Wirtschaftlich arbeiten bedeutet auch, für jeden Nagel den passenden Hammer zu benutzen
Die Betriebskosten beeinflussen die Wirtschaftlichkeit jedes Produktionsmittels - das leuchtet jedem ein. Und dennoch wird wie hier in Bild 1 der Nagel mit einem falschen Werkzeug in die Wand geschlagen. Das dies nicht immer voN erfolg gekrönt sein muss, erkennt man schnell. Doch diese Einsicht ist leider nicht immer in der Industrie anzutreffen. Wir erleben, dass Schneidmaschinen nicht selten in Grenzbereichen eingesetzt werden, für die sie nie ausgelegt waren und anschließend ein großes Staunen über horrende Betriebskosten entsteht.
Wenn Schneidmaschinen in Grenzbereichen eingesetzt werden, dann steigen die Kosten nicht mehr linear sondern zum Teil exponentiell an und bringen einen überproportional hohen Verschleiß und weitere Störungen der Schneidanlage mit sich. Beispielsweise kann ein Plasmabrenner mit 200 A maximalem Schneidstrom wirtschaftlich bis beispielsweise 20 mm Materialdicke schneiden. Wird der 200 A-Brenner jedoch für das Schneiden von 30 mm dicken Stahl verwendet, was gemäß Handbuch möglich sein soll, so erreichen die Standzeiten der Verschleißteile kaum nennenswerte Größen. Im schlimmsten Fall sind bereits nach 10 Anstichen die Verschleißteile für beispielsweise 40 € zu wechseln. Anlagen, die im Grenzbereich betrieben werden, besitzen immer das Risiko, unwirtschaftlich zu arbeiten. Von den damit verbundenden Störungen einmal ganz abgesehen.
Der Maschinenstundensatz ist von vielen Parametern abhängig, ein Faktor wird durch die Betriebskosten bestimmt. Eine Reduktion der Betriebskosten kann der Anwender nur dann günstige Werte erzielen, wenn er alle Randbedingungen einhält, nicht im Grenzbereich schneidet und Bedienungsfehler vermeidet.
Wird hiergegen verstoßen, kann es zu extrem hohen Betriebskosten führen. Eine Betriebskostenermittlung muss immer auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein, um Aussagekraft zu erhalten und sowohl den Istzustand erfassen als auch den Sollzustand als Zielmarke berücksichtigen.
Mit dem Schnittkostenkalkulator erhalten Sie einen Überblick, was ein Schnittmeter im Vergleich zu den verschiedenen Schneidverfahren kostet. Die Werte, die der Rechner liefert, basieren auf den Tabellen-Angaben der Schneidmaschinenhersteller, wobei Durchschnittswerte verschiedener Hersteller zu Grunde gelegt wurden. Sie spiegeln dabei theoretische Werte wider und keine Marktpreise, sie dienen zur schnellen Verfahrensübersicht und können bei der eigenen Einstufung der Betriebskosten hilfreich sein.
Grundsätzlich gilt: Es ist unmöglich, einen einzigen allgemein gültigen Wert für die Schnittkosten anzugeben, da die Randbedingungen individuell in jedem Unternehmen sich unterscheiden.