Bedeutung Granatsand beim Wasserstrahlschneiden:

Wasserstrahlschneidkopf mit Plasmabrenner
Abrasiv-Wasserstrahlschneidkopf kombiniert auf einer Anlage mit Plasmaschneidkopf

Beim Granatsant handelt es sich prinzipiell um eine Anhäufung loser mineralischer Körner, die eine sehr ähnliche chemische Zusammensetzung aufweisen. Zwar handelt es sich beim Granatsand um einen silikatischen, aber dennoch natürlichen Sand, dessen Hauptbestandteil das Schwermineral Granat ist. Mit Hilfe von Zerkleinerungsmaschinen wird aus Gestein Sand heraus gebrochen - der sog. "Brechsand". Für das Wasserstrahlschneiden ist dieses Abasivmittel unabkömmlich, wenn harte Materialien geschnitten werden sollen. 

 

Abrasivsand: Körnigkeitsbereiche

Interessant für Anwender der Wasserstrahlschneidtechnik sind in der Regel die folgenden Bereiche

  • Mehlsande (Grit von 0,002-0,06 mm)
  • Feinsande (Grit von 0,06-0,2mm)
  • Mittelsande (Grit von 0,2-0,6 mm)
  • Grobsande (Grit von 0,6-2 mm)

Mit den Begriffen Granat bzw. Granatsand sind im Allgemeinen zu den Silikaten gehörige Schmucksteine gemeint, von denen es über zehn verschiedene gibt. Sie vereinen in sich zwei erwähnenswerte Vorzüge:

  • Den der guten Härte, die ein wenig über der des Quarzes liegt
  • und den der hohen Lichtbrechung.

Granat-Vorkommen:

Die roten Granate sind sehr häufig vorzufinden. Als man im Nordwesten Australiens das erste Mal auf rote Granate stieß, verwechselte man die rötlichen Steine mit Rubinen.

Andere Gebiete, in denen Granatminerale in großen Mengen gefunden werden können, sind Indien, Südafrika und China.

Von der Form her handelt es sich bei den kristallisierenden Steinen zumeist um rundlich-körnige Formkörper, die zum Teil sehr groß sind und mit dichten Massen aufwarten können.

Granat-Eigenschaften:

Es gibt transparente und völlig undurchsichtige Granate, einige sind dabei gläsern, andere glänzend. Ihre außerordentliche Härte macht viele Granate zu bevorzugten Schleifmitteln für Glas, Holz oder Kunststoff. Pyrop, Spessartin und auch Almandin kommen auf eine Mohshärte zwischen sieben und acht. 

Eine weitere Eigenschaften des Granatsandes hat das Anwendungsgebiet des Wasserstrahlschneidens erschlossen - seine beachtliche Splitterfestigkeit (Zähigkeit) macht Granatsand zu einem idealen Schneidmittel bzw. metallfreien Mehrfachstrahlmittel, das beim Hochdruck-Wasserstrahlschneiden eingesetzt werden kann.

  • Granat besitzt eine Härte von 7,5 - 8 Mohs
  • Spezifisches Gewicht von Granat:  4,1 g/cm³

Anforderungen, die von der Wasserstrahlschneidtechnik an das Schneidmittel gestellt werden

Die aus Granatsand hergestellten Schneidmittel müssen für ihre Eignung bestimmten Kriterien erfüllen.

  • So muss im Interesse des Arbeitsschutzes sicher gestellt sein, dass keine chemische Aktivität besteht.
  • Außerdem muss der Granatsand den strengen Anforderungen der deutschen Auflagen für Strahlmittel entsprechen, das heißt er muss ungiftig sein und darf nicht die toxischen Grenzwerte überschreiten, die in Deutschland gelten (siehe auch berufsgenossenschaftliches Prüfzeugnis: 2002/23263/9311).
  • Schließlich sollte der Granatsand ferritfrei sein, keine löslichen Verunreinigungen enthalten
  • und es sollte natürlich keine radioaktive Strahlung von ihm ausgehen.

Kosten Granatsand für das Wasserstrahlschneiden:

(Stand 2017, Kosten variieren marktabhängig.  Fragen Sie daher Ihren Abrasivmittellieferanten, wenn Sie die genauen Marktpreise wissen wollen.)

  • 1 Tonne Granatsand wird sehr unterschiedlich gehandelt, je nach Qualität und Herkunftsland.
  • In Deutschland liegt der Richtpreis (Stand 2020) eher bei 400 € - 600 € pro Tonne, allerdings oft auch inklusive der Entsorgung einer Tonne alten Materials, je nach Abnahmemenge.
  • Stand 2017: Aufgrund illegalen Abbaus in Indien wurden die dortigen Mienen geschlossen. Zeitweilig entstand so ein Lieferengpass, der natürlich auch auf den Preis Einfluss hatte.
  • Wasserstrahlschneiden ist auch eine besonders umweltfreundliche Schneidtechnologie, vor allem weil die Ökobilanz durch den Einsatz zusätzliche Recycling-Anlagen für das Abrasivmittel deutlich verbessert werden kann. Doch Achtung: Fragen Sie vorher den Hersteller dazu, ob ein Recycling bei Ihrer Anlage möglich ist, denn nicht jedes Verfahren eignet sich dafür in gleicher Art und Weise. Generell ist das Recyceln von Ressourcen ein guter Weg die Umwelt zu schonen.
  • Aktueller Stand Mitte 2018: Der Engpass für Abrasivmittel scheint seinen Zenit überschritten zu haben, die Preise für Abrasiv purzeln wieder und passen sich dem Markt an. 
  • Aktuelle Abbaugebiete (Stand 2020) sind Australien, Indien aus Gebieten ohne Embargo, China und Südafrika.

 

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