- Es schien wie ein heller Schweif am Laserhorizont, als der von der Physik seit rund 40 Jahren bekannte Festkörperlaser sich durch Miniaturisierung und Effizienz zum bezahlbaren Preis als Faserlaser präsentierte.
- Der Festkörperlaser generiert den Laserstrahl mit Hilfe von Halbleitern, den Festkörper-Pumpen-Dioden. Je nach Hersteller werden dabei andere Strategien eingesetzt. Am Markt trifft man unter anderem auf Scheibenlaser, Ytterbium Laser und Diodenlaser u.s.w.. Allen gemein sind die hervorragenden Wirkungsgrade dieser zu den Festkörperlasern zählenden Gattung und die besonderen Eigenschaften, die den Faserlaser auch im dicken Schneidbereich sehr interessant erscheinen lassen.
- Noch vor rund einem Jahrzehnt konnte man in einschlägiger Fachliteratur lesen, dass Diodenlaser für die Materialbearbeitung ungeeignet seien, da diese nicht genügend Leistung zur Verfügung stellen können - doch dies ist längst Geschichte.
Was macht ihn so besonders? Wie konnte er so schnell den Schneidmarkt erobern?
Wir sehen einen möglichen Grund der schnellen Verbreitung in Industrie und Handwerk in seiner Entwicklungsgeschichte. Sein Leistungspotential verhält sich ähnlich wie wir es aus der Computer- und Halbleiterindustrie erleben: In einem gewissen zeitlichen Turnus, beim Computer ca. alle zwei Jahre, verdoppelt sich die Integrationsdichte der Transistoren und Speicherchips, so dass man in kurzen Intervallen zum gleichen oder niedrigeren Preis die nahezu doppelte Leistung erhält. Analog dazu verhält es sich beim Faserlaser, bei dem ebenso in kurzen Zyklen seine Leistung signifikant erhöht und gleichzeitig sein Preis reduziert wurde! Eine optimale Eigenschaft, um hohe Marktanteile zu gewinnen.
So verwundert es kaum, dass bereits 12 Jahre später Faserlaser mit 30 kW Leistung auf dem Markt verfügbar sind zum annähernd gleichen Preis, wie eine 3 bis 4 kW-Anlage in der Startphase.