Trend 2: "Dickere Zuschnitte"
Mit jedem Leistungssprung des Lasers wird auch die Grenze für die erzielbare maximale Schneidicke erhöht. Waren noch vor wenigen Jahren die Materialdicken um 15 mm bis 20 mm in Normalstahl das Maß der Dinge, so werden heute Werte von 50 mm bis 55 mm Dicke in Baustahl geschnitten. Besonders interessant dürfte dabei sein, dass auch der Schneidbereich der Buntmetalle, also Aluminium, Kupfer, Messing, etc. weiter deutlich angestiegen ist. Stark reflektierende Stoffe, in denen der CO2-Laser kaum signifikante Schneiddicken erreichte, sind für den Faserlaser dank dem guten Einkoppelverhalten, das seiner Wellenlänge geschuldet ist, problemlos zu schneiden. Selbst 50 mm dicken Edelstahl schneidet der Faserlaser mit akzeptabler Geschwindigkeit.
Ein Problem des Faserlasers beim Dickblechschneiden liegt in seinem geringen Laserstrahldurchmesser begründet. Der Laserstrahl mit einer Wellenlänge von ca. 1,07 µm erzeugt eine derart feine Schneidfuge, dass es kaum möglich ist, dickes Schneidgut aus seinem Nest heraus zu ziehen. Auch das Ausblasen des Schnittfugenmaterials ist bei der geringen Schnittbreite problematischer als beim CO2-Laser mit seiner rund zehnfachen Wellenlänge.
Die Ausweitung der maximalen Schneiddicke kann jedoch nicht nur mit mehr Leistung erzielt werden, sondern eben auch durch neuartige Schneidtechniken. Die Laserstrahlaufweitung sei es durch Optik oder durch andere Durchmesser der Glasfasern oder durch eine besondere Modulation des Laserstrahls erlauben die Erzielung höherer Schnittgeschwindigkeiten und das Trennen dickerer Metalle. Gleichgültig wie es gemacht wird, in jedem Fall haben die Hersteller durch geeignete Methoden das Einsatzspektrum erweitert.
Stand der Technik zum Oktober 2024: Auf YouTube wurde ein Laser mit 200 kW vorgestellt, mit dem 800 mm dicker Stahl getrennt wurde. Die nächste Zielgröße des Unternehmens ist das Trennen von 1.000 mm dickem Stahl.
Natürlich entspricht die Schnittqualität nur einem Trennschnitt, aber es wurde gezeigt, dass es nahezu kein Limit mehr für den Laser gibt. Wenn 800 mm getrennt werden können, wie sehen dann 100 oder 200 mm zukünftig aus? Die Frage, die sich stellt, zu welchen Schnittkosten ist dieser Luxus-Zuschnitt möglich? Ist es wirtschaftlich mit dem Laser so dickes Material zu schneiden?
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