Faserlaser schneidet Rohr
Faserlaser bei der Rohrbearbeitung

Trends und Entwicklungen der Laserschneidtechnologie

Exemplarisch beschreiben wir in diesem Bericht das Laserschneiden mit den aktuellen Trends und Entwicklungen der Laserschneidtechnologie und den Highlights der Laserschneidbranche. Dieser redaktionelle Bericht unterliegt einer ständigen Anpassung und Aktualisierung an den Wandel der Technik (Stand 2023, stay tuned). Viele der hier vorgestellten Neuheiten wurden auf Fachmessen wie der CUTTING WORLD®, der BlechExpo® oder der EuroBlech® vorgestellt. Es ist unmöglich ein komplettes Abbild der gesamten weltweiten Laserschneidindustrie zu erstellen, daher präsentieren wir Ihnen hier nur einen Auszug des Machbaren als Querschnitt verschiedenster Technologien ohne Wertung.

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Vier Trends und Entwicklungen im Laserschneiden mit dem Faserlaser

Der Trend im Faserlaserschneiden geht, wie zu erwarten war, zu:

  1. schneller,
  2. dicker,
  3. qualitativ hochwertiger und
  4. höherer Wirtschaftlichkeit dank Automatisierung mit Künstlicher Intelligenz (KI).
Faserlaser mit 8 kW Laserleistung
Beispiel: Faserlaser mit 8 kW Laserleistung
Hersteller der Schneidbranche

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Trend 1: "Schnellere Zuschnitte"

Vom Zeitpunkt der CUTTING WORLD 2018 bis heute haben viele Hersteller die Laserleistung pro Jahr um mehr als 2 kW erhöht. Was damals noch mit 4 - 8 kW erhältlich war, kann jetzt mit 15 - 24 kW oder sogar 30 kW bezogen werden. Die Leistung steigt und mit der Laserleistung erhöhen sich auch die Schnittgeschwindigkeiten.

  • Im Schnitt kann die Schnittgeschwindigkeit bei einer Steigerung um je 2 kW Laserleistung um rund 6 % bis 15 % erhöht werden.

Stattet man die Laserschneidanlage beispielsweise mit den weiter unten beschriebenen Automatisierungsoptionen aus, so sind die real erzielbaren Einsparungen noch weitaus höher. 

Dass was gestern noch 8 kW besaß, ist heute mit 15 - 20 kW oder mehr erhältlich. Doch auch dies wird nicht die letzte Messlatte darstellen. Schon seit 2022 sind Laser mit 30 kW Laserleistung am Markt erhältlich und in der Industrie anzutreffen.

Doch Laserleistung ist nicht das einzige Kriterium, um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Ähnlich wie beim Wasserstrahlschneiden mit der Suspensionstechnik, so gehen manche Hersteller auch in der Leistungsfrage einen anderen Weg - sie optimieren dabei nicht allein den Leistungsparameter sondern entwickeln intelligente Systeme, die den Laserstrahl oszillieren lassen, seine Form verändern oder andere physikalische Parameter beeinflussen, um damit bei vergleichsweise geringerer Leistung ordentliche Schneidparameter zu erzielen. Dies zeigt, der Lasermarkt bietet eine Fülle an Entwicklungspotential in allen Richtungen, so dass Anwendern hier eine gute Auswahl an optimalen Werkzeugen zur Verfügung stehen.

Trend 2: "Dickere Zuschnitte"

Mit jedem Leistungssprung des Lasers wird auch die Grenze für die erzielbare maximale Schneidicke erhöht. Waren noch vor wenigen Jahren die Materialdicken um 15 mm bis 20 mm in Normalstahl das Maß der Dinge, so werden heute Werte von 50 mm bis 55 mm Dicke in Baustahl geschnitten. Besonders interessant dürfte dabei sein, dass auch der Schneidbereich der Buntmetalle, also Aluminium, Kupfer, Messing, etc. weiter deutlich angestiegen ist. Stark reflektierende Stoffe, in denen der CO2-Laser kaum signifikante Schneiddicken erreichte, sind für den Faserlaser dank dem guten Einkoppelverhalten, das seiner Wellenlänge geschuldet ist, problemlos zu schneiden. Selbst 50 mm dicken Edelstahl schneidet der Faserlaser mit akzeptabler Geschwindigkeit. 

Ein Problem des Faserlasers beim Dickblechschneiden liegt in seinem geringen Laserstrahldurchmesser begründet. Der Laserstrahl mit einer Wellenlänge von ca. 1,07 µm erzeugt eine derart feine Schneidfuge, dass es kaum möglich ist, dickes Schneidgut aus seinem Nest heraus zu ziehen. Auch das Ausblasen des Schnittfugenmaterials ist bei der geringen Schnittbreite problematischer als beim CO2-Laser mit seiner ca. 10fach größeren Wellenlänge.

Die Ausweitung der maximalen Schneiddicke kann jedoch nicht nur mit mehr Leistung erzielt werden, sondern eben auch durch neuartige Schneidtechniken. Die Laserstrahlaufweitung sei es durch Optik oder durch andere Durchmesser der Glasfasern oder durch eine besondere Modulation des Laserstrahls erlauben die Erzielung höherer Schnittgeschwindigkeiten und das Trennen dickerer Metalle. Gleichgültig wie es gemacht wird, in jedem Fall haben die Hersteller durch geeignete Methoden das Einsatzspektrum erweitert.

Stand der Technik zum Oktober 2024: Auf YouTube wurde ein Laser mit 200 kW vorgestellt, mit dem 800 mm dicker Stahl getrennt wurde. Die nächste Zielgröße des Unternehmens ist das Trennen von 1.000 mm dickem Stahl.
Natürlich entspricht die Schnittqualität nur einem Trennschnitt, aber es wurde gezeigt, dass es nahezu kein Limit mehr für den Laser gibt. Wenn 800 mm getrennt werden können, wie sehen dann 100 oder 200 mm zukünftig aus? Die Frage, die sich mir stellt, zu welchen Schnittkosten ist dieser Luxus-Zuschnitt möglich? Ist es wirtschaftlich mit dem Laser so dickes Material zu schneiden?
Wie ist Ihre Meinung dazu? Teilen Sie uns dies mit im FAQ-Formular unten.

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Trend 3: Entwicklung zu "qualitativ hochwertigeren Laserzuschnitten"

Die geringere Wellenlänge des Faserlasers (ca. 1,07 µm gegenüber ca. 10,6 µm beim CO2-Laser) bietet den Vorteil des  besseren Absorptionsverhalten des Laserstrahls in Metall. Das Metall nimmt die Laserenergie besser auf und erreicht dadurch höhere Schnittgeschwindigkeiten und Schneiddicken. Doch wie jede Münze zwei Seiten besitzt, so hatte der Faserlaser naturgemäß die negative Eigenschaft ein wesentlich raueres Schnittbild zu erzeugen als beispielsweise der CO2-Laser oder der Primus in dieser Eigenschaft - der Plasmaschneider.

Durch die Strahlaufweitungsmethoden oder durch andere Düsen und Gasgemische oder durch Echtzeit-Schnittüberwachungssensorik oder durch eine Kombination dieser Möglichkeiten wurde dieser Nachteil erheblich reduziert. Heutige Faserlaser erzeugen fantastische Schnittqualitäten mit einer geringen Rauheit nicht nur im Kohlenstoffstahl, sondern auch bei vergüteten Stählen. Wenngleich die Oberflächenrauheit eines Plasmaschnittes im dickeren Blechbereich vom Faserlaser bisher nicht erreicht wird, sich jedoch sehr stark annähert.

Trend 4: "Höhere Wirtschaftlichkeit dank Automatisierung und Entwicklung und Einsatz von KI (Künstliche Intelligenz)"

Der Laser, insbesondere der Faserlaser, lässt sich aufgrund seiner hohen Prozesssicherheit hervorragend automatisieren. Die hier beschriebenen Optionen sind nur ein Auszug der ständig wachsenden Anzahl von Möglichkeiten des Marktes. 

  • Lager-, Automations- und Handlingsysteme erlauben die automatisierte Beschickung und Entnahme sowohl von Blechen als auch von lasergeschnittenen Teilen sowie der Restbleche. Je nach Hersteller differenzieren sich die Systeme über die mögliche Größe der entnehmbaren Teile, der Lagerkapazitäten, der Blechdicken etc.
  • Optionale Ausbauten und Maschinenvariationen erlauben das Schneiden von Rohren, Rechteckprofilen oder Trägern, man ist nicht mehr auf Flachmaterial beschränkt. 
  • Künstliche Intelligenz und besondere Rechenalgorithmen verhindern oder reduzieren das Kippen von ausgeschnittenen Teilen oder die Crashfahrt über geschnittene Bleche mit hervorstehenden Zuschnitten. 
  • Je nach Hersteller können die Teile automatisiert und selbständig entnommen und sortiert auf Paletten oder in Kisten befördert werden.
  • Die Schneidköpfe der Laseranlagen reinigen, wechseln und vermessen ihre Düsen selber und sorgen so für betriebsbereite Zustände und wenig menschliches Eingreifen. 
  • Vielfältigste Fehler beim Schneiden, ob es am Laserstrahl oder Schneidgut liegt, werden je nach Hersteller erkannt und selbstständig behoben. Schnelle Einstiche in dicke Materialien reduzieren die Bearbeitungszeit ebenso wie das automatische Einrichten des Strahls.
  • CNC-Steuerungen besitzen eine Vielzahl an Schnittstellen. Sie lesen fremden Code nicht nur im DXF-, Step-, IGES-Format etc. ein, sondern sie erstellen je nach Hersteller auch automatisch und schnell den passenden CNC-Code. Die Bedienung der hochkomplexen Systeme, die Mensch-Maschine-Schnittstelle, wird zunehmend arbeits- und bedienerfreundlicher.
  • Laserschneidsysteme eignen sich ebenso hervorragend zum Digitalisieren. Relevante Betriebswerte, Auslastungen und Prozesszustände können in Apps ausgewertet und angezeigt werden, natürlich schicht- und auftragsbezogen in Echtzeit.
  • Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung) ist mit Faserlaserschneidanlagen kein Fremdwort mehr, sondern zur Normalität geworden. Big Data ist in dieser Schneiddisziplin nicht mehr weit entfernt. 
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CUTTING WORLD 2018: Laserschneidmaschinen-Aussteller

Bystronic Deutschland GmbH

Bystronic: ByStar Fiber 10 kW schneidet 30 mm dickes Aluminium
Bystronic: ByStar Fiber 10 kW

Stand: 25.02.2019

Das Schweizer Unternehmen wurde 1964 als Bystronic Maschinen AG gegründet und spezialisierte sich auf die Entwicklung und den Bau von Systemlösungen zur Bearbeitung von Glas. Anfang der 1980er Jahre entwickelte Bystronic die ersten Laserschneidanlagen und 1989 die ersten Wasserstrahlschneidanlagen. 1994 wurde das Unternehmen vom Zürcher Industriekonzern Conzzeta übernommen.  Bystronic erweiterte sein Maschinenspektrum in der Blechverarbeitung durch die schweizerische Hämmerle AG und übernahm 2002 den Biegespezialisten Beyeler in Gotha. Seinen Hauptsitz hat Bystronic in Niederönz in der Schweiz, verfügt über weltweite Produktionsstandorte und Niederlassungen in über 30 Ländern. Mit rund 2.500 Mitarbeitern und einem Umsatz von ca. 774 Mio. Euro (Stand 2017) zählt Bystronic weltweit zu den bedeutenden Playern der Branche. 

Bystronic befasst sich mit der kompletten Automation in der Blechbearbeitung und liefert neben Laserstrahlschneidsystemen, mit Faserlaser- oder mit CO2-Laserstrahlquellen sowie Prozessverkettung, Hochregallagersysteme, Abkantpressen, Rohr- und Profilbearbeitungsanlagen mit Laserstrahl sowie MES-Prozesssoftware.

Die auf der CUTTING WORLD vorgestellte ByStar Fiber war mit einem Faserlaser mit 10 kW Laserleistung bestückt. Die ByStar Fiber ist in den Größen 1.500 mm x 3.000 mm und 2.000 mm x 4.000 mm erhältlich. Die maximale Positioniergeschwindigkeit beider Achsen simultan beträgt bis zu 169 m/min. Die ByStar Fiber ist mit einer Drehachse für die Laserbearbeitung von Rohren ausgestattet mit einem Hüllkreisdurchmesser von 30–315 mm. Der Schneidbereich reicht je nach Laserleistung bis zu 30 mm Dicke in Edelstahl.

Die Schwesteranlage BySprint Fiber bedient einen anderen Aufgabenschwerpunkt, sie erlaubt die Bearbeitung von Blechtafeln bis zu 12 m Länge. Mit einem 6 kW Faserlaser ausgestattet erlaubt die BySprint Fiber die Bearbeitung von Stahl, Edelstahl und Buntmetallen. Die maximale Positioniergeschwindigkeit der x- und y-Achse simultan beträgt bei der BySprint Fiber bis zu 140 m/min.

Die zweiseitige Wiederholgenauigkeit der Positionierung einer Achse der ByStar Fiber beträgt 0,05 mm, die gemittelte zweiseitige Positionsabweichung einer Achse beträgt 0,1 mm, nach ISO 230-2:2006(E), so der Hersteller.

Die von Bystronic eigenentwickelte CNC-Software ByVision Cutting besitzt einen 21.5 Zoll Touchscreen und soll einfach wie ein Smart-Phone zu bedienen sein, so Bystronic. ByVision Cutting unterstützt den Bediener mit einer Datenbank an Parametern für die gängigen Blechsorten und Schneidtechnologien. Jobliste sortieren, Schneidparameter zuweisen und Automationsmodus definieren. Je nach Maschinenmodell verfügen die Anlagen über einen automatischen Düsenwechsler, automatische Düsenreinigung und weiteren Automationshilfen für das schnelle Einrichten des Lasers.  

Mit einer Serie von standardisierten Automations- und Handlingsystemen lassen sich die Laserschneidanlagen optional und unterschiedlich nach Bedarf weiter ausbauen. ByTrans und ByTrans Extended erlauben das Be- und Entladen des Bearbeitungstisches. Der ByTrans Cross hingegen kann modular erweitert werden und erlaubt die automatisch Großteilentnahme und die Auslese vom Restblech. BySort hingegen übernimmt die vollautomatisierte Teilesortierung und kennt durch die Integration in die Software-Umgebung  BySoft die Schneid- und die Abstapelpläne. Kassetten werden automatisch aus dem Ladeturm entnommen, mit einem Vakuumsauger wird das benötigte Blech auf den Bearbeitungstisch gelegt und über einen Förderautomatismus dem Schneidsystem zugeführt. Im BySoft7 Plant Manager lassen sich alle Prozessvorgänge der Laser- und Abkantanlagen, Auslastungen, der Auftragsstatus, die Fertigungsplanung, die Lagerkapazitäten etc. planen und überwachen. Die Kopplung mit dem übergeordneten ERP-System sorgt für den erforderlichen Datenaustausch der Systeme.

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MAZAK: Yamazaki Mazak Deutschland GmbH

Mazak: Schnelle Einrichtung einer OPTIPLEX NEXUS 3015 Fiber mit Hilfe der MAZATROL Preview 3 CNC-Steuerung
Mazak: Schnelle Einrichtung einer OPTIPLEX NEXUS 3015 Fiber

Stand: 25.02.2019

Der japanische Traditionshersteller begann 1919 mit der Produktion von Werkzeugmaschinen und gehört mit seinen mehr als 8.000 Mitarbeitern in elf Produktionsstätten mit rund 83 Stützpunkten weltweit zu den Marktführern im Werkzeugmaschinenbau. Über 200 unterschiedliche Maschinentypen fertigt Mazak, von der Zweiachsen-Drehmaschine bis zum 5-Achsen-Bearbeitungszentrum, vertikale und horizontale Bearbeitungszentren, FMS Flexible Fertigungssysteme, Laserschneidanlagen mit CO2 oder mit Faserlaser, automatisierte Lagersysteme, Rohrbearbeitungsmaschinen, CNC-Systeme, CAD/CAM-Software.

Mazak setzt neben den bewährten Faserlaser-Strahlquellen auch die neue Direkt-Dioden-Lasertechnologie (DDL) mit einer Wellenlänge von 975 nm ein und präsentierte bereits Ende 2018/Anfang 2019 eine 6 kW DDL-Anlage. Durch die etwas kürzere Wellenlänge gegenüber 1.070 nm beim Faserlaser bietet der DDL Strahl ein noch besseres Absorptionsverhalten besonders bei reflektierenden Materialien, wie Aluminium, Kupfer, Messing, was einen positiven Effekt auf die Schnittgeschwindigkeit sowie die Schnittqualität besitzen soll. Auch der elektrische Wirkungsgrad des Direkt-Diodenlasers liegt nochmals höher gegenüber dem bereits guten Wert des Faserlasers, so Mazak. Bis zu 45% Wirkungsgrad soll die DDL Technologie erreichen. 

Auf der CUTTING WORLD konnten die Besucher sich von der OPTIPLEX 3015 DDL mit 4 kW Direkt-Diodenlaser überzeugen.

Die Positioniergenauigkeit der OPTIPLEX wird mit ± 0,05 mm/500mm in x- und y-Achse und mit ± 0,01 mm/500mm in der z-Achse angegeben. Die Wiederholgenauigkeit liegt jeweils in allen drei Achsen bei ± 0,03 mm, laut Herstellerangaben.

120 m/min Vorschubgeschwindigkeit in x und y, vektoriell (x und y) 170 m/min, sowie bis zu 60 m/min in der z-Achse und einer max. Beschleunigung von 1,8 G sollen möglich sein.

Die verfügbare Größen reichen vom Großformat 1.525 mm x 3.050 mm (y/x) bis zu 2.000 mm x 4.000 mm (y/x). 

Auf Wunsch kann die OPTIPLEX auch mit einem Faserlaser mit bis zu 8 kW Laserleistung geliefert werden. Der Schneidbereich reicht je nach Laserleistung bis zu 30 mm Dicke in Edelstahl und Aluminium.

Automatisierungsgrad

Ein hoher Automatisierungsgrad der OPTIPLEX-Anlagen reduziert die Einrichtung des Lasers enorm. Mazak unterteilt die Automatisierungen in drei Stufen: ISF Intelligente Set-Up Funktionen, IMF Intelligente Monitoring Funktionen und ICF Intelligente Cutting Funktionen. Im Einzelnen:

  • ISF Intelligente Set-Up Funktionen:
    Strahldurchmesserregelung,
    Fokuslagenerkennung,
    auto. Höhenfindung,
    auto. Fokuspositionierung,
    auto. Düsenwechsel und
    auto. Düsenreinigung.
  • IMF Intelligente Monitoring Funktionen: Schneidkopf ist mit einem Sensor bestückt, der die Erkennung von Fehlern erlaubt:
    Einsticherkennung,
    Plasmaerkennung,
    Abbrennerkennung.
  • ICF Intelligente Cutting Funktionen:
    Leistungsrampenfunktion mit Feinregulierung,
    Flash-Cut

Natürlich geht die Automatisierung darüber hinaus, denn auch diese Anlagen können optional an ein automatisiertes Lagersystem Quick Cell®, an Förderer wie dem Automatisierungssystem ROBO SMART CELL oder an ein Portalladesystem GL angeschlossen werden, so dass die Anlagen automatisch mit Blechtafeln bestückt bzw. die Zuschnitte automatisch entnommen werden können. Die Verknüpfbarkeit mit weiteren Fertigungszellen ist ebenso möglich. Mit Hilfe einer optionalen MTconnect-Schnittstelle liefert die OPTIPLEX-CNC, die MAZATROL Preview G strukturierte XML-Daten an übergeordnete Systeme, so dass eine Visualisierung oder Weiterverarbeitung der Daten ermöglicht werden kann.

Ausblick in zukünftige und bahnbrechende Laseranwendungen

Dass der Laser in der Medizin aber auch in der Industrie nicht mehr wegzudenken ist, ist weitläufig bekannt. Der Laser findet seinen Einsatz bei Scannern für selbstfahrende Fahrzeuge oder zur Vermessung von Gegenständen. Doch die neusten Laser-Applikationen versetzen immer mehr Akteure ins Staunen und manche der hier vorgestellten Laseranwendungen gelten bereits als Standard:

  1. Mit Hilfe des Lasers holographische Bilder im freien Raum erzeugen, die auf Berührung reagieren, wie mit einer Tastatur
  2. Mit Laserscannern die Straße nach verdeckten Schlaglöchern abscannen und das auf 4m Breite bei einer Scangeschwidigkeit von 100 km/h
  3. Mit Laser Unkraut auf Feldern und in Gärten beseitigen, natürlich von fliegenden Drohnen
  4. Mit dem Laser Sprengstoff aus 100 m Entfernung erkennen, auch durch Koffer hindurch
  5. Laser als Ersatz für Xenon-Lampen in Kraftfahrzeugen - heute bereits Standard
  6. Laserstrahl ersetzt Zündfunke in Verbrennungsmotoren - heute wenig Zukunft
  7. Laserbohrer für die fast schmerzfreie Karriesbehandlung - heute machbar
  8. Laser erzeugt Regentröpfchen in der Luft, zwecks Wetterbeeinflussung
  9. Lasereinsatz bei 3D-generativem Verfahren erzeugt Gegenstände aus pulverisiertem Material bestehend aus Stein, Metallen, Kunststoffen etc., die komplexere Geometrien und Strukturen aufweisen können, als Gegenstände, die durch konventionelle Bearbeitungen (Fräsen, Drehen, Schweißen etc.) gewonnen werden - heute bereits Standard.
  10. In der Schweiz wurde erprobt, in wie weit sich Blitze mit dem Laser ablenken bzw. kompensieren lassen.
  11. Installation von Hochleistungslasern auf Kriegsschiffe und anderen Fahrzeuge zum Abfangen von anfliegenden Raketen und Drohnen.

Nicht jede der hier vorgestellten Laser-Innovationen ist schon alltagstauglich (Stand 2022) - aber es ist ein Beleg für die Schaffenskraft menschlichen Erfindungsgeistes und die vielfältigen Möglichkeiten dieser kohärenten Strahlung. Und wir stehen noch am Anfang der Laserära.

Der Laser als Schneidwerkzeug im Metallbereich hat sich etabliert.

  • Er schneidet im Mikrobereich Stands für den Blutkreislauf, Uhrenwerke und andere Kleinstanwendungen.
  • Der Laser schneidet aber auch Rohre und Metalle auch in XXL-Größen bis 25.000 mm Schneidlänge und auch darüber hinaus.
  • Er schneidet mannlos vollautomatisiert dreischichtig
  • und er schneidet zur Zeit (Stand Oktober 2024) in bis zu 800 mm dicken Stahl und auch andere Metalle und Stoffe.