Wirtschaftlichkeit der Schneidverfahren

Tabelle mit Schneiddatenvergleich
Gegenüberstellung der Eigenschaften der Schneidverfahren: Plasma-, Autogen-, Laser-, Wasserstrahlschneiden: Stand 2008

Plasmaschneiden - das wirtschaftlichste Trennverfahren?

Plasmaschneiden gilt tatsächlich als eines der wirtschaftlichsten Trennverfahren, doch gilt dies nur für bestimmte Blechdickenbereiche und bei bestimmten Randbedingungen. Ein moderner Plasmabrenner schneidet bis ca. 35mm Blechdicke günstiger, als drei Acetylen-Autogenbrenner dies vermögen. Aussage basierend für einen 2D-Senkrechtschnitt, die 2008 auf dem Deutschen Brennschneidtag® den Kongressteilnehmern vorgestellt wurde. Laser, insbesondere der neue Faser-Laser gelten im Dünnblechbereich bis 6mm als das wirtschaftlichste Trennverfahren. Autogenes Brennschneiden ist bei unlegiertem Material dicker als 50mm das wirtschaftlichste Trennverfahren. Wobei bei all diesen Aussagen die Randbedingung "Nachbearbeitung" außer Acht gelassen wurde. Betrachtet man hingegen Zuschnitte, die nachbearbeitungsfrei von der Maschine geliefert werden, so kommt als viertes Verfahren das Wasserstrahlschneiden ins Spiel und alle Berechnungen müssten aufgrund der Einbringung dieser neuen Randbedingung erneut kalkuliert werden. Was wir an dieser Stelle jedoch ausschliessen. Wir gehen in unserem Rechenbeispiel von klassischen Brennteilen aus, die entweder irgendwo eingeschweißt werden sollen oder einer mechanischen Nachbearbeitung unterzogen werden. Jedes Trennverfahren besitzt bestimmte Bereiche, in denen es ausnahmslos konkurrenzlos ist, z.B.:

  • Plasmaschneiden von 160mm dickem Edelstahl,
  • Autogenschneiden von 1.500mm dicken Stahl,
  • Wasserstrahlschneiden, wenn der Schnitt verzugsfreie und ohne Aufhärtung erfolgen soll oder nachbearbeitungsfrei
  • Wasserstrahlschneiden von Verbundstoffen, Kunstoffen, Glas, Stein, Granit, Lebensmittel etc.
  • Laserschneiden von Dünnblech, wenn es extrem schnell und nachbearbeitungsarm sein soll oder besonders genau

Häufig werden wir gefragt, "was ist das beste Schneidverfahren?"

Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, denn zunächst gilt es zu klären, was man unter dem "Besten" versteht? Und je nach Schneidaufgabe eignet sich ein bestimmtes Verfahren am sinnvollsten.
Kein Verfahren kann als einzig Richtiges angesetzt werden, sondern alle Schneidverfahren haben ihre Berechtigungen, ihre speziellen Einsatzgebiete, Stärken und Schwächen, Vor- und Nachteile und individuelle Kostenstrukturen.

 

 

Wirtschaftlich arbeiten bedeutet auch, für jeden Nagel den passenden Hammer zu benutzen!

Zange schlägt auf Nagel
Das richtige Werkzeug immer zur Hand oder ein Risiko entsteht

Mit dem Hifas®-Kostenrechner erhalten Sie sehr schnell Überblick, was 1 Schnittmeter im Bezug auf die verschiedenen Schneidverfahren kostet. Die Werte, die der HIFAS®-Rechner liefert, basieren auf den Tabellen-Angaben der Schneidwerkzeughersteller, wobei Durchschnittswerte verschiedener Hersteller zu Grund gelegt wurden. Die dort angezeigten Preise weichen zum Teil erheblich von den hier in der Tabelle aufgeführten Werten ab. Die Ursache für andere Werte liegen in anderen Randbedingungen, Auslastungen, Abschreibungskosten, Brennertypen, Einstellwerten, Genauigkeitsforderungen etc.

Grundsätzlich gilt: Es ist unmöglich einen einzigen allgemein gültigen Wert für die Schnittkosten anzugeben, wenn die Randbedingungen individuell verschieden sind.

Die Schnittkosten sind immer von vielen Parametern abhängig. Auch bei der Auswahl einer Schneidanlage kann der Maschinenhersteller nur dann Schnittkosten benennen, wenn er alle Randbedingungen kennt oder selber eigene Werte als Vorgabe einsetzt.
Weicht die Realität dann von den Annahmen und Randbedingungen ab, erhalten Sie auch andere Schnittkosten. Anbei finden Sie eine tabellarische Darstellung der Schneidverfahren im Vergleich zueinander mit einer groben Klassifizierung sowie einer approximierten Schneiddaten-Kosten-Vergleichstabelle. Diese Tabelle dient einzig als Orientierung und zur Übersicht und ist ohne Gewähr.

"Doch woher weiss ich, ob wir wirtschaftlich produzieren?"

1. Informieren Sie sich neutral und unabhängig. Lesen Sie die entsprechenden Berichte über Betriebskosten und Wirtschaftlichkeit hier auf dieser Webseite.

2. Checken Sie die Marktpreise. Lassen Sie Teile testweise auch bei Profis schneiden, um einen realen Vergleich zu erhalten.

3. Sorgen Sie für eine echte Kostenerfassung, die auftrags- oder noch besser teilebezogen die tatsächlichen Produktionskosten ermitteln kann. Sie sind nicht allein, wenn Ihr Unternehmen das nicht kann - leider. Stand 2017 - die meisten Schneidbetriebe können hierzu keine genaue Aussage treffen. Industrie 4.0 ade. Doch das ist nun mal die Praxis. Die Kosten werden meist allgemein erfasst, so dass man bestenfalls sagen kann, welche Kosten in welcher Abteilung, manchmal sogar bei welcher Maschine aufgelaufen sind. Doch viel weiter geht die Erfassung und die Auswertung meistens nicht. Hierzu sollten Sie - so unser Rat - externe Hilfe in Anspruch nehmen und Berater aufsuchen, die Ihnen neutral helfen, eine vernünftige Kostenerfassung mit ERP-Anbindung und Produktionsplanung und MES aufzubauen.

4. Nutzen Sie das Forum, wenn Sie Fragen und Zweifel haben. Lassen Sie sich helfen und vergessen Sie nicht, auch mal anderen zu helfen, wenn Ihnen geholfen wurde.

5. und zum Schluss - das WICHTIGSTE: Legen Sie Scheuklappen ab und seien Sie so offen, wie möglich. Ich kenne keine Branche, die mehr Angst vor Abguckerei besitzt, wie die Schneidbranche. "Wenn der xy sieht, wie wir produzieren, dann kann er das auch und klaut uns am Ende noch die Kunden" - diesen beispielhaften Satz höre ich oft in unserer Branche - kommt er Ihnen bekannt vor? 
Das dieses Abschottungsdenken führt am Ende zur Absonderung und zur Isolation und behindert Wachstum. Die Stärke der Deutschen Industrie ist ihre Offenheit - nicht der Rückzug. In der Gemeinschaft und der Offenheit liegt die Stärke. Darum nutzen Sie diese Community, die sich an jedem Deutschen Schneidkongress® zusammensetzt und kommen Sie nach Essen. Gemeinsam lernen, gemeinsam erfahren, gemeinsam wissen und daraus eigene Wege gehen ist ein gesundes Prinzip. Die entscheidenen Themen der Weichenstellung für die Zukunft sind die Anarbeitung und Industrie 4.0, durch die sich in Zukunft die Anbieter mehr und mehr unterscheiden werden. Steigen Sie auf diesen Zug auf und seien Sie vorne mit dabei.