voestalpines Stahlwelt - immer einen Besuch wert!

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Die vor kurzem neu errichtete „Stahlwelt“ ist ein einzigartiges Museum der Stahlgeschichte und der Geschichte der voestalpine. In einem architektonisch modern und voller optischer Leckerbissen gestaltetem Hochhaus, wird den Besuchern die Kunst des Stahlkochens anschaulich erklärt. Besucher aus aller Welt erhalten hier mit elektronischer Hilfe in ihrer Muttersprache Erläuterungen, die bei Erz und Koks beginnen und mit den Endprodukten aus Stahl beispielsweise Windkraftanlagen oder der PET-Flaschenindustrie enden. Ein Rundgang voller spannender Themen, der in einem schräg angeordneten Vollglas-Fahrstuhl und bei einem leckeren Espresso im eigenen Kaffee am Dach des Gebäudes mit einer imposanten Aussicht auf das 5qkm große Firmengelände viel zu schnell beendet war.

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Blick auf die neue Verwaltung im Hintergrund

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Eingang zur Stahlwelt

Günter Hocke 

"In einem Netz aus 80km Strasse und 160km Schiene, auf denen rund 300 Züge täglich für den erforderlichen Nachschub an Rohstoffen sorgen, gründet sich die Infrastruktur der Hütte. Mehr als 15.000 Mitarbeiter, beleben in drei zum Teil vier Schichten non stop diese kleine eigene Stadt, die mitten im Herzen der historisch interessanten Stadt Linz an der Donau liegt, und mit einem eigenen Kraftwerk und Hafen ausgestattet ist."

 

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Rundblick über das Gelände, Hintergrund: Bürogebäude für das Management

Das kalorische Kraftwerk erzeugt aus den anfallenden Prozessgasen elektrische Energie. Alle bei der Verkoksung und bei der Stahlerzeugung anfallenden Gase werden gefiltert und die Schadstoffe so aufbereitet, dass sie entweder an andere Industrien veräußert oder selber weiter genutzt werden können.

Die Hütte produziert mit einem großen und drei kleineren Hochöfen jährlich rund 6 Mio. Tonnen Stahl. Im Stahlwerk, eines der modernsten Europas, werden aus dem Rohstahl rund 2.500 Sorten verschiedenster Stähle hergestellt, zum Teil auch nach Kundenwunsch ganz individuelle Spezialstähle. Daraus werden Warm- und Kaltband für die Automobil-, Bau-, Hausgeräteindustrie, sowie ca. 800.000 Tonnen Grobbleche gewalzt. In der voestalpine Anarbeitung werden im Bereich Formzuschnitte aus Grobblechen rund 60.000 Tonnen Formzuschnitte pro Jahr abgewickelt.

Der Hochofen ist 112m hoch und 12m breit im Durchmesser. Ist er mal auf rund 2.200°Celsius aufgeheizt, dann läuft er 15 bis 20 Jahre konstant durch. Durch 32 Düsen wird mit 700km/h beschleunigte Heizluft, zugeführt. Der Hochofen besitzt 3 Löcher zum Abstechen. Eine automatische Bohranlage sticht den Ofen ein, der Hochofenmeister entscheidet, wie lange die Schmelze entnommen wird. Die Schmelze wird dabei in Turbinenzüge, die sich unterhalb des Hochofens befinden, geladen und die Schlacke gesondert in spezielle Behälter geleitet. Die heiße Schmelze fährt dann auf Zügen in das Stahlwerk, wo es mit Legierungszusätzen seine speziellen, vom Kunden bestellte, Eigenschaften erhält. Die Schmelze im Hochofen wird mit dem von voestalpine 1949 entwickeltem LD-Verfahren hergestellt, nach welchem rund 80% aller Stahlwerke bis heute verfahren. LD steht für Linz-Donauwitz-Verfahren und es besagt, dass in den Tiegel von oben Sauerstoff eingeblasen wird, so dass der in der Schmelze enthaltene Kohlenstoff auf einen Wert unterhalb von 2% verbrennen kann.

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Schutzkleidung der Stahlarbeiter

 

Schneidforum-Leser und die Absolventen unserer Schneidseminare wissen, dass Stahl sich nur dann gut brennschneiden läßt, wenn sein Kohlenstoffgehalt unter 0,3% liegt. Darüber hinaus muss mit Rissen gerechnet werden, so dass ein Vorwärmen und Nachglühen des Materials erfolgen muss. Grundsätzlich ist Stahl nur schneidbar, wenn sein Kohlenstoffgehalt unter 1,5% liegt.

(siehe Link: http://www.schneidforum.de/technik-blog/autogenschneiden/technologie.html)

Der aus dem Stahlwerk kommende Stahl wird im Walzwerk, dass aus acht Walzgerüsten besteht, auf die gewünschte Dicke gebracht, wobei dieser Durchlauf von der aufgewärmten Bramme bis zum fertigen Coil nur 3 Minuten dauert.

 

Das Firmenkonzept der voestalpine ist dabei sehr fortschrittlich, alle Teilbereiche sind in eigene Gesellschaften ausgelagert, die sich selber tragen und verwalten müssen - das gemeinsame Glied ist der für alle Gesellschaften verbindende Name „voestalpine“.

So auch die voestalpine Anarbeitung GmbH, für die Hans-Jörg Kichweger als Geschäftsführer und Günter Hocke als Produktionsleiter verantwortlich sind.

In den neuen Hallen mit einer Schiffbreite von 30m und einer Länge von ca. 100m produzieren in 4 solcher Hallen rund 100 Mitarbeiter dreischichtig Formteile. In jeder Halle versorgen zwei Portalkräne mit je 30 Tonnen Tragkraft die Brennanlagen.

Am Ende des Tages waren wir „einen Schritt weiter“ - gefüllt mit Eindrücken, Fakten, Zahlen, Bildern, die wir vom Hochofen und der modernen Fertigung mitgenommen haben.

Einen Besuch bei der voestalpine Stahlwelt in Linz können wir nur weiter empfehlen und bedanken uns bei Herrn Hocke für die freundliche und kompetente Führung.

 

Schneidforum Consulting GmbH & Co.KG

Brühler Str. 176a
42657 Solingen
Deutschland
Details und Anfrage

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