Deutschen Brennschneidtag®: Die neue Stahlbaunorm EN 1090

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Die Einführung der Norm EN 1090-1:2009 + A1:2011 wird bereits seit langem erwartet. Am 01. Juli 2013 hat das Warten ein Ende, dann wird aus der Richtlinie eine Verordnung. Aber welche Folgen entfaltet die Einführung dieser Norm? Und was bewirkt die Einführung für mein Unternehmen? Um in dieser Hinsicht für mehr Klarheit zu sorgen, skizzierte Jörg Mährlein von den schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalten GSI/SLV Duisburg im Rahmen des 2. Tagesordnungspunktes auf dem Deutschen Brennschneidtag® die Änderungen und zeigte, worauf es bei der Umsetzung ankommt. Normenharmonisierung Die Vielzahl der europäischen Staaten erfordere harmonisierte Nomen, also solche Normen, die für alle maßgeblich sind und von der EU Kommission frei gegeben wurden. Die EN 1090 sei eine solche Norm, die deswegen beachtlich sei, weil sie bauaufsichtlich eingeführt wurde. Auch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sei in diesem Zusammenhang beachtlich, weil auch hier relevante Regelungen abgelegt seien. Der reine Vertrieb von Bauprodukten im freien Warenverkehr und die Auflagen, die für die Aufstellung und Inbetriebnahme dieser Produkte gelten, müssten voneinander unterschieden werden, da sich die Materialanforderungen von Land zu Land stark unterscheiden könnten. Die länderspezifischen Regelungen am Aufstellungsort seien daher immer zu berücksichtigen. Dokumentation, Kontrolle und Überprüfung In Rechtsverordnungen werde oftmals auf andere Regelungen verwiesen, weshalb es oftmals nicht leicht sei in Erfahrung zu bringen, was gilt. Im Rahmen der "werkseigenen Produktionskontrolle" seien Unternehmer nach deutschem Recht zu umfangreicher Dokumentation, Kontrolle und Überprüfung verpflichtet. Insofern hätten die Anforderungen, die jetzt durch die EN 1090 eingeführt würden, eigentlich schon lange Gültigkeit. Leistungsmerkmale und Leistungserklärung Leistungen seien zu deklarieren. So seien beispielsweise Ermüdungsfestigkeit oder Dauerhaftigkeit Leistungsmerkmale, die es zu definieren gelte. Relevante Parameter müssten dokumentiert werden, wobei die Form der Dokumentation weniger entscheidend sei, als die Dokumentation als sich. Die Belegschaft sollte dabei mit ins Boot genommen werden und deshalb auch darauf geachtet werden, dass man den Vorgang so sehr vereinfacht, wie eben möglich. Die Leistungserklärung (DOP bzw. "Declaration of performance") müsse mit dem Produkt zusammen ausgeliefert werden. Die Verpflichtung zu Schaffung der dafür notwendigen internen Organisation bestehe eigentlich schon seit 1996, nur seien die entsprechenden Überprüfungen bisher überwiegend ausgeblieben. Insofern bestätige die EN 1090 eigentlich nur die Pflicht zu einer ohnehin schon gebotenen werkseigenen Produktionskontrolle. Anwendungsbereich der Norm Der Anwendungsbereich der Norm erstrecke sich auf

  • alle Stahl- und Aluminiumbauteile,
  • Bausätze, Stahlbauteile die als Verbundbauteile verwendet werden
  • und warmgewalzte oder kaltgepresste Bauteile aller Profile und Formen.
Ebenso seien alle schneidrelevanten Prozesse vom Anwendungsbereich der EN 1090-1 erfasst. Hersteller seien in der alleinigen Verantwortung für ihre Produkte und müssten daher auch für die Fehler von zuliefernden Sub-Unternehmen gerade stehen. Gutes Qualitätsmanagement entscheidet Hans-Joachim Zschuckelt von der Salzgitter AG zeigte in der sich anschließenden Diskussion dagegen auf, dass solche Betriebe, die nach ISO 9001 zertifiziert sind, ohnehin bereits fast alle Vorgaben umsetzen, die in der Verordnung enthalten sind. Es fehle nur noch die letzte Spitze. Letztlich müsse jedes Unternehmen dafür sorgen, dass es nicht nur den Anforderungen des Kunden, sondern auch seinem internen Prüfplan entspreche, auch wenn dies mit erhöhten Kosten verbunden sei, die in manchen Fällen dann eben an den Kunden weiter gegeben werden müssten. Es müsse sich ein "Qualitätsdenken" durchsetzen, welches aber zumindest bei solchen Betrieben, die nach ISO 9001 zertifiziert sind, als vorhanden angenommen werden könne (Stichwort Rückverfolgbarkeit). Das beträfe jetzt zunehmend auch kleinere mittelständische Unternehmen, bei denen das Qualitätsmanagement bisher vielfach vernachlässigt wurde. Die Kosten seien dabei überschaubar, anders als bei größeren Unternehmen, die oftmals sehr verschachtelt strukturiert sind. Letztlich müsse die Norm als Chance wahr genommen werden, sich von den Mitbewerbern abzuheben. Harmonischer Ausklang Beim abendlichen Get-together des ersten Kongress-Tages fanden die Besucher im Rahmen persönlicher Gespräche ausreichend Gelegenheit, sich bei bayerischen Spezialitäten über das Gehörte auszutauschen. Dabei wurden viele neue Kontakte geknüpft und vorhandene vertieft.

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