Bedeutung von Brennschneidtischen bzw. Schneidtischen

Beispiel für einen Schneidtisch hier in der Ausführung als Wasserbrennschneidtisch für eine Plasmaschneidanlage
Flutbarer Wasserbrenntisch mit Lamellen für eine Plasmaschneidanwendung

Bennschneidtische bzw. allgemein Schneidtische spielen in der Wirtschaftlichkeit und Funktionalität von Schneidanlagen eine wichtige Rolle, die viel zu oft unterschätzt wird. Sie entscheiden im Wettbewerb über Auslastungen und Verfügbarkeiten von Schneidzentren und sind oftmals das Zünglein an der Waage. Der Brennschneidtisch dient dabei nicht allein zur Auflage des Materials, sondern erfüllt eine Vielzahl weiterer Funktionen, die wir in diesem Kapitel vorstellen. Fragen, die oft gestellt werden:

  • Sind Wassertische die beste Wahl?
  • Wie sollte ein Trockenbrenntisch ausgelegt sein?
  • Gibt es den idealen Brenntisch?
  • Wie hoch sind die Reinigungs- und Wartungskosten?
  • Wie gut arbeiten die Absaugungen?

Übersicht

Je nach Anwendung, Schneidverfahren, Materialgüte und Dicke, Automatisierungsgrad und Absaugtechnik unterscheiden sich Brennschneidtische wesentlich voneinander.

Definition:

  • Als Schneidtische definieren wir alle Tischarten, auf denen Flachmaterial, Bleche etc. aufgelegt werden. Insbesondere sprechen wir bei Laser- und bei Wasserstrahlanlagen von Schneidtischen.
  • Als Brenntische bezeichnen wir Schneidtische, die bei Plasma- und Autogenschneidanlagen zum Einsatz kommen. 

Schneidtische für Laseranlagen

Schneidtische bei Laseranlagen sind häufig für Dünn- und Mittelblechanwendungen ausgelegt und in der Regel sind sie automatisiert.

Hier hat der Anwender relativ wenig Einfluss auf die einzelne Ausgestaltung der Schneidtische, da diese Tische oft Bestandteil der Gesamtanlage sind und komplett vom Systemanbieter geliefert werden. Jedoch ist der Automatisierungsgrad bei Laserschneidtischen sehr weit ausgebaut. Der Wechseltisch mit einer automatischen Palettier-Anlage, die auch die geschnittenen Teile entnimmt und auf die passenden Paletten legt, gehört ebenso zum Repertoire wie die logistische Versorgung mit dem passenden Rohmaterial, das aus einem Hochregallagersystem automatisch entnommen wird.

Doch nicht nur die logistischen Anforderungen des reibungslosen Materialflusses decken Laseranlagen ab, auch besitzen manche Systeme bereits kombinierte Rohrbearbeitungsvorrichtungen. Mit wenigen Handgriffen ist ein System so umgebaut, dass es meterlange Rohre bearbeiten kann. Ausschnitte, Durchdringungen, Schweißnahtvorbereitungen und Endenbearbeitungen aus einem Guss sind mit manchen Flachbettportal-Schneidanlagen möglich.

Aufgrund seiner hohen Automatisierbarkeit hat sich der Schneidtisch zu einem zentralen Element der Wertschöpfung bei Laseranlagen entwickelt.

Für Wasserstrahlschneidanlagen

Ähnliche Bedeutung besitzt der Schneidtisch auch bei Wasserstrahlschneidanlagen. In der Regel wird der Schneidtisch komplett mit der Maschine angeliefert und gehört als bedeutendes Element zur Maschinengesamtanlage dazu. Seine Ausgestaltung wird im wesentlichen vom Schneidverfahren bestimmt. Bei Wasserstrahlschneidanlagen übernimmt der Tisch nicht nur die Aufgabe, das Schneidgut zu tragen oder zu fixieren, wie bei Mikrowasserstrahlanlagen, sondern er muss darüber hinaus auch die Energievernichtung des Wasserstrahls gewährleisten, damit der Tisch nicht am Boden zerschnitten wird. Weitere Anforderungen an den Wasserschneidtisch sind: Er beinhaltet oftmals den Austragsförderer für die heruntergefallenen Kleinteile sowie eine Entschlammungsanlage, ohne die ein reibungsloser Langzeitbetrieb kaum möglich ist.

Plasma- und Brennschneidtische

Anwendung im Dünnblechbereich und bei Kompaktmaschinen:

Im Dünnblechbereich sowie bei Kompaktmaschinen spielt der Brenntisch eine andere Rolle. Wenn das führende Kriterium allein der Preis ist, dann treten die Einzelanforderungen oftmals in den Hintergrund - billig muss es halt sein. Wer eine Schneidanlage für unter 50.000 € kauft, stellt hierbei auch kaum Ansprüche an Nonstopp-Betrieb, Automatisierbarkeit oder Wartungsintervalle, Abreinigungseffizienz etc. Der Tisch ist Bestandteil des Schneidportals, eben Mittel zum Zweck. Er soll das Blech aufnehmen, es halten und eine einfache Absaugung gestatten. Diese Minimalanforderungen erfüllt der Schneidtisch  in der Regel und damit sind wir fast am Ende des Berichts bei Dünnblechanwendungen. Nicht ganz, denn zu den anderen Themen wie Absaugung und Filer, Programmierung, Materialfluss etc. gibt es weitere Schneidwissen-Beiträge von uns.

Der Schneidtisch im Dünnblechbereich und bei Kompaktmaschinen ist zweckmässig ausgelegt und genügt den meist bescheidenen Anforderungen seiner Betreiber und den oftmals geringen Gewichten. Außerdem ist es von Bedeutung ob mit Autogenbrennern und mit hohen Plasmaströmen geschnitten werden soll oder eine lediglich eine 100-Ampere Stromquelle zum Einsatz kommt, die den Tisch erheblich weniger thermisch belastet und weit aus weniger Schlacke produziert, als dies bei Mittel- und Grobblechanwendungen der Fall ist. 

Brennschneidtische für den Grobblechbereich

Ganz anders hingegen sieht es bei Plasma- und Autogenschneidanlagen im Grobblechbereich aus. Dieses Genre rechtfertigt, nein verlangt, im Vorfeld auch eine effektive Planung des Brenntisches und stellt eine ganz eigene Welt mit eigenen Herausforderungen und Kosten dar, die wir im weiteren Verlauf ausführlich betrachten werden.

Zum Einstieg drei Beispiele aus der Praxis:

Beispiel 1

Ein Anwender, ein Anlagenbauer und Lohnschneider, mit zwei Maschinen jeweils 28 m x 6 m großen Brenntischen schneidet mit jeweils zwei 400 A-Qualitätsplasmaschneidanlagen je Anlage dreischichtig auf seinen Maschinen. Die Brenntischauflagen muss er dabei vier mal pro Jahr auswechseln - allein die Kosten für die Erneuerung der Materialauflagen seiner Brennschneidtische beträgt 96.000,- pro Wechsel. D.h. der Verschnitt seiner Materialauflagen kostet ihn für seine Maschinen eine horende Summe.

Beispiel 2

Der Zuschnitt mit einer Mehrkopf-Plasmaschneidanlage mit 200 A Normalplasma im Grobblechbereich bis 25 mm Tafeldicke erzeugte eine anfallende Schlacke, die sich aus den Schnittfugen ergab und einen Abfall mit einer Tonnage von rund 2,8 Tonnen pro Schicht. Für einen sorgenfreien Zweischichtbetrieb mit lediglich einer Wartung pro Quartal musste die Auslegung des Brennschneidtisches auch diese Abfallmengen mit berücksichtigen. Ein Kratzförderer war aus bestimmten Gründen nicht zulässig, so dass man sich hier für eine spezielle Bauform des Tisches entschied, damit die Tischreinigungszeiten nicht die Wirtschaftlichkeit des Projekts gefährdeten und die Absaugung auch bei dieser hohen Belastung noch einwandfrei arbeitete.

Beispiel 3

Eine Großanlage mit 25 m x 4,8 m Bearbeitungsbereich und einer Klappensteuerung wurde mit einer 600 A Normalplasmaschneidanlage betrieben. Später hatte der Anwender eine weitere Stromquelle gleichen Typs adaptiert, mit dem Ergebnis, dass seine ganze Halle im Schneidrauch und Schneidstaub versank - die Absaugung war nicht mehr in der Lage bei einem Längsschnitt mit einer Schnittgeschwindigkeit von 6 m/min und zwei dieser Dickblechbrenner den anfallenden Staub komplett und ausreichend zu erfassen. Die Portalachse war für den Zweibrennerbetrieb vorbereitet worden, doch niemand hatte an den Brenntisch, die Stauberfassung, die Rohrdurchmesser und die Filterleistung gedacht.

Fazit: Brennschneidtische bei Plasmaschneidanlagen und Autogenschneidanlagen spielen also neben dem Brennertyp, seiner Software und Steuerung, seiner Filteranlage und seiner Auslegung eine wesentliche Rolle in der Frage der Wirtschaftlichkeit, Logistik und Umwelt und bedürfen daher einer sorgfältigen Planung für einen störungsarmen Betrieb.

Schneidtische
Wieviel Auflagepunkte braucht ein Brennschneidtisch und aus welchem Material sollte er sein?

Aus Sicherheitsgründen sollte ein Brennschneidtisch so viele Auflagepunkte besitzen wie möglich, damit:

1. man unbeschadet darauf gehen kann, falls dies erforderlich sein sollte, was jedoch bei Großanlagen unausweichlich ist

2. die ausgeschnittenen Teile und die Tafelreste sicher gehalten werden und nicht abfallen und verkanten und einen Maschinen-Crash verursachen.

Eine Regel, wieviel Auflagepunkte erforderlich sind, kenne ich dafür nicht, dass hält jeder Anwender und jeder Hersteller nach seinen eigenen Vorgaben. Man sollte den Tisch so bauen, dass es ungefährlich ist, damit zu arbeiten.

Gedanken zum Selberbau von Brenntischen:

- Die Anwender, die sich den Tisch bereits selber gebaut haben, haben meistens aus S235 benutzt. Kaputt geschnitten wird das Material sowieso.

- Auch das einfache und schnelle Wechseln der Materialstreben sollte in der Konstruktion mit bedacht werden, sonst wird der Tisch wartungsunfreundlich und erzeugt zu hohe Wartungskosten.

- Die Absaugung ist auch beim Autogenschneiden Pflicht und damit scheidet ein Eigenbau des Brenntisches meistens aus, weil hierbei den meisten Anwendern die Erfahrungen fehlen.

- Manche benutzen Auflage-Spitzen, damit die Streben nicht zerschnitten werden - dies stellt aber eine weitere Unfallgefahr dar und löst gleichzeitig eine Philosophiefrage aus, Spitzen sind nicht jedermanns Sache.

- Für Vielschneider ist ein Austragsförderer wichtig. Auch dieser kann i.d.R. nicht im Eigenbau erstellt werden.

- Wer hochfeste Stähle, wie Hardox® schneiden will, nutzt die Aufwasser-Technik, d.h. der Brennschneidtisch kann geflutet werden, um Unterwasser bzw. Aufwasser zu schneiden.

usw. Man sieht, bei einem Brennschneidtisch gibt es eine Menge Details, die man berücksichtigen sollte.

Aber aufpassen: Manchmal kann ein selbstgemachter Tisch teurer werden, als wenn ihr gleich einen guten Neuen kauft - schon Angebote eingeholt?

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