Richten von Brennteilen

Hydraulische Presse beim richten eines krummen Bleches
Richten mit der hydraulischen Presse

Doch wer beispielsweise ein Brennteil mit 4.000 mm x 8.000 mm Größe und 150 mm Dicke im Wert von 20.000 € oder mehr auszuliefern hat, der will, um spätere Reklamationen zu vermeiden, sich bemühen, ein ebenes gerades Teil herzustellen.

Das Richten hat aber noch einen weiteren Vorteil und der liegt in den Folgekosten der weiteren Bearbeitung. Material in das thermische Spannungen eingebracht wurden, lässt sich schlechter kanten, biegen, was beim Verschweißen zum Ausbeulen führen kann. Diese Nebenwirkungen sind unerwünscht und kosten in der Nacharbeit Zeit und damit Kosten. Der Richtprozeß kann im Material zu einer Entspannung führen, die in den nachfolgenden Bearbeitungsprozessen Kosten einspart.

 

Die drei Richtmethoden für thermisch verbogene Zuschnitte:

  • Flammrichten
  • Hydraulische Presse
  • Walzenrichten

 

Richtmethode: Flammrichten

Manche Lohnschneider beherrschen das Richten mit der Flamme, das sogenannte Flammrichten. Andere Unternehmen richten die krummen Teile mit Hilfe einer hydraulischen Richtpresse.

Ab einer gewissen Blechdicke scheint dies die einzige Möglichkeit zu sein, auch wenn sie viel Zeit kostet und das Ergebnis von der Erfahrung der Werker abhängig ist.

 

Richtmethode: Hydraulische Presse

Beim Pressen mit der Richtpresse wird ein punktueller Druck zur Kompensation der Verspannung ausgeübt, der wiederum zu weiteren Spannungen führt bzw. andere innere Spannungen frei gibt.

Das zu richtende Teil kann sich an anderer Stelle wieder deformieren, so dass der Vorgang von neuem beginnt – das kann dauern. Berücksichtigt man noch den Umstand, dass es sich um große tonnenschwere Teile handeln kann, die nur mühselig und gefahrvoll zu bewegen sind, wird schnell deutlich wo die Kosten und Risiken hingehen.

Um so bedeutungsvoller ist hier die Kompetenz der Fachkraft gefragt.

Und eines sei klar gestellt - ist das Material zu dick für eine Walzenrichtmaschine/Walzenrichtanlage, gibt es oftmals außer Flammrichten keine weitere Alternative. In sofern stellt das Richten mit Hilfe der hydraulischen Richtpresse oder der Flamme einen zum Teil unverzichtbaren Folgeprozess dar.

 

Richtmethode: Walzenrichten

Teile aus dünnerem Material hingegen lassen sich mit Hilfe von Walzenrichtmaschinen einfacher und schneller richten. Systeme bis 50mm Materialdicke existieren bereits.

Beim Walzenrichten wird durch eine Reihe von Wechselbiegungen das Material so umgeformt, dass es am Ende eben ist. Diese Wechselbiegungen werden durch obere und untere Walzen erreicht, die in einem Walzenblock zusammengefasst sind und Druck auf das Material ausüben. Dabei entscheidet der Abstand zwischen der oberen und der unteren Walzenebene, der sich im fortschreitenden Verlauf ändert und als Richtspalt bezeichnet wird, über den Grad der gewünschten Ebenheit. Ebenfalls von Bedeutung ist die Anzahl der Wellenpaare sowie die Regelung und das Maschinenbett mitsamt seiner Hydraulik. Man kann die Wechselbiegung mit einer auslaufenden Sinuswelle vergleichen, die vertikalen Walzenabstände nehmen zum Ende der Maschine hin ab.

Es gilt je dünner das Material ist, desto mehr Walzen sind erforderlich. Experten empfehlen bei dünnem Material min. 11 bis 13 Walzen in Längsrichtung, während das Richten bei dickem Material schon ab 5 Walzen funktionieren soll.

Materialdicken bis 50mm und Teilebreiten von bis zu 2m sind möglich. Die Vorschubgeschwindigkeiten mancher Systeme reichen von 3 bis 12m/min, je nach Materialdicke und Verwerfung.

 

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