Wer die Wahl hat, hat die Qual: Welches CAD/CAM-Verschachtelungssystem ist das Richtige?

Schrottcontainer mit Restgittern
Kosten senken, durch ordentliche Restblechminimierung: Damit der Schrottcontainer möglichst leer bleibt

Es existieren mittlerweile mehrere Dutzend verschiedener CAD-CAM-Systeme auf dem Markt.
Wir unterscheiden zwischen den herstellerabhängigen Systemen und den am Markt freien Systemen beliebiger Anbieter.
Einiges spricht dafür, aus Garantie- und Haftungsgründen, ein Komplett-System einzusetzen, d.h. alles aus einer Hand zu kaufen. Treten in der Praxis Probleme auf, so sollte der Lieferant über alle erforderlichen Daten zur Fehlerbehebung verfügen. Auch erleichtert dies die Frage nach dem Fehlerursprung: CAD/CAM oder CNC, wenn beide von einem Lieferanten verantwortet werden. Andererseits liegt es nahe, dass externe Hersteller sich durch ein Plus an speziellen Funktionen versuchen, Wettbewerbsvorteile zu erschließen. Möglicherweise kann der eine oder andere Anwender diese Mehrfunktionen sinnvoll einsetzen, beispielsweise Buchstabenzuschnitte für Werbeagenturen, die nicht jedes Produkt unterstützt. Somit entsteht in der Grundsatzfrage nicht selten ein Dilemma für den Anwender.

Diskussion: Vor- und Nachteile von CAD/CAM-Fremdsystemen:

Manche Maschinenhersteller, die keine eigenen CAD/CAM-Systeme entwickelt haben, rüsten ihre Schneidanlagen häufig mit einem Partnerprodukt aus und vertreiben dies als Komplettpaket. Hierbei lohnt es sich darauf zu achten, wer den Service und die Garantie-Leistungen später auszuführen hat. Es ist daher aus unserer Sicht vorteilhaft, wenn der Softwarehersteller selber den Service, Updates etc. übernimmt, wenn er vom Maschinenlieferanten mit allen erforderlichen Informationen unterstützt wird und über die technischen Details der Anlage informiert wird.

Der Vorteil der Fremdsysteme liegt in der Vielfalt, was manchmal auch zum Nachteil werden kann, wenn es um die engere Auswahl geht. Die Funktionsvielfalt dieser Systeme ist aufgrund des Wettbewerbs stark ausgebaut, bei der Handhabung, der Mensch-Maschine-Schnittstelle und dem Preis unterscheiden sich die Systeme ebenfalls voneinander. Ein sorgfältiger Vergleich ist hier anzuraten. Die am Markt freien Softwaresysteme bieten häufig die Möglichkeit, eine ganze Reihe verschiedenster Maschinen anzusteuern. Viele CAD/CAM Systeme steuern daher nicht nur Plasma-, Autogenanlagen diverser Hersteller an, sondern sind auch in der Lage Laser- und Wasserstrahlschneidsysteme oder Stanz-Nibbel-Maschinen mit CNC-Daten zu versorgen. D.h. mit einer Software kann der Kunde einen großen Teil seiner Produktion abdecken. Selbst wenn die Maschinen sich ändern, die Software und der damit verbundene Lernaufwand fallen nicht noch einmal an. Dies senkt Investitions- und Schulungskosten und stellt eine gute Werterhaltung des Produkts dar.


Diskussion: Vor- und Nachteile herstellerbasierter CAD/CAM-Softwaresysteme:

Die Vorteile der Hersteller basierten Software liegt oft darin, dass sie für die eigentliche Schneidaufgabe entwickelt wurden, so dass diese Software gut ausgerüstet sein sollte. Probleme und Inkompatibilitäten mit den eigenen Maschinen sollten weitgehends auszuschliessen sein. Die Abstimmung aller Schnittstellen liegt bei einem Partner, so dass auch hier weniger Reibungsverluste auftreten sollten. Eine gewisse Systemabhängigkeit hingegen lässt sich generell in keinem Fall ausschliessen. Denn wann immer eine Investition und eine Schulungsleidenskurve durchlebt wurden, ist ein Wechsel, ein Loslassen des alt Bekannten, nicht einfach für den Anwender. Im Unternehmen eingepflanzte Software bleibt oft für viele Jahre aktiv in Betrieb. Wer sich für lange Zeit an ein Produkt bindet, sollte die Auswahl sehr gewissenhaft durchführen.
Sollen weitere Maschinen angeschafft oder ausgetauscht werden, so besitzt der existierende Lieferant, bzw. das bestehende Software-System einen gewissen Heimspiel-Vorteil, was eine objektive Neuauswahl beeinflussen kann.

Diskrepanz: Eine Laseranlage kostet beispielsweise eine halbe Million Euro und mehr, die Software für 20.000 Euro spielt im Verhältnis eine untergeordnete Rolle. Eine Brennschneidanlage hingegen kostet beispielsweise 100.000 bis 200.000 Euro benötigt aber die gleiche Software - hier fällt das Größenverhältnis weit aus ungünstiger für den Software-Hersteller aus.