"Projektierungs-Wissen": Das Lastenheft

Auf das Endprodukt kommt es an! Präzises Laserteil aus Edelstahl.

Planungs- und Projektierungshilfe für Schneidanlagen/ Brennschneid-maschinen/ Laser- und Wasserstrahl-schneidanlagen

Das Lastenheft ist eine hilfreiche Planungs- und Projektierungshilfe für die Implementierung von Schneidanlagen/Brennschneidmaschinen/Laser- und Wasserstrahlschneidanlagen"

 

Aussagekraft mancher Angebote könnte präziser sein!

Häufig beziehen sich die in Angeboten enthaltenen Zahlen und technischen Aussagen der Anbietenden auf Allgemeinplätze, beispielsweise werden die beigestellten Fremdkompontenen, wie dem Plasmabrenner, dem Filter, der Pumpe oder der Software bis ins Detail technisch beschrieben, was sicherlich gut und nützlich ist. Und da viele Komponenten identisch sind, sehen auch die Angebote auf den ersten Blick gleich aus. Doch nicht selten kommt dabei die Beschreibung der eigentlichen Schneidmaschine im Hinblick auf ihre Tauglichkeit für den geplanten Einsatz beim Anwender zu kurz.

Anwender fragen sich beispielsweise, ob eine 300 Ampere Plasmastromqelle generell ausreichend sei für einen wirtschaftlichen Zuschnitt? Der 300 A Schneidstrom wird zwar im Angebot angegeben, doch mit keiner Silbe wird erwähnt, welche Schneiddaten und Schneidkosten und Schnittqualitäten man mit diesem Strom erzielt. Somit kann der Kunde dank solcherlei Angaben nicht wirklich Angebote vergleichen, er glaubt viele Zahlen in den Händen zu halten, doch in Wirklichkeit wurde nur wenig konkretes im Bezug zu seiner Aufgabe im Angebot ausgesagt.

Werden wichtige technische Details nicht präzise benannt, so hat der Käufer wenig Planungssicherheit.

Somit bleibt eine Lücke in der Planungssicherheit, am Ende treffen subjektive Eindrücke die Entscheidung oftmals nach dem Muster:

  • wer hat den besten Preis,
  • wer war der netteste Verkäufer,
  • welche Hersteller besitzt die scheinbar beste Reputation,
  • wer liefert am schnellsten,
  • wer sitzt am nächsten,
  • was nutzt mein Wettbewerber für ein Modell,
  • etc.


Wenn man nicht weiss, wonach man sucht, kann man es nicht finden - hat man es gefunden, weiss man nicht, wozu es da ist. Erst wenn man weiss, wonach man suchen muss, stellt man die richtigen Fragen.

Genau an dieser Stelle setzt das Lastenheft ein. Dies ist nach DIN 69905 (veraltet, bis 1997 gültig) bzw. aktuell nach DIN 69901-Teil 1 bis Teil 5 definiert und kann beim Beuth-Verlag bezogen werden.

 

Übrigens: Auch Maschinenhersteller lesen diese Zeilen mit dem Ergebnis: Wir konnten feststellen, dass immer mehr Angebote präziser werden, immer mehr Hersteller stellen sich auf die Kundenbedürfnisse ein und beschreiben ihre Anlagen im Hinblick auf den geplanten Einsatz. Dies ist eine gute Entwicklung, wenn die Qualität und die Transparenz steigen und das Schneidforum einen Standard anheben konnte zum Wohle aller Beteiligten in der Schneidindustrie dann hat das Schneidforum sein Ziel erfüllt. 

 

Das Schneidforum Lastenheft

Das Schneidforum Lastenheft unterscheidet sich von der allge. DIN, da es speziell auf die Bedürfnisse von Schneidanlagen angepasst wurde und mit den Erfahrungen des Netzwerks seit 2008 verschmolzen ist. Es enthält über 100 qualitative Kriterien, auf die Anwender nicht verzichten sollten.

Das Schneidforum-Lastenheft umfasst:

  • Unterstützung bei der Projektierung einer Schneidanlage
  • Es fordert spezielle technische Detailaussagen und Fakten vom Maschinenlieferanten, die es dem Maschinen-Einkäufer erlauben, seine Entscheidung auf einer besseren Planungsgrundlage zu treffen
  • Ausserdem unterstützt es durch weitreichende Kriterien bei der Implementierung des Schneidsystems
  • Es kann auf potentielle Schwachstellen hinweisen
  • Es berücksichtigt zukünftige Sachverhalte und definiert diese
  • Es betrachtet auch Wartungs- und Garantieleistungen
  • Es umfasst die Projektabwicklungen durch Milestones und Projektmanagementtools, so dass die Abwicklung mit Hilfe des Schneidforum-Lastenheftes hilft, Reibungsverluste zu reduzieren
  • Es basiert auf einer Win-Win-Situation indem es den Lieferanten ein umfangreicheres Bild der Aufgabenstellung liefert und ihm aufzeigt, was dem Besteller wichtig ist

Welchen Nutzen hat der Verbraucher vom Lastenheft?

  • Die Erstellung eines eigenen Lastenhefts führt zu einer Präzisierung des geplanten Einsatzes. Dabei werden dem Ersteller der Unterlage auch seine Randbedingungen und andere Details bewusst.
  • Das Lastenheft unterstützt auch bei der Planung und bei der Projektabwicklung. Unterstützung beim Projektierungsablauf bis zur Inbetriebnahme und führt zu weniger Reibungsverlusten.
  • Zugleich dient das Lastenheft auch als Grundlage beim Einholen von Angeboten. Bessere Planungsgrundlage auf Basis technischer Zahlen.
  • Aufdeckung versteckter Kosten durch höhere Kostentransparenz.
  • Ausserdem vermag es Schwächen eines Angebots im Bezug auf den geplanten Einsatz aufzudecken und zeigt damit an, wo weitere Aufklärung oder Nachfassen konkret erforderlich sind. Fokussierung beim Einkauf auf die technische Ausführung der Schneidanlage, durch diese Qualitätsfokussierung kann sich auch eine bessere Wirtschaftlichkeit der Anlage nachhaltig ergeben (kausaler Zusammenhang: Ist notwendig, aber nicht hinreichend!)
  • Darüber hinaus zeigt ein gutes Lastenheft dem Maschinenhersteller ein besseres Abbild der gewünschten Aufgabenstellung und der Randbedingungen an und unterstützt so bei der Projektabwicklung, somit ergibt sich eine Win-Win-Situation von der beide Seiten profitieren können.

Konkret umfasst ein solches Heft die technischen und inhaltlichen Vorgaben, die an die Anlage/Maschine/Software gestellt werden. Das Lastenheft beschreibt, was an Funktionalität von einer Anlage, einem Gerät oder System gefordert wird.

Das Lastenheft ist ein Dokument, das festhält, WAS der Anwender will und WIESO er es will.

Im Gegensatz zum Pflichtenheft muss es weder präzise noch vollständig detailliert sein. Es enthält aber alle wesentlichen Basisanforderungen und dient damit als Grundlage zur Einholung von Angeboten.