Flachbett und Rohr- Profilbearbeitung:

Eine CNC-Anlage besitzt häufig auch die Möglichkeit eine Tangenz-Achse anzusteuern, d.h. eine Drehbewegung interpolierent auszuführen. Mit einer CNC-Flachbettanlage können Flachmaterialien bearbeitet werden, man kann aber auch die Anlage konstruktiv so ausführen, dass die Werkzeuge den normalen Flachbettbereich verlassen und auf einen anderen Arbeitsbereich übersetzen, in dem ein Drehfutter mit tangentieller Ansteuerung ein Rohr oder ein Profil dreht, während die Schneidwerkzeuge ihre Arbeit verrichten.

Nachrüstung einer bestehenden Anlage:

Eine Nachrüstung ist nicht immer einfach, es empfiehlt sich auch hier, die Anlage vorher so zu planen und wenigstens für eine spätere Nachrüstung vorzubereiten. Zumal auch die Verlängerung einer Portalachse nachträglich nur mit erheblichen Aufwand bis gar nicht, möglich ist. Wirtschaftlichkeitskriterien rechtfertigen diesen erheblichen Aufwand oftmals nicht.

Andere Systeme eröffnen die Möglichkeit, Rohre innerhalb des Portals zu bearbeiten.

Oder bieten die Möglichkeit den Brenntisch so zu gestalten, dass eine Klöpperbödenbearbeitung möglich ist.

In jedem Fall bieten moderne Plasma- und Brennschneidanlagen heute wesentlich mehr an Automatisierungsmöglichkeiten zur Verbesserung der Wertschöpfung, Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten und Erhöhung des Automatisierungsgrads => eine positive Entwicklung aus Sicht der Wirtschaftlichkeit!

Nachteile einer Flachbett-Rohrschneidanlagen-Kombination

  • Unter Umständen ist ein erhöhter Handling-Aufwand und Umrüstung der Schneidanlage erforderlich.
  • Während die Anlage ein Rohr bearbeitet kann sie keine Brennzuschnitte erzeugen.
  • Aufwand und Anforderungen an die CNC-Steuerung und den Bediener steigen, somit sind potentielle Fehlerquellen und Störungen möglich.

 

Wann und welche Maschinen-Kombinationen können problematisch werden?

Will man in eine Schneidanlage investieren, sollte man sich VOR dem Kauf im Klaren sein, mit welchen verschiedenen Werkzeugen die Schneidanlage bestückt und kombiniert werden soll. Eventuelle Vorrüstungen, beispielsweise mit einer Hochfrequenz-Abschirmung des Schneidsystems müssen bereits vor dem Kauf implementiert sein, sonst ist eine spätere Nachrüstung problematisch bis unmöglich. Einige Maschinenkombinationen können dennoch problematisch sein, wenn diese Kombinationen unvorbereitet nachgerüstet werden sollen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen.  

Autogenschneidanlage nachrüsten mit Plasmaschneidkopf:

  1. Man muss den dynamischen Bedarf bei Plasmaschneidanwendungen berücksichtigen, um zu überprüfen, in wie weit eine alte Autogenschneidanlage diese hohen Bewegungsanforderungen erfüllen kann.
  2. Es muss geklärt werden, ob die Anlage schnell genug und schwingungsarm, steif verfährt. Jede Anlage kann schnell sein, auch eine "Seifenkiste" rollt den Berg schnell herab - das ist keine Kunst und auch nicht das Problem. Die Frage ist, kann die Anlage ruckartig um eine 90° Ecke fahren - oder bricht sie nach 1.000 Richtungswechseln auseinander?
  3. Eine Autogenschneidanlage hat sicher keine Probleme mit der thermischen Hitzeentwicklung. Aber: Plasmaschneiden erzeugt eine wesentlich feinere Form von metallischen Staub, die Autogenschneidanlagen in dieser Art und Menge nicht kennen. Daher muss geprüft werden, ob die Führungen und Mechanik und Elektronik den aggressiven Metall-Schmutz vertragen. 

  4. Ein weiteres Problem bei Brennschneidanlagen/Autogenschneidanlagen, die mit Plamastromquellen nachgerüstet werden sollen, liegt in der EMV-Belastung der CNC-Steuerung durch die Hochfrequenzzündung, die viele Plasmastromquellen besitzen. 

Weist eine Brennschneidanlage keine ausreichende Entstörung und Abschirmung der Kabel, CNC etc. auf, so dürfte der Betrieb mit mancher Komplikationen gekoppelt sein. In diesem Fall könnte eine Umrüstung auf Plasma problematisch werden und es sollte in jedem Fall der Hersteller zu Rate gezogen werden. Eine zusätzliche Entstörung der Schneidanlage kann erhebliche Nachrüstungskosten verursachen. Eine Ausschaltung möglicher und unvorhergesehene Störungen bei der Abarbeitung der CNC-Daten im Speicher der Steuerung kann gänzlich nicht ausgeschlossen werden. Grundsätzlich ist es ratsam, eine Entstörung für eine potentielle Nachrüstung mit Plasma von Beginn an mit einzuplanen. Und auch bei einer Retrofittingmaßnahme ist es wert, sich darüber im Vorfeld Gedanken zu machen.

 

Plasmaschneidanlage nachrüsten mit Autogenschneidtechnik:

  1. Im Gegenzug kann es aber auch zu Problemen kommen, wenn Plasmaschneidanlagen mit Autogen nachgerüstet werden, wenn die thermische Ausdehnung der Portalbrücke, die beim Autogenschneiden wesentlich höher ist, nicht mit berücksichtigt wurde. Die Portalbrücke kann sich aufgrund der thermischen Energie sogar verbiegen, Lager können überlastet gehen. Hitzschutzschild, Abstand Brenntisch zur Portalbrücke müssen eingeplant werden.
  2. Der Brenntisch darf nicht zu schwach ausgelegt sein, Dicke der Materialstreben beachten. Bei Plasma bevorzugt man dünnere Lamellen 2 bis 4  mm Dicke, bei Autogen hingegen liegt die Lamellendicke eher bei 6 - 10 mm. Abhilfe könnten hier Metallspitzen schaffen. 
  3. Platz für die Gastechnik, Ventile und Schläuche. Eventl. größere Energieketten einsetzen.
  4. Freie Ein- und Ausgänge bei der CNC, damit diese die Ventile schalten kann. 
  5. Brennerwagen müssen besonders stabil ausgeführt werden.
  6. Ist die Portalbrücke überhaupt breit genug um weitere Brennerwagen aufzunehmen? Oder reduzieren zusätzliche Brennerwagen die effektive Nutzbreite der Gesamtanlage, so dass am Ende gar nicht mehr ein beispielsweise  2.500 mm breites Blech komplett mit dem Hauptbrenner geschnitten werden kann?  
  7. Besitzt der Schaltschrank genug Einbaureserve für die Ansteuerung der zusätzlichen Brennerwagen? Es müssen mehr EIn- und Ausgänge, Motorsignale, Endschalter etc. überwacht werden. Kann der Schaltschrank diese elektrischen Bauteile überhaupt noch aufnehmen?   

 

Grundsätzlich:

Wird eine Schneidanlage gleich mit der zusätzlichen Nachrüstbarkeit für den Plasmaschneidprozess ausgelegt, so besteht eher die Möglichkeit einer sinnvollen Nachrüstung mit Plasmabrennern.

Auch hier sollte die spätere Erweiterung daher bei einer Nachrüstung von Beginn an mit eingeplant werden. Kennt der Maschinenhersteller Ihre Wünsche, kann er die Anlage auch dementsprechend auslegen und für die spätere Nachrüstung vorbereiten. Planen Sie daher eine Schneidanlage mit genügend zeitlichem Vorlauf - greifen Sie die viele Erfahrungen und Meinungen Ihres Personals ab und holen Sie Ihre Mitarbeiter mit ins Boot. Teilen Sie Ihre Wünsche und Zukunftsplanungen auch ihren Maschinenlieferanten mit und nehmen Sie diese mit in Ihre Bestellung über das Lastenheft auf.

Grundsätzlich kann man viele Arbeitsschritte (beispielsweise: Markieren, Strahlen, Kleben, etc.) auf die komplexen CNC-gesteuerten Schneidbrücken verlegen, wenn man die Randbedingungen kennt, die Wirtschaftlichkeit dies erlaubt und wenn diese Dinge von Beginn an mit berücksichtigt wurden. 

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