Anwendung im Dünnblechbereich und bei Kompaktmaschinen:
Im Dünnblechbereich sowie bei Kompaktmaschinen spielt der Brenntisch eine andere Rolle. Wenn das führende Kriterium allein der Preis ist, dann treten die Einzelanforderungen oftmals in den Hintergrund - billig muss es halt sein. Wer eine Schneidanlage für unter 50.000 € kauft, stellt hierbei auch kaum Ansprüche an Nonstopp-Betrieb, Automatisierbarkeit oder Wartungsintervalle, Abreinigungseffizienz etc. Der Tisch ist Bestandteil des Schneidportals, eben Mittel zum Zweck. Er soll das Blech aufnehmen, es halten und eine einfache Absaugung gestatten. Diese Minimalanforderungen erfüllt der Schneidtisch in der Regel und damit sind wir fast am Ende des Berichts bei Dünnblechanwendungen. Nicht ganz, denn zu den anderen Themen wie Absaugung und Filter, Programmierung, Materialfluss etc. gibt es weitere Schneidwissen-Beiträge von uns.
Der Schneidtisch im Dünnblechbereich und bei Kompaktmaschinen ist zweckmässig ausgelegt und genügt den meist bescheidenen Anforderungen seiner Betreiber und den oftmals geringen Gewichten. Außerdem ist es von Bedeutung ob mit Autogenbrennern und mit hohen Plasmaströmen geschnitten werden soll oder eine lediglich eine 100-Ampere Stromquelle zum Einsatz kommt, die den Tisch erheblich weniger thermisch belastet und weit aus weniger Schlacke produziert, als dies bei Mittel- und Grobblechanwendungen der Fall ist.
Brennschneidtische für den Grobblechbereich
Ganz anders hingegen sieht es bei Plasma- und Autogenschneidanlagen im Grobblechbereich aus. Dieses Genre rechtfertigt, nein verlangt, im Vorfeld auch eine effektive Planung des Brenntisches und stellt eine ganz eigene Welt mit eigenen Herausforderungen und Kosten dar, die wir im weiteren Verlauf ausführlich betrachten werden.
Drei Beispiele aus der Praxis:
Beispiel 1
Ein Anwender, ein Anlagenbauer und Lohnschneider, mit zwei Maschinen jeweils 28 m x 6 m großen Brenntischen schneidet mit jeweils zwei 400 A-Qualitätsplasmaschneidanlagen je Anlage dreischichtig auf seinen Maschinen. Die Brenntischauflagen muss er dabei vier mal pro Jahr auswechseln - allein die Kosten für die Erneuerung der Materialauflagen seiner Brennschneidtische beträgt 96.000,- pro Wechsel. D.h. der Verschnitt seiner Materialauflagen kostet ihn für seine Maschinen eine horende Summe.
Beispiel 2
Der Zuschnitt mit einer Mehrkopf-Plasmaschneidanlage mit 200 A Normalplasma im Grobblechbereich bis 25 mm Tafeldicke erzeugte eine anfallende Schlacke, die sich aus den Schnittfugen ergab und einen Abfall mit einer Tonnage von rund 2,8 Tonnen pro Schicht. Für einen sorgenfreien Zweischichtbetrieb mit lediglich einer Wartung pro Quartal musste die Auslegung des Brennschneidtisches auch diese Abfallmengen mit berücksichtigen. Ein Kratzförderer war aus bestimmten Gründen nicht zulässig, so dass man sich hier für eine spezielle Bauform des Tisches entschied, damit die Tischreinigungszeiten nicht die Wirtschaftlichkeit des Projekts gefährdeten und die Absaugung auch bei dieser hohen Belastung noch einwandfrei arbeitete.
Beispiel 3
Eine Großanlage mit 25 m x 4,8 m Bearbeitungsbereich und einer Klappensteuerung wurde mit einer 600 A Normalplasmaschneidanlage betrieben. Später hatte der Anwender eine weitere Stromquelle gleichen Typs adaptiert, mit dem Ergebnis, dass seine ganze Halle im Schneidrauch und Schneidstaub versank - die Absaugung war nicht mehr in der Lage bei einem Längsschnitt mit einer Schnittgeschwindigkeit von 6 m/min und zwei dieser Dickblechbrenner den anfallenden Staub komplett und ausreichend zu erfassen. Die Portalachse war für den Zweibrennerbetrieb vorbereitet worden, doch niemand hatte an den Brenntisch, die Stauberfassung, die Rohrdurchmesser und die Filterleistung gedacht.
Fazit: Brennschneidtische bei Plasmaschneidanlagen und Autogenschneidanlagen spielen also neben dem Brennertyp, seiner Software und Steuerung, seiner Filteranlage und seiner Auslegung eine wesentliche Rolle in der Frage der Wirtschaftlichkeit, Logistik und Umwelt und bedürfen daher einer sorgfältigen Planung für einen störungsarmen Betrieb.