Praxisbericht bei Filteranlagen: Ein Erfahrungsbericht!

Trockentisch mit verdreckten Materialauflagen
Trockentisch mit Kammerabsaugung und einem übervollen Absaugtisch mit verdreckten Auflagen - hier kann die Absaugung kaum noch vernünftig arbeiten!

Wir haben viele Filteranlagen in Betrieben gesehen, die nicht mehr voll funktionsfähig waren. Obwohl dies zu Beginn des Betriebs sicher anders aussah und auch vom Unternehmer und dem Filterlieferanten anders gedacht war. Über den Sinn und die wichtige Bedeutung von Filteranlagen beim thermischen Schneiden wurde ausführlich in den Kapiteln zuvor berichtet. Doch leider führt in nicht wenigen Unternehmen der betriebliche Alltag mit seinen engen Terminvorgaben dazu, dass der Filter schon mal als das letzte Glied in der Kette zu kurz kommt. Wichtige Wartungen und Instandsetzungen fallen schon mal unter den Hammer der Auslastung und folgende Resultate stellen sich über kurz oder lang ein.

 

 

Was kann die Ursache für diesen Zustand sein?

  • Trockentische, die den anfallenden Staub vernünftig erfassen sollen, benötigen Pflege. Aus Zeitgründen, so zeigt die Praxis, wird in nicht selten der Schneidtisch viel zu spät gereinigt und nur selten gewartet. Sieht der Schneidtisch so aus, wie im Bild nutzt der beste Filter auch nicht mehr viel.
  • Bei den häufig eingesetzten Kammerabsaugungen kommt es vor, dass einzelne Kammern/Klappen klemmen oder mangels Wartung nicht mehr richtig schliessen und so für Saugverluste der Filteranlage sorgen. Ein schleichender Prozess, der häufig gar nicht oder viel zu spät bemerkt wird. Auch hierbei hat der Filter kaum eine Chance im ordentlichen Betriebspunkt zu arbeiten.
  • Bei schnellen Brennvorgängen, z.B. einem Längsschnitt beim Besäumen von Blechtafeln, fällt in kurzer Zeit viel Schneidstaub im Tisch an. Besitzt der Brenntisch ein Kammerabsaugsystem, so werden nun in Abhängigkeit der Position der Portalachse mehrere Absaugkammern im Übergang gleichzeitig geöffnet. Kann sich der erforderliche Luftstrom nicht schnell genug aufbauen, so wird der Brennstaub nicht ausreichend erfasst.
  • Ein zu schwach ausgelegtes Filtersystem haben wir vereinzelt in der Praxis angetroffen. Ist der Filter zu klein ausgelegt worden, dann arbeitet die Kammerabsaugung später nicht einwandfrei und betriebssicher. Die Halle verschmutzt langsam aber deutlich.
  • In Brennschneidtischen werden Leitbleche und Versteifungsbleche eingesetzt, die dafür sorgen, dass genau an diesen Stellen ein Rückwurf des Plasmastaubes erfolgt. Sind diese Bleche dann noch stark verdreckt (siehe Foto), so kann der Luftstrom nicht mehr sauber und komplett erfasst werden. Ein Großteil der Gase wird in den Raum zurück geworfen. Hier nutzt der beste Filter nichts mehr.
  • Absaugschläuche werden im Laufe der Zeit porös oder reißen - wer kümmert sich im Betrieb darum und wer bemerkt diesen Zerfallsprozess? Die Saugleistung geht schleichend unbemerkt verloren.
  • Füllen sich die Brenntische mit Schrottmaterial, so nimmt die Absaugeffizienz, d.h. die Stauberfassung bei vielen Systemen kontinuierlich ab.
  • Das leidige Thema mit den Ersatzteilkosten und dem Wartungsaufwand: Je nach Modell kann ein Satz Patronenfilter ins Geld gehen, das in manchen Fällen gerne vom Betreiber eingespart wird. Wir sind bereits auf "leere" Filtersysteme gestossen, die zwar absaugten und die Halle effektiv evakuierten, doch den Staub nicht mehr abreinigten. Das ist nicht im Sinne des Erfinders.
  • Schon angetroffen: Die Brennschneidmaschine hat im Laufe der Jahre "Zuwachs" bekommen, nachträglich wurde ein weiterer Plasmabrenner installiert. Dieser zusätzliche Plasmabrenner pumpt jedoch seinerseits eine ordentliche Menge an Staub und Gasen zusätzlich in den Tisch, von denen beim Kauf der Anlage niemand etwas ahnte. Ergebnis: Da die Filteranlage dafür ursprünglich nicht ausgelegt war, kann sie diese Luftmenge nicht erfassen, ist damit überfordert und schafft die Evakuierung des Brenntisches nicht mehr effektiv.
  • Falsche Patronen führen zu kurzen Laufzeiten. Falsche Patronen setzen sich schneller zu, besitzen keine ausreichende Precutierung, haben zu geringe Festigkeiten, zu kleine Oberflächen, etc. Bei falschen Patronen funktioniert die Abreinigung nicht, wie sie sollte. Die Stauberfassung und der Reinigungsgrad sind gering. Die Lebensdauer ist es nicht selten auch. Es empfiehlt sich daher immer der vorschriftsmässige Einsatz richtiger Ersatz- und Verschleißteile.
  • Thema Filter-Auslegung: Zur Filterauslegung gehört auch die Kalkulation des potentiell anfallenden Staubes im Vollschichtbetrieb bei hoher Auslastung. Es kommt vor, dass der Staubsammelbehälter zu klein ausgelegt wurde und dieser dann stündlich ausgeleert werden muss. Diese vorher nicht eingeplante Wartungsarbeit unterbricht und stört den Fertigungsprozess, so dass in der Konsequenz eine "unkonventionelle" Lösung gefunden werden muss. Diese besteht nicht selten darin, dass irgendwelche Plastiktüten oder Auffangsäcke am Staubausgang befestigt werden, die gar nicht dafür geschaffen waren, aber dafür mehr Volumen bieten sollen.
    Auch der Staubsammelbehälter muss daher die richtige Größe passend zum Umfang der Schneidarbeiten besitzen und leicht handhabbar sein. Dinge, die kompliziert sind, weiss der Mensch gerne zu vermeiden. Will man also einen störungsfreien Betrieb der Stauberfassung sicherstellen, muss auch an das Handling des Abfalls gedacht werden.

Nachlässigkeit stirbt aus

Bei einem Trockenbrenntisch mit Filtersystem sollte nicht am falschen Ende gespart werden - stimmt die Auslegung des Filters, der Luftmenge, des Differenzdruckes, des Patronenfiltermaterials etc. nicht 100%ig, so kann es später zu Problemen und schmutzigen Hallen führen und natürlich zu erhöhten Staubbelastungen am Arbeitsplatz.

Regelmässige Wartung der Anlage und ein sauberes Arbeiten sind ebenso von hoher Bedeutung für einen störungsfreien Betrieb.

Übrigens auch bei Wasserbrenntischen empfiehlt sich der Einsatz eines dafür geeigneten Filtersystems, um die aus dem Wasser aufsteigenden Gase zu evakuieren.

Wie gut, dass die hier aufgezeigten Negativbeispiele immer seltener anzutreffen sind - ja mehr noch, so etwas kann es doch in einer Industrienation gar nicht wirklich geben, man könnte meinen, wir hätten uns diese Fälle nur ausgedacht,   - und aus heutiger Sicht rufen derartige Negativbeispiele eher ein Stirnrunzeln hervor.

Sorgfältig planende Unternehmen gehen auch mit Filteranlagen, Brenntischen und den erforderlichen Wartungen vorbildlich um und zeigen Verantwortung für die Mitarbeiter und die Umwelt.

 

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