Schweißen OHNE Schneiden?

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Nich selten wird die Bedeutung des Zuschnittes in Teilen der Wirtschaft verkannt. Dabei spricht die Schweißindustrie von einem Verhältnis von 10 zu 1 bis hin zu 20 zu 1. Und sie meint damit das Leistungsverhältnis, das ausdrückt, in welchem Verhältnis der Ausstoss einer Schneidmaschine zur Weiterverarbeitung in einem Schweißprozess steht. Erfahrungswerte zeigen, dass eine Schneidanlage der Rohmaterial-Zulieferant für 10 bis 20 Schweißarbeitsplätze ist.
„Geschweißt werden kann nur, wenn zuvor konfektioniert wurde. Und diese Konfektion erfolgt in der Regel mit CNC-Schneidanlagen. Ohne CNC gesteuerte Schneidanlagen fehlt das Grundmaterial zum Schweißen. Ohne einen passenden und qualitativen Zuschnitt stehen die Räder einer modernen Marktwirtschaft schnell still“, betont Gerhard Hoffmann, Geschäftsführer der Schneidforum Consulting GmbH & Co.KG aus Solingen.

Rund 45 Mio. Tonnen Stahl werde jährlich in Deutschland produziert und eingesetzt. Stahl in Form von Blechtafeln, Rohren, Profilen müsse in der Regel zugeschnitten werden, bevor es weiter verarbeitet werden könne, so Gerhard Hoffmann. „Nach unseren Schätzungen übernehmen einen großen Teil dieser Aufgabe ca. 36.000 CNC-gesteuerte Schneidanlagen in Deutschland, wobei wir hier in Summe von CNC-gesteuerten Plasma-, Brennschneid-, Laser-, Wasserstrahl-, Säge- und Rohrschneidanlagen ausgehen. In der Regel sind 2 Bediener pro Maschine erforderlich, nicht selten produzieren Unternehmen mehrschichtig, so dass die Bedienerzahl auch deutlich über 70.000 Beschäftigen liegen kann, die unmittelbar mit der Schneidtechnik betraut sind. Doch nicht nur im Stahlbereich stellt das Schneiden ein elementares Gewerk dar, auch in anderen Branchen, der Stein- und Glasindustrie, bei Verbundwerkstoffen und Kunststoffen, bei Lebensmitteln oder bei Materialien, die in der Medizin zum Einsatz kommen, ist das CNC-gesteuerte Schneiden nicht wegzudenken.

Automatisierungsingenieur Gerhard Hoffmann: „Mit dem Zuschnitt von Material kann ebenso Geld verdient werden, wie mit dem Fügen der zugeschnittenen Teile. Besonders spannend wird es jedoch, wenn das neue generative 3D-Laserverfahren Einzug hält. Generative Verfahren erzeugen fertige Endprodukte mit besonderen Materialeigenschaften. Ein expliziter Zuschnitt ist ebenso wenig erforderlich, wie eine Fügearbeit. Die Schwachstelle generativer Verfahren liegt derzeit noch in der Bearbeitungsdauer, die um ein Vielfaches höher ist, als die konventionelle Technik des Zuschnitts und des Fügens. Aber auch in der aufwendigen Herstellung der Geometriedaten, da verfügabre Standarddaten in der Regel so nicht übernommen werden können. Auch sind beliebig große Konstruktionen zur Zeit noch nicht mit generativen Verfahren machbar. Doch für Unternehmen der Stahlbranche stellt sich früher oder später die Frage, ob generative Verfahren nicht auch eine potentielle Ergänzung des eigenen Portfolios in der Zukunft darstellen könnten und welche Kriterien für den Einsatz dieser noch recht jungen Technologie zu beachten sind? Schneiden und Generativ - könnte so das Erfolgsduo der Zukunft lauten? “

Der Deutsche Schneidkongress® wird sich mit diesem Thema und weiteren rund um die Welt des Zuschnitts befassen.

Veranstalter Gerhard Hoffmann ist überzeugt: „Der Zuschnitt von Stahl und Metall stellt ein nicht zu unterschätzendes Gewerk in der Fertigungskette der modernen Industrie dar. Um effektiv und wirtschaftlich produzieren zu können, kommt es auch auf die Wahl des zur Aufgabe passenden optimalen Schneidprozesses an. Fertigungen, die diese Basics nicht beachten oder kennen, produzieren bis zu 25% zu teuer. In Betrieben gibt es viele Schnittstellen, an denen Reibungsverluste entstehen können. Verschenkt ein Vertrieb Geld in der Preisverhandlung, kann die nachfolgende Fertigung den Verlust meist nicht kompensieren. Stimmt die Logistik nicht, wird zu viel Geld durch zu hohe Rüstzeiten verschenkt. Eine gute Anarbeitung, wie Schweißnahtvorbereitung, Entgratung, Strahlen etc. können im Wettbewerb wichtige Erfolgsbausteine sein, wenn sie beherrscht werden und auch kalkulatorisch integriert sind. “

Am Schneidkongress sollen neben Zukunftsthemen, wie Industrie 4.0, dem generativen Laserverfahren, neusten Kostenrechnungen und Vergleiche der Schneidverfahren aber auch weitere handfeste Praxisthemen, wie Verkaufs-Coaching, Lager- und Materialflussoptimierung, neue Entgratungstechnik oder Roboterfasen etc. erörtert werden. Neben dem hohen Nutzen guten Netzwerkens bietet der Deutsche Schneidkongress® eine ganzheitliche Themenpalette, um auch zukünftige Entwicklungen besser einschätzen zu können.

Der zweijährig statt findende Kongress wird vom Cutting Award® begleitet - dem Wettbewerb zur Förderung von Nachwuchskräften im Schneidbereich. Die Preisverleihung für die besten „Nachwuchs-Schneidfachkräfte“ im Bereich Plasma-, Autogen-, Laser-, Wasserstrahlzuschnitt findet als Höhepunkt am Ende der Veranstaltung statt. 

Schneidforum Consulting GmbH & Co.KG

Brühler Str. 176a
42657 Solingen
Deutschland
Details und Anfrage

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