"Projektierungs-Wissen": Der richtige Schneidprozess entscheidet!

Alte Brennschneidanlage - alt aber bezahlt - ist das die preiswerteste Art zu schneiden?

Alle Bemühungen um Wirtschaftlichkeit sind vergeblich, wenn das Schneidverfahren nicht passt!

Ein Zuschnitt ist nur dann wirtschaftlich, wenn er mit dem optimalen Instrument erzeugt wurde. Hierzu ein Beispiel aus der Praxis: In einem Unternehmen werkelte eine alte Brennschneidanlage mit einem Autogenkopf. Der Eigentümer versicherte uns, man könne keinesfalls preiswerter schneiden, da - und hier seine Gründe:

  1. Die alte Brennschneidanlage abgeschrieben sei,
  2. Autogenschneiden die geringsten Betriebskosten habe,
  3. er nur sehr wenig teuren Strom benötige, im Gegensatz zu Laser-, Wasserstrahl- oder Plasmaschneidanlagen,
  4. eine teure Filteranlage brauche er auch nicht
  5. und er in der Regel sowieso nur wenig gleiche Teile zu schneiden seien, so dass Mehrbrenneranlagen sich nicht lohnen würden.

Hat er Recht mit seiner Behauptung? Die Antwort lesen Sie weiter unten ...

Auswahlhilfe für das optimale Schneidverfahren

10 Kriterien für die Auswahl des Schneidprozesses

10 Fragen für die Auswahl des richtigen Schneidverfahrens

Die Auswertung der Aussagen lässt die Antwort transparent werden, wobei die Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit besitzt und wir hier lediglich einen Auszug bereit stellen:

  1. Was genau ist alles zu schneiden?
  2. Welche Güten, Materialien sind zu schneiden? 
  3. Welche Materialdickenbereiche sind mit der Anlage abzudecken?
  4. Welcher Durchsatz/Tonnage/Schnittmeter muss abgearbeitet werden?
  5. Wie wird die Auslastung der Anlage sein? 
  6. Welche Genauigkeiten sind gefordert? 
  7. Sind auch weitere Bearbeitungsschritte für Ihre Fertigung abdeckbar und sinnvoll?
  8. Welche Umweltmaßnahmen sind einzuhalten? 
  9. Neukauf oder Retrofitting (Modernisierung) einer bestehenden Schneidanlage - was lohnt sich eher?
  10. Sonstige Anforderungen an die Zuschnitte?

Dies ist eine Auswahl von Fragestellungen, die sinnvollerweise vor der Investition geklärt sein sollten oder aber im Verlauf einer Kostensenkungsmaßnahme in der Fertigung zu beantworten sind. Eine pauschale Antwort für nur ein einziges Schneidsystem gibt es nicht, denn jeder Schneidprozess hat seine Berechtigung und seine einzigartigen Eigenschaften. Da jedes Unternehmen andere Strukturen, andere Produkte, andere Kunden, andere Logistik, andere Abläufe etc. besitzt, erfordert dies immer eine individuelle Betrachtungsweise.

Als Hilfe bei der Planung sollte möglichst frühzeitig eine Kostenübersicht für das neue Produkt hinzugezogen werden.
Return-On-Investment-Berechnungen sind anders gar nicht denkbar. Will man im zukünftigen Markt wettbewerbsfähig bleiben, sollte man dafür sorgen, seine Schneidaufgaben optimal zu planen.

Die Kosten für die Schneidtechnik werden zum Teil von der Investition bestimmt, seinen Betriebskosten und darüber hinaus von weiteren Umfeldfaktoren. Wenn Sie Fragen dazu haben oder unsicher in Ihrer Wahl sind, sprechen Sie uns an: Kontakt ...

Die erarbeiteten Antworten gehören ebenfalls mit in das Lastenheft.

© Schneidforum Consulting, Solingen, Gerhard Hoffmann

Der Anwendungsfall entscheidet über den Schneidprozess!

Stahlschlüssel
Auf das Endprodukt kommt es an! Stahlschlüssel aus 2 mm S235 mit Qualitätsplasma geschnitten.

Nein, der Unternehmer hat sich geirrt - er verschenkte 25% seiner Marge, weil er zu teuer produzierte. Dabei war die Analyse und Betrachtung seines Material- und Dickenspektrums ausschlaggebend. Der Einkauf von Zuschnitten über externe Lieferanten war nicht möglich, da die Lieferzeiten für die Zuschnitte in der Regel bis zu zwei Wochen betrugen und dies sei zu lang für ihn, so der Unternehmer.


Sein Hauptblechdickenbereich verteilte sich wie folgt: 


  • Stahl von 3 bis 5mm, ca. 25%,
  • Stahl von 5 bis 15mm, ca. 50%
  • Stahl von 20 bis 40mm, ca. 20%

  • Stahl von 40 bis 80mm, 5%

Der Schwerpunkt seines Blechdickenspektrums lag im Bereich von 5 bis 25 mm Materialdicke. Daraus ableitend ergab sich als wirtschaftlichste Lösung für seinen Schneidbetrieb der Einsatz einer Plasmaschneidanlage mit entsprechend passendem Brenner.

Der Spruch "Alt aber bezahlt" stimmte in diesem Fall also nichtEine Wirtschaftlichkeitsberechnung ergab, dass er 25% zu teuer produzierte.


Wobei hierbei mit der Anzahl der Zuschnitte gerechnet wurde. Noch genauer wird die Analyse, wenn die tatsächlichen Schnittmeter, Innen- und Außenkonturen in Abhängigkeit der Tonnagen zugrunde gelegt werden. 
Die Kalkulation ergab, dass er seine Fertigungskosten um im Minimum 25 % senken könnte, wenn er eine kombinierte Plasma-, Autogenschneidanlage einsetzen würde, da sein Hauptanwendungsgebiet im klassischen Plasmabereich lag. 

In dem Fall bestand sein Fehler darin, dass der ausgesuchte Prozess Autogenschneiden zwar preiswert zu sein schien, keine Investition erforderlich war, aber keinesfalls eine befriedigende Lösung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit erreichte.

Plasmaschneiden, so konnten wir belegen, ist wesentlich wirtschaftlicher im unteren Blechdickenbereich von 3 bis ca. 35 mm im Bezug auf das Autogenschneiden. 


Plasma, Autogen, Wasserstrahl, Laser oder Kombinationen - was ist das beste Schneidverfahren für unsere Fertigung?

Dies ist die elementare Frage, wenn man die optimale Wirtschaftlichkeit im Schneidbetrieb verfolgt. Die Antwort findet man in der qualitativen und quantitativen Beurteilung des Istzustands.

Der hier vorgestellte Fragenkatalog hilft bei der Klärung.

Zuallererst ist es sinnvoll, sich einen umfassenden Überblick über die Schneidtechniken zu verschaffen, deren Vor- und Nachteile und Einsatzfelder zu kennen. Gebündelte Informationen dazu findet man im Wissensportal des Schneidforums. Danach beginnt die eigentliche Arbeit: die Analyse des Istzustands,“ erläutert Dipl.-Ingenieur Hoffmann.


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