Wasserbrenntisch für thermische Aufgaben vs. Trockenschneidtisch

Plasmabrenner-Zuschnitt einer Stahltafel auf einem Wasserschneidtisch
Wasserschneidtisch mit 260A-Plasmabrenner im Dickblech

Für Lohnschneider und Vielanwender stellt sich häufig die Frage nach der Tischart, wenn in eine neue Schneidanlage investiert werden soll. Beide Systeme - Wasserbrenntisch ebenso wie der Trockentisch - besitzen ihre Vor- und Nachteile, beide Systeme haben ihre Berechtigung und ihre Befürworter und Kritiker. Es gibt einige wenige Anwendungen, da stellt sich diese Frage nicht, beispielsweise wenn die Aufgabenstellung Wasser generell ausschließt oder im Gegenzug, Wasser die Lösung eines Problems liefert beispielsweise für Dickblech-Edelstahlanwender. In diesem Blog diskutieren wir das Für und Wider aus verschiedenen Blickwinkeln. Viel Freude beim lesen.

 

Anforderungen an einen Wasserbrennschneidtisch für thermischen Zuschnitt

Für manche Anwender kann sich der Einsatz eines Wasserbrenntisches lohnen. Dabei beziehen wir uns auf den Einsatz des Tisches bei thermischen Schneidverfahren, bei dem anstelle des typischen und bewährten Trockentisches ein Wasserbett als Materialträger eingesetzt werden soll. Wir beginnen damit, die Anforderungen an einen Wasserbrenntisch zu definieren indem wir die Möglichkeiten, die Baugruppen-Optionen eines Wasserbrenntisches aufführen: 

1. Flexibler Wasserspiegel

In manchen Anwendungen empfiehlt es sich, wenn der Wasserbrenntisch einen heb- und senkbaren Wasserspiegel besitzt, um sich auf verschiedene Schneidaufgaben und Materialdicken schnell und besser einstellen zu können. Diese Hubfunktion sollte relativ zügig von statten gehen, lange Wartezeiten für das Justieren des Wasserpegels sind zu vermeiden, wenn die Wechsel häufig benötigt werden sollten. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, wie der Hersteller das Heben und Senken realisiert - Hauptsache, es ist möglich.

2. Austragung und Automatisierbarkeit

Damit vor allem kleine Teile, die nach dem Zuschnitt in den Tisch gefallen sind, wieder leicht entnommen werden können, sollte der Wasserbrenntisch entweder nicht sehr tief sein, so dass man mit der Hand oder einer geeigneten Zange leicht an die Teile heran kommt oder - und dies ist die bessere Lösung - einen geeigneten Austragsförderer besitzen, der die Teile wieder ans Licht bringt und am besten den Schrott und die Schlacke gleich mitbefördert. Über Schikanen können die Teile separiert werden, so dass die Schlacke gleich in die eine Wanne fällt und die Gutteile in die andere.

Ein Wasserbrenntisch sollte eine mögliche Automatisierbarkeit durch einen Austragsförderer besitzen um Stillstandzeiten zu reduzieren und Auslastungen zu erhöhen und Wartungskosten zu reduzieren. Gleiches gilt aber auch für den Trockentisch.

3. Materialauflagen

Wasserbrenntische, und dies gilt in gleicher Weise auch für Trockentische, sollten einfach herausnehmbare Gitterroste besitzen, so dass die Materialstreben wie beim Trockenbrenntisch, ein leicht zu wechselndes Verschleißteil darstellen. Materialauflagen können aus selber herstellbaren Blechstreifen bestehen oder aus dafür geeigneten Lichtgittern.  Die Blechlamellen haben sich in der Praxis durchgesetzt. Dabei ist auf einen geeigneten Abstand zu achten - ist dieser zu groß, fallen viele Gutteile in den Tisch oder verkanten sich und führen zu Kollisionen. Ist der Abstand zu klein gewählt, kann es zu viele  Kontaktpunkte des Schneidgutes mit den Materialstreben kommen, die zu unschönen Oberflächenbeschädigungen der Gutteile führen. Also gilt, immer nur so wenig Auflagestreben einsetzen, wie es für den Auftrag, die Teilegröße und das Materialgewicht erforderlich ist. Die Streben sollten schräg oder gebogen angeordnet sein, damit es möglichst wenig Kontaktpunkte zum Schneidgut gibt.   

4. Obenabsaugung, optional

Sinnvoll beim Wasserbrenntisch (dies gilt auch bei einem Trockenbrenntisch) ist eine zusätzliche Absaugung, die den Staub oben am Brenner erfasst, der bei jedem Lochstechen entsteht. Denn beim Lochstechen funktioniert KEINE Absaugung, weil das Material noch nicht nach unten entweichen kann, sondern zurück geschleudert wird. Diese Staubart kann durch eine optionale Obenabsaugung erfasst werden. Doch weitaus kritischer als beim Trockentisch sind die nitrosen Gase, die Stickoxide, die sich unterhalb der Blechtafel ansammeln und an den Seiten des Bleches hervortreten. Diese Gase erfasst man am besten über eine mitfahrende Oben- oder Seitenabsaugung oder saugt die Maschineneinhausung komplett ab, je nach Modell. 

5. Ausstattungsmerkmale

Nützlich können folgende Ausstattungsmerkmale bei Wasserbrenntischen sein:

  • Ein Filtersystem, dass das Beckenwasser automatisch reinigt.
  • Eine interne Heizung im Wasserbecken, die das Wasser im Winter vor dem Einfrieren bewahrt, falls die Temperatur in der Halle unter Null Grad fällt, was im Stahlhandel und bei Lohnbetrieben durchaus passieren kann.
  • Ein guter Korrosionsschutz, damit das Wasserbecken auch nach 15 Betriebsjahren dicht bleibt.

 

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