann die Zustellung der Bearbeitungsaggregate zeitnah erfolgen beziehungsweise lassen sich rechtzeitig die Werkzeuge austauschen, so dass die Kontinuität der hohen Bearbeitungsqualität über den gesamten Arbeitszyklus erhalten bleibt.
Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen

hohe Bearbeitungsqualität: 8A: vor der Bearbeitung 8B: nach der Bearbeitung Umweltfreundliche Teilebearbeitung Die Lissmac-Stahlbearbeitungsmaschinen arbeiten im Trockenverfahren. Staub- und Schmutzbelästigungen sind ausgeschlossen. Lissmac bietet grundsätzlich zur jeweiligen Maschine passende Staubabsaugungen und Filtersysteme mit an. Trockenbearbeitung bedeutet nicht zuletzt, es fallen keine Schleifschlämme an und man braucht keine energieintensiven Trocknungsanlagen. Entsprechend einfacher ist auch die Reinigung der Maschinen, die ebenfalls ihren Beitrag zur Qualitätsarbeit leistet. In Dessau-Roßlau ist unmittelbar an die Maschine ein Trockenentstauber DDE 3200 angeschlossen. Er bietet eine Ventilatorleistung von maximal 5200 m3/h.
Blechkantenbearbeitung für eine innige Verbindung von Stahl und Korrosionsschutzanstrichen


Trockenentstauber DDE 3200

Weitere Informationen: LISSMAC Maschinenbau GmbH
Lanzstr. 4
D-88410 Bad Wurzach
Tel.: 0 75 64 / 3 07 – 0
Fax.: 0 75 64 / 307 – 500
E-Mail:
Internet: www.lissmac.com AMBAU GmbH
Werk Dessau-Roßlau
Alte Landebahn 13
06846 Dessau-Roßlau
Telefon: +49 340 216913 545
Durchwahl Peter Krüger: 552
Fax: +49 340 216913 509
E-Mail: peter.krueger@ambau.com Text und Bilder: Peter Springfeld (freier Fachjournalist, Berlin)
(bei Rückfragen Tel.- + Fax-Nr.: 030-67 703 72)

LISSMAC Maschinenbau GmbH

Lanzstr.4
88410 Bad Wurzach
Deutschland
Details und Anfrage

Zurück