Es gibt zahlreiche Verfahren zum Entgraten, die sich je nach Material, Bauteilgeometrie, Losgröße und Automatisierungsgrad unterscheiden:
Manuelles Entgraten
Das klassische Handentgraten erfolgt mit Feilen, Bürsten, Messern oder Schleifmitteln. Häufig wird der Grat manuell mit einfachen Werkzeugen(Schaber) oder einem anderen Blechteil abgeschlagen, abgeschabt. Es ist flexibel und günstig, aber wenig reproduzierbar und zeitintensiv. Geeignet für Einzelteile oder schwer zugängliche Bereiche. Problematisch und zeitaufwendig ist das Handling, wenn die Bauteile sehr groß oder schwer sind.
Mechanisches Entgraten
- Fräsen & Schleifen: Besonders für präzise Kantenbearbeitung geeignet.
- Bürstenentgraten: Mit rotierenden Bürsten oder abrasiven Nylonborsten.
- Gleitschleifen / Vibrationsentgraten: Für Klein- und Massenteile, auch in komplexen Geometrien.
- Rommel für Kleinteile.
Mechanische Verfahren bieten gute Automatisierbarkeit und sind in vielen Werkstoffen einsetzbar.
Thermisches Entgraten (TEM)
Thermisches Entgraten (TEM) ist ein Fertigungsverfahren, das dünne Grate an metallischen und nichtmetallischen Werkstücken entfernt. Dabei wird ein Gasgemisch in einer Entgratkammer gezündet, wodurch die Grate durch Verbrennung abgetragen werden. Besonders vorteilhaft ist, dass auch schwer zugängliche Stellen, wie Überschneidungen zweier Bohrungen, entgratet werden können. (Quelle wikipedia)
Chemisches und elektrochemisches Entgraten
- Chemisches Entgraten: Das Werkstück wird in ein Säurebad getaucht, das selektiv Grate auflöst.
- ECM (Electrochemical Machining): Eine elektrochemische Reaktion löst Material gezielt an Kanten.
Diese Verfahren ermöglichen höchste Präzision, erfordern aber hohes Know-how und spezifische Anlagen. (Quelle: wikipedia)
Wasserstrahlentgraten
Als besonders umweltfreundlich und präzise gilt das Entgraten mit einem Hochdruckwasserstrahl, oft in Verbindung mit abrasiven Partikeln. Ideal zur Gratentfernung bei thermischen Trennprozessen – etwa nach dem Laserschneiden oder dem Plasmaschneiden.