Auch wenn die Vielfalt der Angebote für Laserschneidanlagen sehr hoch ist, so versuchen wir eine grobe Übersicht für die Planung des zukünftigen Lasercutters zu erstellen, die ohne Gewähr ist. Die Preise befinden sich in einer marktbedingten Entwicklung, so dass auch starke Schwankungen zu diesen Angaben möglich sind.
- Für Do-It-Yourself Akteure
Wer sich einen Lasercutter selber bauen möchten und bereits einen xy-Koordinatentisch mit CNC-Steuerung, Schrittmotoren und DXF-Schnittstelle sein eigen nennt, stellt sich die Frage nach dem Preis einer geeigneten Strahlquelle, die es zu adaptieren gilt.
Bis vor wenigen Jahren galt noch die Faustformel pro 1 kW Laserleistung müsse man rund 50.000,- Euro zahlen. Doch dies ist Geschichte. Heute können Faserlaserstrahlquellen mit 1 kW Leistung bereits für deutlich unter 50.000,- Euro am Markt erstanden werden und zum Teil auch unter 25.000,- Euro.
- Darüber hinaus lebt die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit einer Laserschneidanlage von den korrekten Betriebsparametern. Im Eigenbau müssen alle erforderlichen Parameter für Gase, Drücke, Durchflüsse, Schnittgeschwindigkeiten, Abstande, Fokuslagen etc. selber ermittelt werden - und jeder dieser Parametersätze muss für jede Materialart und Dicke erstellt werden. Dies kann ein aufwendiges und kostspieliges Unterfangen werden und am Ende zu höheren Kosten führen, als wenn man gleich eine fertige und CE-konforme Anlage gekauft hätte.
- Importe aus Asien:
Wird die Ware direkt aus Asien bezogen, so kann gerade der Kaufpreis ein verführerisches Motiv darstellen. Aber Achtung: Laser unterliegen einer Reihe von sicherheitstechnischen Anforderungen und Gesetzen, welche die importierten Anlagen nicht immer erfüllen, daher ist Vorsicht geboten. Der Betreiber der Anlage haftet gemäß Produkthaftung. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein nichteuropäisches Unternehmen mit der neuen Maschinenverordnung, die seit 2023 Gültigkeit hat oder mit dem EU-CRA* und der NIS2-Richtlinie* Probleme haben könnte bzw. diese nicht in allen Punkten erfüllt. Daher ist von fragwürdigen Grauimporten, welche diese gesetzlichen Bedingungen nicht erfüllen, abzuraten bzw. mit größter Vorsicht zu begegnen.
- Fertiganlagen:
Für Unternehmen, die weniger gerne experimentieren, sondern lieber direkt in die Produktion einsteigen möchten, wird es sich eher empfehlen, gleich zu einer Fertiganlage zu wechseln. Dabei besteht der Lasercutter aus der Strahlquelle, der Strahlführung, dem Laserschneidkopf, dem xy-Koordinatentisch samt CNC und CAD/CAM-Steuerung sowie - nicht vergessen - einer ordentlichen Staubfilterung und einer CE-konformen Einhausung. In diesem Fall sehen die Kosten gleich ganz anders aus und liegen, je nach Leistung, Automatisierung und Tischgröße im Bereich von ca. 500.000 Euro bis 1.500.000 Euro und auch darüber hinaus.
Mittlerweile kommen auch Laserschneider für unter 300.000,- auf den Markt, wobei man auch hier genau unterscheiden sollte, welche Anforderungen, Qualitäten, Ausbaumöglichkeiten und Serviceleistungen damit verbunden sind.
- Lasercutter mit Automatisierung:
Unternehmen, die im großen Stiel in das Lasergeschäft einsteigen, setzen auch auf eine wirtschaftliche Intralogistik und bauen um den Laserschneider gleich die passende Beschickung mit ein. Hochregallager, automatische Zufuhr und Entnahme der Platten und Teile bis hin zur Einsortierung der Zuschnitte auf Paletten können Handlingsysteme übernehmen. Selbstverständlich vollautomatisiert und auftragsbezogen, so wie es eine vernünftige Digitalisierung und Automatisierung heutzutage ermöglichen.
Dass dabei die Preise schnell die 1 Mio. Marke übersteigen, dürfte nicht wundern. Entsprechenden Durchsatz an Laserteilen vorausgesetzt, kann man die Wirtschaftlichkeit und die Produktionskapazität eines derartig automatisierten Systems nicht mit einem einfachen Lasercutter vergleichen.
* EU Cyber Resilience Act (EU-CRA) (offiziell Cyberresilienz-Verordnung) ist die erste EU-weite Verordnung, die einheitliche und verbindliche Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen (Hardware und Software) festlegt.
* NIS2 (Network and Information Security Directive 2) ist eine EU-Richtlinie zur Stärkung der Cybersicherheit. Ihr Ziel ist es, Unternehmen und kritische Infrastrukturen in Europa besser vor Hackerangriffen, Datendiebstahl und Systemausfällen zu schützen.