EuroBlech 2016 - Rundgang Teil1: Software und Laser

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Auf über 88.000 qm Ausstellungsfläche fanden sich rund 60.000 Besucher (2014 waren es ca. 59.000) aus rund einhundert Ländern zusammen.

Wir haben einen Rundgang für Sie dokumentiert - natürlich ist nur ein Auszug aus der Vielzahl an Neuigkeiten abbildbar - dennoch hoffen wir, dass Sie einen guten Querschnittseindruck erhalten werden.

1. Wir beginnen den Rundgang im Softwarelager:

Das Wilhelmshavern Softwareunternehmen IBE stellte eine neue Kalkulationssoftware mit ERP-Anbindung vor, die sich durch seine Praxistauglichkeit auszeichnen soll. Als Pate für die Entwicklung standen sowohl die eigenen Erfahrungen als auch Hersteller aus der Lohnschneidbranche zur Verfügung. Wie bei IBE üblich, erfolgt die Bedienung des Softwaremoduls bedienerfreundlich und man erhält schnell die gewünschten Angebote, Auftrags- und Kundendaten. Aus den Angeboten lassen sich unkompliziert Aufträge und Verschachtelungen erzeugen generieren, dabei verbindet das Rechnungstool die Anforderungen aus Arbeitsvorbereitung und Vertrieb. Das zusätzliche Betriebsdatenerfassungsmodul kann in Kombination mit BlechCenterPlus auch die Fertigungsdaten anzeigen. Weitere Infos zu den neuen Modulen finden Sie bei IBE ...

 

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Rechts im Bild: Thomas Reske, Geschäftsführer IBE im Gespräch mit einem Messe-Besucher

LANTEK überraschte bereits vor der EuroBlech mit einer weiteren Neuigkeit - der Partnerschaft mit Bystronic. So überraschte es dann auch nicht, den Stand gleich vis-a-vis neben Bystronic vor zu finden. Auf dem Bystronic-Stand fanden die Besucher einen Präsentationsraum vor, in dem Lantek seine an Bystronic Anforderungen angepassten Module den Besuchern vorstellte. Lantek bot auf dem Gebiet der MES-,PPS- und ERP-Software neue Lösungen an, die mit den Byjet-Anlagen im Sinne von BigData vernetzbar sind.
Unter anderem stellte Lantek auch eine neue Datenkopplung an einen Internetshop vor, mit dessen Hilfe integrierte Lohnzuschnitt-Anfragen weiterverarbeitet und in Schachtelaufträge umgewandelt werden sollen. Dies spare viel Zeit und erweitert das Vertriebsspektrum für Lohnschneider, so der Lantek Area Sales Manager Cvijetin Vasiljevic.

 

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Lantek Spezialist Cvijetin Vasiljevic (rechts) im Gespräch mit Gerhard Hoffmann vom Schneidforum (links)

SigmaNest präsentierte ein neues Modul mit dem sich aufwendige Offline-Roboter-Simulationen darstellen lassen sollen, was einen Zeitvorteil gegenüber üblichen Systemen schaffen soll. Ausserdem wurde die neue CAD/CAM-Version SigmNest X1 vorgstellt, die eine Reihe von Neuheiten und Verbesserungen enthält und die vor allem der Schachteleffizienz und Restblechminimierung zu Gute kommen sollen. Die optimierte Engine der neuen Software soll in der Lage sein, auch Mehrplattenverschachtelungen automatisiert in der Qualität auszuführen, so dass manuelles Nachschachteln überflüssig werden soll. Auch komplexe 3D-Bauteile sind für die weitere Bearbeitung im Schneidauftrag einsetzbar. Dabei soll der Maschinencode besonders effizient und zeitsparend generiert werden. Mehr Infos zum SigmaNest X1 ...

SigmaNest bietet zum Thema Industrie 4.0 eine neue Lösung an - "SigmaFusion" und hat sich auf der EuroBlech dem neu gegründeten Verband "Industry Business Nettwork 4.0" angeschlossen.
Mit bereits bestehenden Modulen wie dem SigmaMRP® Manufacturing Ressource Planning System und dem SigmaNest Maximizer, einer Auftragsverfolgung und Bestandskontrolle besitzt SigmaNest bereits eine solide Basis für die Weiterentwicklung zu Industrie 4.0 Plattformen. Das neuste Modul "SigmaFusion" bietet die Basis für Schneid- und Brennbetriebe, die eine hohe Transparenz der Produktionsprozesse wünschen. Ausfallerkennung und Störungsanalyse zeigen die häufigsten Produktionsunterbrechungen auf, Maschinenverfügbarkeiten und Auslastungen werden ermittelt, eine integrierte Webcam-Unterstützung erlaubt Einblicke in den Produktionsprozess und eine Auswertung der historischen Daten ermöglicht die Erschließung von Verbesserungspotentialen.

 

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Links: Ben TerreBlanche, Chef von SigmaTec USA, rechts Gerhard Hoffmann im Gespräch mit dem SigmaNest Experten Dirk Becker, Manager PreSales & Technical Support

Wie weit heute Roboter-Software gehen kann, konnte man unter anderem auch bei Hypertherm erfahren. Eigentlich ist Hyptherm einer der Pioniere, wenn es um Plasmastromquellen geht. Doch schon seit vielen Jahren ist Hypertherm auch im CNC-Steuerungs- und Verschachtelungs-Software-Business erfolgreich zuhause. Die in Zusammenarbeit mit Robotmaster® vorgestellte Roboter-Offline-Simulation simulierte die CNC-Datensätze und stellte dabei potentielle Crash-Zonen deutlich sichtbar dar. Im Falle eines potentiellen Crashes konnte der Anwender durch einfache grafische Verschiebung des Roboterarms mit Hilfe der Maus alle zugehörigen CNC-Codes im 3D-Raum automatisch anpassen - das ging schnell von statten und wirkte bedienerfreundlich. Weiter zu den RobotMaster-Software Informationen ....

Hypertherm stellte auch seine neue CNC-Steuerung "Edge® Connect" vor, deren Steuereinheit ganz im Trend verkleinert wurde. Ausgestattet mit Wlan und über Ethernet einbindbar, sowie vor Staub geschützt, soll diese robuste Steuerung auch in kleinen Maschinen genügend Platz finden. Ganz und gar nicht klein, sondern übersichtlich und großzügig dimensioniert ist die Mensch-Maschine-Schnittstelle in Form des großen Monitors mit integriertem Bedienfeld. Die Steuerung soll auch Fasenschneiden und bis zu 12 CNC-Achsen ansteuern können sowie eine Schnittstelle zur THC-Höhenansteuerung besitzen. Außerdem ist auf der CNC auch die Hypertherm Verschachtelungssoftware ProNest® lauffähig.

 

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Hypertherms neue CNC-Steuerung EDGE® Connect

Cam Concept stellte mit seinen Automatisierungsmodulen FINEST SOLUTIONS eine Reihe von integrierbaren Software-Modulen vor, welche Datentransparenz, Materialfluss und Auftragsabwicklung innerhalb des Unternehmens abbilden. Durch eine Vielzahl an bedienbaren Schnittstellen lassen sich die Module in diverse Datenumgebungen einbinden. Weitere Informationen zu den FINEST SOLUTIONS ...

 

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(Archivbild) Geschäftsführer Bernhard Terzer im Gespräch mit Gerhard Hoffmann

Auch WiCam stellte seine neuste Generation seines CAD/CAM-Produktes vor. Dabei stand die ERP-Integration ebenso im Fokus wie die vollautomatische Programmierung diverser Schneid- und Stanzkombinationen. Mit dem neuen Modul PNCleanUp werden Teile gleicher Aufträge farblich sortiert, um so das Abbräumen grafisch zu unterstützen und Zeiten einzusparen.

2. Weiter geht es im Rundgang zum Thema: Laserschneidanlagen und Industrie 4.0

Im Laserbereich trafen wir eine Vielzahl von Anbietern aus der ganzen Welt. Die hier vorgestellten Neuheiten fanden unser besonderes Interesse, wobei sicher noch mehr Highlights zu sehen waren - doch sorry, dafür reichte unsere Besuchsdauer nicht aus, um über alle und alles zu berichten.

 

EuroBlech 2016 - Rundgang Teil1: Software und Laser

Im Hintergrund: 20mm dickes Material mit Faserlaser geschnitten, im Vordergrund: 50mm Edelstahl

Als Motto könnte man bei den Laserherstellern anführen:
"Evolution in Reinstkultur - Automatisierung erreicht neuen Level"

Laserschneiden mit dem Faserlaser für dickes Material: Bystronic AG hob die bisherigen Grenzen des Faserlasers an und erreicht nun Schneiddicken, die bisher dem Plasmaschneidprozess vorbehalten war. Dass dabei auch noch eine besondere Schnittqualität erreicht wird, war beeindruckend. Faserlaser mit 8 und 10 KW Leistung erlauben bisher für den Faserlaser unfassbare Schneiddicken und Schnittgeschwindigkeiten. Damit der Laserschneidprozess in dickem Material bei der geringen Wellenlänge des Faserlasers überhaupt möglich ist, muss der Strahl passend zur Materialdicke aufgeweitet, geformt werden. Der hierfür erforderliche neue Schneidkopf ByStar Fiber wurde dazu mit der Funktion "Spot Control" ausgestattet, der diese Lichtformung des Fokuspunktes übernimmt und so optimale Bearbeitungsqualität erzielen soll.

Die hohe Schnittgeschwindigkeit erfordert auch einen hohen Materialfluss. Dazu hat Bystronic ein neues Be- und Entladesystem ByTrans Cross entwickelt. Es kümmert sich um die Be- und Entladung des Laserschneidsystems. Dabei soll es sogar für kleine Losgrößen konfigurierbar sein, was in der heutigen Zeit der Kleinlosigkeit durchaus von Interesse sein kann.

 

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Bystronic: Kundenberatungstafel erklärt, welche Laserleistung/Schneidart bei welcher Dicke/Material sinnvoll ist.

Die Zusammenarbeit mit Lantek haben wir bereits weiter oben angesprochen. Lantek verstärkt die Bystronic Fertigungslinien durch ein MES Prozessleitsystem (Manufacturing Execution System). Dieses System ist darauf ausgerichtet, Unternehmen in der Planung und dem Einsatz von Material, Maschinen und Aufträgen das Optimum zu ermitteln und Daten, Fertigungsstände und Kosten jederzeit in Echtzeit in Zusammenarbeit mit einem übergeordneten ERP-System transparent auszugeben.

 

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Bystronic Auszug des Messe-Stands auf der EuroBlech 2016: Das Software-Center

Doch auch im Bereich Biegen schreitet die Automation weiter - dazu setzt Bystronic Roboter ein. Der Xpert Tool Changer besteht aus einem in der Abkantpresse eingebauten Robotiksystem, dass die Werkzeuge aus einem Magazin holend, passend zum jeweiligen Biegeauftrag in die Ober- und Unterwangen einsetzt.

Amada stellte mit V-Factory und VPSS 3i eine intelligente Produktionskette vor, die basierend auf Datenströmen eine optimale Flexibilität und Geschwindigkeit der Auftragsdurchlaufzeiten ab Losgröße 1 bieten soll. Auch hier macht die Automatisierung große Schritte in Richtung Industrie 4.0, Produktionsprozesse werden transparent in Echtzeit verfolg- und planbar.

Dazu wurde ein neuer Amada Faserlaser mit 6 bzw. 9 kW Laserleistung präsentiert, der geringere Schnittkosten und höhere Schneidgeschwindigkeiten aufweisen soll.
Die neue Stanz-Faserlaser-Kombination ACIES AJ ist mit einem servoelektrischen Stanzantrieb ausgestattet und soll eine hohe Energieeffizienz aufweisen. Und natürlich bietet Amada auch eine vollautomatisierte, robotergestützte Fertigungszelle für das Biegen an, mit der auch komplexe Bauteile mannlos gefertigt werden sollen.

EuroBlech 2016 - Rundgang Teil1: Software und Laser

Faserlaser bei der Arbeit auf der EuroBlech 2016

Mazak präsentierte Weltprämieren auf seinem Messestand, insbesondere ein neues Laser-Bearbeitungsystem, dass sich besonders durch geringe Wartungskosten und geringen Platzbedarf auszeichen soll, der Super Turbo-X 3015. Außerdem können Mazak Laserschneidanlagen mit Automatisierungssystemen ausgestattet werden, vom Typ Quick Cell mit 6, 10 oder 14 Palettenregalen.

Das neue Material-Handhabungssystem LaserFlex 2.0, dass an eine 6kW Faserlaserschneidanlage vom Typ Optiplex 3015 angeschlossen war soll sich durch seine Materialflussgeschwindigkeit auszeichen. Diese kompakte Automatisierungslösung soll in nur 75 Sekunden eine Rohplatte vom Lager holen und auf der Maschine austauschen können. Das LaserFlex-System ist modular aufgebaut und kann an die Aufgabenstellungen angepasst werden.

Gesteuert werden die Anlagen, laut Mazak, von der schnellsten CNC-Steuerung MAZATROL Preview G. Durch diese neue TouchScreen-Steuerung sollen die Programmier- und Bearbeitungszeiten erheblich reduziert werden.

 

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Mazak Faserlaser

Laserschneidanlagen in den Fertigungsprozess des Unternehmens implementiert mit durchgeplantem Material- und Datenfluss für eine hohe Produktivität zeigte Trumpf auf seinem Stand. Trumpf präsentierte mit dem Tru Laser Center 7030 eine ganz neue Art der automatisierten Blechbearbeitung. Dieses neue Maschinensystem wurde mit hohem Automationsgrad, hoher Wirtschaftlichkeit bei vergleichsweise geringem Platzbedarf entwickelt. Es soll in der Lage sein selbständig und ohne Bedienereingriffe Bleche zu beschicken, Teile zu schneiden, Teile abzuräumen und auf Paletten auftragsbezogen abzulegen und zu stapeln und die Abfallreststücke zu entsorgen. Stillstände durch Kollisionen mit gekippten Teilen sollen auf ein Minimum reduziert worden sein. Auch Nacharbeiten durch Spritzer auf der Metallunterseite sollen durch einen speziellen Tischaufbau mit Bürstenleisten und eine besondere Unterstützung im Schneidbereich reduziert sein. Die Anlage kann mit einem 6 kW Disc-Laser ausgestattet werden. Bei dieser Anlage wurde das Blech in y-Richtung bewegt und der Schneidkopf in x-Richtung. Nicht zuletzt übernahm die Tru Tops Boost Software eine Reihe von Programmier- und Optimierungsschritten, die für die Steuerung der komplexen Anlage erforderlich sind. Die vollautomatische Anlage soll für Blechdicken von 1 bis 12 mm einsetzbar sein.

 

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Trumpf Tru Laser Center mit hochautomatisierter Systemumgebung

Das Angebot an Laserschneidanlagen auf der EuroBlech war umfangreich. Prima Power, CY, Salvagnini, LVD, Mitsubishi, Koike, Knuth und viele klassische Schneidanlagenhersteller, wie Messer Cutting Systems, Microstep, Esab, Eckert etc. stellten ebenso Laserschneidanlagen vor.

Alle Angaben ohne Gewähr. Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die Reihenfolge der Berichte stellt keine Wertung dar, sondern lediglich die Besuchsreihenfolge unserer Redakteure. Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei den Herstellern.

© Fotos by Schneidforum, Solingen: Britta Hoffmann, Carsten Noth

Fortsetzung Teil 2 zu den Autogen-, Plasmaschneidanlagen und weiteren CNC-Steuerungen ...

 

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