5. Gestaltungsfunktion der Mitarbeiter

Bild 13: Gestaltungsfunktion der Mitarbeiter Industrie 4.0
Bild 13: Gestaltungsfunktion der Mitarbeiter Industrie 4.0

Auch die vernetzte, smarte schneidtechnische Fertigung (die in großen Teilen automatisiert und autonom abläuft) wird durch die Mitarbeiter auf den verschiedenen Funktions- und Qualifikationsebenen aktiv mitgestaltet. Dabei ist es Aufgabe der fertigungsnahen Führungskräfte diese aktive Mitgestaltung der Mitarbeiter geltend zu machen und sie zu ermöglichen.

Es sind zwei Szenarien denkbar: ein ausschließliches Automatisierungsszenario mit einer vollständigen Autonomie der Fertigung und ein aktives Expertenszenario, das für Mitarbeiter Schnittstellen öffnet, Assistenzsysteme installiert und Verantwortung für das Fertigungsergebnis festlegt. Bild 13 zeigt den Entscheidungspfad: nach der Vernetzung kann zum einen eine rein autonome Fertigung und zum anderen eine durch Experten und Assistenzsysteme getragene Fertigung durchgeführt werden /29/. Die genannte Aufgabe der fertigungsnahen Führungskräfte umfasst dabei die Festlegung der Anteile an Automatisierung und an Experteneinsatz.

Grundsätzlich wird die schneidtechnische Fertigung (unabhängig davon, ob sie automatisiert oder vernetzt durchgeführt wird) stärker durch Daten und Informationen bestimmt als bisher. Für Werker / Maschinenbediener kann eine zunehmende kognitive Belastung und verstärkte Kollaboration mit Assistenzsystemen angenommen werden. Für Meister werden sich weiter zunehmend Entscheidungs- und Problemlösungsaufgaben ergeben. Für die bereits genannten fertigungssnahen Führungskräfte und Aufsichtspersonen ergeben sich weiter zunehmende Aufgaben in der Daten- und Informationssteuerung.

Eine weitergefasste Betrachtung zu den Veränderungen in der schneidtechnischen Fertigung zieht auch die Konstruktion, die Fertigungsplanung, die Instandhaltung und Wartung, die Fertigungsaufsicht, die Prüfaufsicht und das Prüfpersonal, die Werkseigene Produktionskontrolle und die Auditierung von Prozessen und Managementsystemen in die Überlegungen mit ein.

Insgesamt wird sich die hier beschriebene Entwicklung der schneidtechnischen Fertigung zu einer vernetzten, smarten Fertigung auch in der Aus- und Weiterbildung - auf allen Funktions- und Qualifikationsstufen - auswirken. Der Grundsatz in der Aus- und Weiterbildung wird zukünftig lauten: vernetzt arbeiten – vernetzt lernen. Die bereits existierenden Konzepte für ein kontinuierliches lebensbegleitendes Lernen werden dazu auch in der Schneidtechnik konsequent eingesetzt und erweitert werden müssen.

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