Industrie 4.0 Kommunikationsstandard muss erweitert werden

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Auf der Hannover Messe demonstrierte das Roboter- und Automatisierungsunternehmen Kuka Roboter GmbH eindrücklich, wie das Nachtleben 4.0 in naher Zukunft aussehen könnte: Wenn der Barmann sich bereits im verdienten Feierabend befindet, reicht eben ein Roboterarm das Weizenbier an, nachdem er es mit viel motorischem Feingefühl in das Glas gefüllt hat.

Es wäre nicht die Hannover Messe gewesen, wenn es nicht auch Praxisbeispiele einer Mensch-Maschine Kooperation aus der industriellen Fertigung gegeben hätte. So demonstrierte man anhand des Einbaus von einem Bauteil in eine Spülmaschine wie Mensch und Roboter durch die Echtzeitübertragung und -auswertung der Bewegungsdaten des Roboters in bisher nicht gekannter Weise miteinander auch komplexere Aufgabenstellungen bewältigen.

Im Hinblick auf die Datenübertragung ließ das Unternehmen allerdings keinen Zweifel daran, dass es eines neuen, weitaus leistungsfähigeren Kommunikationsstandards bedürfe, um gestiegenen Anforderungen dauerhaft gerecht werden zu können. Wenn "social machines", also miteinander vernetzte Maschinen, zukünftig miteinander kommunizieren können sollen, dann müsse diese Kommunikation in Echtzeit ablaufen können. Für einen solche maschinellen Informationsaustausch sei der Kommunikationsstandard OPC-UA in erweiterter Form geeignet. Andere führende Unternehmen der Automatisierungsbranche unterstützen Kuka bei der Forderung nach dem sog. "IEEE 802.1 TSN" Standard.

OPC UA Kommunikationsprotokoll muss um Echtzeiteigenschaften ergänzt werden

Die Vernetzung von roboterbasierten Systemen mit unterschiedlichen Diensten und Maschinen steht bei Kuka seit mehreren Jahren im Mittelpunkt. Bereits im März hatte sich der Automatisierungsspezialist im Rahmen eines Treffens die Unterstützung von 15 namhaften Herstellern der deutschen sowie der US-amerikanischen Produktionsautomatisierungsindustrie gesichert. Der IEEE 802.1 TSN Standard soll durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe aktiv gefördert werden. Wichtig dabei sei die Orientierung an Service Oriented Architecture (SOA), die eine wichtige Rolle bei Industrie 4.0 spiele. Eine funktionierende Echtzeitkommunikation könne zudem nicht als proprietäre Lösung entwickelt werden, weshalb der neue Standard IEEE 802.1 TSN (Time Sensitive Networks) unverzichtbar sei.

Bei Kuka ist man sich seiner Vorreiter Rolle, wenn es um die Vernetzung mechanisch arbeitender Maschinen mit IT und Automatisierungstechniken geht, durchaus bewusst. „Kuka nimmt als Automatisierungs-Unternehmen eine zentrale Rolle bei der praktischen Umsetzung von Industrie 4.0 ein. Denn Industrie 4.0 steht für die Vernetzung der realen Fertigungswelt mit der virtuellen Welt. Es geht um die Interoperabilität von Systemen und genau in diesem Bereich liegen die Stärken von Kuka“, so Dr. Till Reuter, Vorstandvorsitzender der Kuka AG. Ein weltweiter, herstellerübergreifender Standard würde es nicht nur Kuka weitaus leichter machen, seine Stärken auszuspielen.

 

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