7 Gründe, warum Sie Ihre Blechteile entgraten müssen

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Entgraten von Blechteilen
7 Gründe für das Entgraten von Blechteilen

1. Situation: Zeichnungsvorgabe entgratete und verrundete Kanten

Der Kunde will es so: Die Zeichnung zum Auftrag verlangt eindeutig gratfreie Kanten. Auch der Radius für die Kantenverrundung ist genau vorgegeben. Statt mit dem Kunden zu diskutieren, ist es besser, die Blechteile in eine Entgratmaschine zu geben. Mit ihr lassen sich beide Vorgaben nämlich erfüllen.

Und warum will es der Kunde so? Das können Sie besser verstehen, wenn Sie sich die weiteren Situationen ansehen.

2. Situation: Verletzungs- und Beschädigungsgefahr durch Grate

Grate sind hart und spitz. Wenn Mitarbeiter in der Logistik oder der Montage mit gratbehafteten Teilen hantieren, können sie sich daran verletzen. Ganz abgesehen davon, dass der Montageprozess oder auch das Schweißen ohne störende Grate besser gelingen.

Arbeitshandschuhe helfen je nach Größe der Grate nur bedingt. Weil heute niemand mehr Verletzungsrisiken akzeptiert, ist das Entgraten oft unumgänglich geworden.

Auch von scharfen Blechkanten gehen Gefahren aus. Selbst wenn die Teile innen liegend eingebaut werden, kann sich z.B. eine Druckluftleitung oder ein Kabel an einer Kante aufscheuern. In einem anderen Fall ging es um Laborhandschuhe, die beim Hantieren nicht an scharfen Blechkanten verletzt werden durften.  Solche Risiken lassen sich ausschließen, wenn man die Kanten verrundet. Auch diese Aufgabe übernimmt eine Entgratmaschine.

3. Situation: Gefahr von Produkthaftung

Eine weitere unangenehme Eigenschaft der Grate: Sie können sich unkontrolliert und zu einem unpassenden Zeitpunkt lösen. Dann besteht die Gefahr, dass sie das Endprodukt beschädigen. Sogar sicherheitsrelevante Funktionen haben Grate schon beeinträchtigt. Für die Hersteller bedeutet das: Sie haften für Schäden und müssen möglicherweise sogar einen Produktrückruf starten. Das ist wesentlich teurer als das Entgraten.

4. Situation: Störungen beim Lackieren

Beim Pulverlackieren oder der Kathodischen Tauchlackierung bedient man sich eines elektrischen Feldes. Scharfe Grate führen dazu, dass sich die Feldlinien bei der Lackabscheidung auf diese spitzen Punkte wie auf einen Blitzableiter konzentrieren. An diesen Stellen findet dann eine unkontrollierte Abscheidung des Lacks statt.

Außerdem neigen flüssige Beschichtungsmaterialen, aber auch Pulverlacke, zur Kantenflucht. Das bedeutet: Während sich der Lack vernetzt, besteht die Gefahr, dass er sich über die scharfe Kante oder den Grat zurückzieht. Damit würde der Lack an dieser Stelle keine geschlossene Schicht bilden. Der Substratwerkstoff wäre ungeschützt dem Luftsauerstoff und anderen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Es entsteht Rost. Um die scharfen Blechkanten zu beseitigen, ist ein Kantenverrunden notwendig.

5. Situation: Schäden an verzinkten Blechteilen

Bei Zinküberzügen gibt es keine Kantenflucht, auch scharfe Ecken und Kanten werden mindestens so dick wie auf der Fläche verzinkt. Allerdings ist der Zinküberzug im unmittelbaren Kantenbereich gegen mechanische Belas­tungen oder Stöße deutlich empfindlicher als bei glatten Oberflächen. Die Folge: Verzinkte Bauteile sind bei der Kontrolle nach dem Zinkbad bzw. bei der Anlieferung auf die Bau­stelle in Ordnung. Doch nach der Montage oder kurz nach der Ingebrauchnahme tauchen Fehler an den Blechkanten auf. Schliffbilder zeigen: Je nach Stahlzusammen­setzung ist der Aufbau der Zinkschicht an scharfen Kanten deutlich gestört. Schon leicht verrundete Kanten zeigen beim identischen Stahl einen deutlich gleichmäßigeren Schichtaufbau. Aus diesem Grund verlangt auch zum Beispiel die Norm DIN EN 1090 für Stahlbauten, dass die Kanten der Blechteile mit einem Radius von mindestens 2 mm verrundet sind. Damit ist dann der Korrosionsschutz sichergestellt.

6. Situation: Schäden an den Werkzeugen

Grate können die Werkzeuge in nachgelagerten Prozessen beschädigen. Das betrifft Abkantwerkzeuge für das Umformen, Richtwalzen in Walzenrichtmaschinen oder Drehmeißel und andere Präzisionswerkzeuge in Zerspanungsprozessen. Der Grund: Grate sind einerseits hart, damit können sie in die Abkantwerkzeuge oder Richtwalzen hineindrücken. Auch können sie sich unkontrolliert zu einem beliebigen Zeitpunkt lösen und damit Schäden verursachen.


7. Situation: Zu hoher Werkzeugverschleiß

Werkzeuge sind teuer. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie weniger lang einsetzbar sind als erwartet. Für Abkantwerkzeuge gilt: Verursachen die Grate keine Schäden, erhöhen sie zumindest den Verschleiß. Dem kann man durch Entgraten entgegenwirken.

Zusatztipp

Um Bleche oder Blechteile maschinell zu entgraten, benötigt man nicht unbedingt eine eigene Entgratmaschine. Beim Lohnentgraten übernimmt ein spezialisiertes Unternehmen diese Aufgabe. Gute Anbieter sind auf schnelle Einsätze vorbereitet und verstehen sofort die Wünsche, welche die Produktion an die Blechkante hat. Die nötigen Anforderungen, der damit verbundene Aufwand und die Kosten stimmt der Lohnentgrater ab. Auch kümmert er sich um die Logistik. Transportschäden oder zusätzliche Verschmutzungen muss Ihr Lohnentgrater ausschließen.

Über ARKU
Das im Jahr 1928 gegründete Unternehmen ARKU Maschinenbau GmbH ist mit mehr als 50 Jahren Erfahrung Markt- und Technologieführer der Richttechnik. ARKU bietet eine sehr breit gefächerte Auswahl an Hochleistungs- und Präzisionsrichtmaschinen sowie Entgrat- und Verrundungsmaschinen. Seit neuestem kümmert sich ARKU auch um das Teilehandling für Richt- und Entgratmaschinen.

Mit seinem Hauptsitz in Baden-Baden, Deutschland, und ISO-zertifizierten Tochterunternehmen in Kunshan (China) und Cincinnati (USA) deckt das Unternehmen Märkte in rund 30 Ländern ab. ARKU bietet in den Richt- und Entgratzentren an den drei Standorten Lohnarbeiten mit hochmodernen und leistungsstarken Maschinen an.

Die Produktpalette umfasst Präzisionsricht- und Entgratmaschinen für Teile, Richtmaschinen für Coils, Querteilanlagen, Pressenvorschubanlagen und Bandvorbereitungsanlagen für Profilierer. Die ARKU Maschinen werden in der industriellen Blechverarbeitung eingesetzt. Von der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Möbelindustrie über Schiffbau, den Stahlbau und die Bahnindustrie bis hin zu Laser Job-Shops und Brennschneidbetriebe: ARKU liefert Entgrat- und Richtmaschinen in die ganze Welt.

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