Status 2026: Plasmaschneiden im harten Wettbewerb

Plasmaschneiden ist kein Auslaufmodell – aber auch keine Universallösung. Während Hochleistungs-Laser Marktanteile gewinnen, bleibt die Plasmatechnik (z.B. XPR® / HiFocus® und Q-Baureihe) bei Baustahl über 25 mm und Edelstahl-Großformaten die wirtschaftliche Messlatte. Wir beleuchten die aktuelle Effizienz, stellen Ihnen den Stand der Technik vor und behandeln die Frage: Ist Plasmaschneiden die ultimative Lösung für Sie?

Auf dieser Seite finden Sie eine strukturierte Übersicht zu Eigenschaften, Kosten, Anwendungen und Marktfragen rund um Plasma – mit direktem Zugang zu vertiefenden Fachartikeln.

Experten-Check: 4 Dinge, die Sie heute über Plasmaschneiden wissen müssen

1. Ist Plasmaschneiden der richtige Schneidprozess für Ihre Plasmazuschnitte? Erfahren Sie alles über Plasma und vergleichen Sie es mit dem Laser, Wasserstrahl und Autogenbrenner.

2. Haben Sie hohe Anforderungen an die Schnittqualität bei Blechen über 20 mm? In diesem Bereich spielt die Wahl der Plasmastromquelle ihre Stärken gegenüber dem Laser aus. Erfahren Sie hier mehr über Schnittqualität und Präzision.

3. Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen, wie sieht die Wirtschaftlichkeit aus, wenn Sie mit Plasma schneiden?

4. Plasma-Grundlagen: Wie funktioniert Plasmaschneiden, wie muss der Plasmastrahl aussehen, wenn der Plasmazuschnitt gut werden soll?

Wenn Sie wenig Zeit haben, schlagen wir Ihnen einen 2-Minuten-Check vor:
Checken Sie die Kosten pro Schneidmeter sowie die Tabelle zum Vergleich der Schneidverfahren.

Dipl.-Ing. Gerhard Hoffmann, Elektro- und Automatisierungsingenieur
Dipl.-Ing. Gerhard Hoffmann, Elektro- und Automatisierungsingenieur

Autor: Dipl.-Ing. Gerhard Hoffmann

Vita und beruflichen Stationen, Erfahrungen

Unabhängige Experten-Instanz & Fachdiskurs
"Das Schneidforum.de basiert auf einem Wissensschatz, der durch jahrzehntelange Praxiserfahrung exklusiver Industrieberatungen und tiefgreifender Analysen gereift ist. Dieses neutrale Fachwissen ist unsere Primärquelle und unabhängig von Herstellerinteressen."

Warum wir keine pauschalen Antworten geben:
"Jede Produktion ist individuell. Eine seriöse Bewertung von Wirtschaftlichkeit und Sicherheit erfordert die Betrachtung des gesamten Betriebskontexts. Wir beraten auf Basis von Fakten, nicht auf Basis von Vermutungen. Auch die im Schneidforum vorgestellte Zahlen, Daten oder Vorschläge müssen auf die eigene Produktion übertragen und angewendet werden."

1. Ist Plasmaschneiden der richtige Schneidprozess für Sie?

Plasmaanwender entscheiden häufig nach folgenden Kriterien, ob Plasma das richtige Werkzeug für sie ist:

Warum Plasmaschneiden? Die Vorteile im Überblick

  • Schnelligkeit: Plasmaschneiden ist deutlich schneller als das klassische Brennschneiden mit der Flamme (autogenes Brennschneiden). Es spart Zeit, erhöht die Produktivität und lässt sich gut automatisieren.
  • Vielseitigkeit: Während das Brennschneiden nur bei einfachem Stahl funktioniert, schneidet Plasma fast alles, was Strom leitet, einschließlich Aluminium, Kupfer und anderen Metallen. Plasma schneidet auch verzunderte, angerostete oder gar grundierte Bleche.
  • Präzision: Der gebündelte Gasstrahl mit seiner hohen Schnittgeschwindigkeit sorgt dafür, dass der Bereich neben dem Schnitt relativ kühl bleibt. Das Material verzieht sich nur wenig und es entstehen saubere, präzise Schnitte im Rahmen der möglichen Genauigkeitsgrenzen ISO 9013.

Erfahren Sie alle Vorteile - aber auch die Nachteile von Plasma. Was überwiegt bei Ihnen?

Wie dick kann man mit Plasma schneiden?

Mit Plasma können viele Metalle von 0,5 bis 160 mm Dicke geschnitten werden!

Wirtschaftliches Plasmaschneiden reicht bis ca. 50 mm Blechdicke.

Bei bestimmten Legierungen sinkt der maximale Schneiddickenbereich erheblich.

Plasmateil 70 mm dick
Stahlteil 70 mm dick mit Plasma geschnitten

Welche Materialien kann man mit Plasma schneiden?

Bild: Baustahl 3, 6 und 10 mm dick mit Plasma Hypertherm HPR260 geschnitten
Bild: Baustahl 3, 6 und 10 mm dick mit Plasma Hypertherm HPR260 geschnitten

Brennerabhängig lassen sich die folgenden Materialien plasmaschneiden:

Metalle:

  • Gut mit Plasma schneidbar:

Stahl, alle Arten, bis max. ca. 160 mm Materialdicke; Werkzeugstahl; Baustahl; hitzebeständiger Stahl; hochfeste Stähle; Edelstähle, wobei man je nach Legierung andere Schnittergebnisse, was Grat und Schnittparameter betreffen, erhält, kann ebenso wie Aluminium bis max. ca. 160 mm Materialdicke mit Einschränkungen, z.B. Anstechen nur vom Rand plasmageschnitten werden.

  • Weniger gut schneidbar, bzw. mit reduzierter Qualiät, Dicke, Geschwindigkeit:

Kupfer; Messing; Magnesium und Bronze; plattierte Stähle (z.B. für die Rüstungsindustrie); grundierte Bleche wie Schaltschränke lassen sich plasmaschneiden, sofern die Lackdicke einen bestimmten Wert nicht überschreitet

Wenn Sie Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing oder Grauguss schneiden wollen, gibt es noch weitere Kriterien, die beachten werden müssen.

Metalle mit geringer elektrischer Leitfähigkeit, wie Blei, lassen sich nur schlecht mit Plasma schneiden und auch bei eloxiertem Aluminium kann es zu Problemen kommen.

Nicht-Metalle:

Bei Nicht-Metallen kommt in der Regel das Plasmaschneidverfahren mit dem nichtübertragenden Lichtbogen zum Einsatz.

  • Kunststoffe, die elektrisch leitfähig sind; Beton, wenn nur ein Trennschnitt mit stehendem Lichtbogen erforderlich ist; Gitterroste lassen sich über einen stehenden Lichtbogen oder über ein Opferblech oder eine Opferelektrode schneiden

In welchen Branchen wird das Plasmaschneiden häufig eingesetzt?

Plasma mit übertragendem Lichtbogen (ist der Normalfall) kommt zum Einsatz:

  • Metallbau, Schlosserei, Behälterbau, Heizungs-, Klima-, Lüftungsindustrie HKL, Maschinenbau, Stahlbau, Fahrzeugbau, Baustellenfahrzeuge, Anlagenbau, Kessel-, Behälter-, Ofenbau, Apparatebau, Chemische Industrie, landwirtschaftliche Maschinen, Fassadenbau, Treppenbau, Stahlhandel, Service-Center, Jobshops, Lohnschneider

Plasmaschneiden mit nicht-übertragendem Lichtbogen:

  • Mobiler Einsatz auf Baustellen z. B. Lichtschächte, Gitterroste. Spezielle Anforderungen, wenn nicht Strom leitende Stoffe geschnitten werden sollen. Plasmareinigen, Plasmabeschichten.
Plasmazuschnitte im Stahlbau
Plasmazuschnitte im Stahlbau

Wie genau kann man Plasmaschneiden in 2026?

Die Genauigkeit des Plasmazuschnitts hängt vom Plasmabrenner-Typ und weiteren Kriterien ab. Je komplexer die Geometrie, je mehr Löcher und Durchbrüche sie erhält, desto weniger genau wird der Schnitt.

Mögliche Genauigkeiten liegen, wenn Plasma im sweet-spot für Baustahl betrieben wird, bei ± 0,2 mm bis ± 0,4 mm mit Highdefintion-Feinstrahlplasma - mehr dazu in der ISO 9013 an.

Feinstrahlplasma kann Löcher mit einem Verhältnis von 0,75 zu 1, also Lochdurchmesser zu Materialdicke, mit hoher Genauigkeit schneiden. Beispiel: Ein 7,5 mm Loch in 10 mm Baustahl kann mit ± 0,2 mm oder besser geschnitten werden bei 60 A Schneidstrom mit Sauerstoff als Plasmagas.

Plasmateile mit Bohrungslöchern für M4-Gewinde in 3 mm Baustahl
Plasmateile mit Bohrungslöchern für M4-Gewinde in 3 mm Baustahl
Hersteller der Schneidbranche

Hier gelistete Premiumhersteller stellen sich vor:

Plasmaschneiden vs. Laserschneiden: Was spricht für welches Schneidverfahren?

  • Plasmaschneiden gilt als wirtschaftlicher als Laserschneiden ab bestimmten Blechdicken. Betreiber nutzen den Laser oft bis 20 max. 25 mm, je nach Laserleistung auch darüber. Ab dieser Dicke steigt der Gasverbrauch jedoch unverhältnismässig hoch an, bei gleichzeitigem Rückgang der Schnittgeschwindigkeit gegenüber Plasma, so dass Plasma bei dicken Stählen der wirtschaftlichere Schneidprozess mit einem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis ist.
  • Plasmaschneiden, wenn Ihr Material im Hauptbereich von 25/30 mm bis 50 mm Dicke liegt
  • Wenn die Bearbeitung von stark verrosteten oder lackierten Oberflächen (Max. Schichtdicke bis zu < 100 µm) verlangt wird, ist Plasma die bessere Wahl.
  • Wenn die Umgebungsbedingungen als rau bezeichnet werden müssen, dann bietet Plasma eine erhöhte Prozessstabilität. Es ist unempfindlicher gegen Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit und Staub als der Laser.
  • Wenn Ihre Anforderungen an die Schnittgenauigkeit sehr hoch sind, gemäß ISO 9013 eher der Klasse 1 entsprechen, sollten Sie den Laser einsetzen.
  • Liegt der Hauptbereich Ihres Materials im unteren Dickenbereich von 1 bis 25 mm, spricht dies eher für das Laserschneiden.
10 mm VA-Edelstahlteil: rechts Laserteil (mit CO2-Laser), links Plasmateil (HyDefinition-Schnitt mit Argon/Wasserstoff)
10 mm VA-Edelstahlteil: rechts Laserteil (mit CO2-Laser), links Plasmateil (HyDefinition-Schnitt mit Argon/Wasserstoff)

Im Schneidforum bündeln wir Wissen – auf LinkedIn führen wir die Diskussion dazu.

Warum wir zu unseren Fachbeiträgen in LinkedIn verlinken:
Die verlinkten Diskussionen in der Fachwelt dienen dazu, die technischen und wirtschaftlichen Benchmarks aus neutraler Sicht zu definieren. Gleichzeitig bieten diese Diskussionen einen Einblick in das aktuelle Stimmungsbild der Branche – als Ergänzung zu unserer fundierten Beratungs-Expertise. So erhalten Sie ein ungefiltertes Bild der aktuellen Marktsituation – diskret, objektiv und ohne Werbefokus. Mit Klicken auf einen Beitragslink gelten die Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Anbieters. Es werden keine Personendaten von uns übertragen.

Plasma versus Autogen

Plasmaschneiden ist das wirtschaftlichere Schneidverfahren bis zu einer Materialdicke von 32 bis 35 mm - im direkten Vergleich ein Plasmabrenner gegen einen Autogenbrenner sogar bis über 40 mm. Plasma schneidet bis zu diesen Dickenbereich bis zu 10 mal schneller.

  • Plasma benötigt keine Vorheizzeit, wie das Autogenschneiden.
  • Plasmazuschnitte können enger geschachelt werden und erzeugen weniger Verschnitt.
  • Autogenzuschnitte benötigen jedoch keine elektrische Energie und haben geringere Anforderungen an die Absaugung.
  • Autogenschnitte zeichnen sich ebenso durch eine geringe Rauheit aus und durch senkrechte Schnittkanten.
  • In der Regel ist der Brennzuschnitt eine Genauigkeitsklasse schlechter als Plasma.

Plasma versus Wasserstrahl

Wasserstrahlzuschnitte unterscheiden sich durch die Vielfalt an schneidbaren Stoffen und durch den kalten Schnitt - ein Schnitt der durch das Abrasivmittel kühl bleibt und das Gefüge des Materials nicht verändert und auch keine Aufhärtung zeigt. Das Schnittbild ist sehr hochwertig, wenn in der höchsten Stufe Q5 geschnitten wird - was jedoch zu einer langsamen Schnittgeschwindigkeit führt. Je nach zu schneidendem Teil eignet sich aus Kostengründen der Einsatz von Wasser nicht, wenngleich seine Genauigkeit so gut wie beim Laser ist.

Welche Unterscheidungsmerkmale gibt es noch im Vergleich Plasmaschneiden versus Laser, Autogen, Wasser?

Eine tabellarische Gegenüberstellung der Schneidverfahren erleichtert Ihnen die Übersicht: Unterschied Plasma im Vergleich zu anderen Schneidverfahren

2. Wie können Sie die Schnittqualität erhöhen? Wie vermeiden Sie typische Fehler?

Plasma besitzt gewisse elektrische Eigenschaften, die man kennen sollte, damit teure oder ärgerliche Fehler vermieden werden.

Woran erkennen Sie einen guten Plasmaschnitt?

  • Minimale Riefenbildung (glatte Kante).
  • Rechtwinkligkeit innerhalb der ISO 9013 Toleranzklassen.
  • Wenig Bartbildung an der Unterkante (reduziert das Entgraten)
Optimaler Schnitt mit Plasmaschneiden mit Feinstrahlplasmabrenner von 3 mm S235: Saubere Konturen
Plasmaschneiden mit Feinstrahlplasmabrenner von 3 mm S235: Optimaler Schnitt

Wie finde ich den Fehler beim Plasmaschneiden?

Im Normalfall ist das Plasmschneiden sehr fehlertolerant, doch gerade für den Anfänger gibt es zu Beginn einige Hürden, wenn die Schnittqualität nicht den gewünschten Anforderungen entspricht. In so einem Fall kann die Fehlerkette groß sein und Hilfe ist nötig.

Ein Blick auf das Schnittbild liefert dem Experten bereits einige Hinweise auf potentielle Fehlerquellen. Damit Ihnen das auch. gelingt, haben wir einige Tipss für Sie zusammengestellt: Expertenwissen zu den Fehlerquellen

Beliebte Produkte der Schneidbranche

Hier gelistete Premiumhersteller präsentieren:

Anzeige
ProCom Clouver IIoT-Dashboard
Produktivität überwachen. Kosten …
Von: ProCom Automation
Preis auf Anfrage
Hypertherm Powermax30® XP
Professionelles Plasmagerät für …
Von: Hypertherm Europe
Preis auf Anfrage
E°Darc C Antriebssystem
Das Antriebssystem für Flexibilität ohne …
Von: ECKELMANN
Preis auf Anfrage
High End für anspruchsvollste Aufgaben
Einzigartige Ergonomie am Arbeitsplatz …
Von: Eckert Cutting Technology
Preis auf Anfrage
E°SL: Kompakt-Servomotoren
Die permanent erregten E°SL …
Von: ECKELMANN
Preis auf Anfrage
Anzeige
Smarte CNC-Finanzierung: Wie Pay-Per-Use CNC-Maschinen günstiger macht!

Mit Klick auf „Video laden“ willigen Sie ein, dass Inhalte von YouTube geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten (z. B. Ihre IP-Adresse) an Google übertragen werden.

Smarte CNC-Finanzierung: Wie Pay-Per-Use CNC-Maschinen günstiger macht!
Anzeige
Hybrid CNC 3D Cutting: Plasma + Waterjet for Stainless Steel | Opal Waterjet Combo by Eckert

Mit Klick auf „Video laden“ willigen Sie ein, dass Inhalte von YouTube geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten (z. B. Ihre IP-Adresse) an Google übertragen werden.

Hybrid CNC 3D Cutting: Plasma + Waterjet for Stainless Steel | Opal Waterjet Combo by Eckert
Anzeige
 Company Imagevideo ProCom Automation

Mit Klick auf „Video laden“ willigen Sie ein, dass Inhalte von YouTube geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten (z. B. Ihre IP-Adresse) an Google übertragen werden.

Company Imagevideo ProCom Automation

3. Mit welchen Kosten müssen Sie rechnen, wie sieht die Wirtschaftlichkeit beim Plasmaschneiden aus?

Plasmaschneiden schafft eine hohe Produktivität, wenn man es recht einzusetzen weiß. Wenn man den Gewinn des Zuschnitts jedoch in Wartungskosten und Verschleißteilen versenkt, dann sinkt nicht nur die Produktivität, sondern das Unternehmen verliert seine Marge. Finden Sie mit unseren Beiträgen heraus, an welchen Stellschrauben Sie optimieren können.

Was kostet Plasmaschneiden?

Wenn wir die Verschleißteile, die Energiekosten Strom und Gas zu den Betriebskosten zählen, ergibt sich aus unserer Erfahrung folgender Kostenüberblick. Die Betriebskosten eines Plasmabrenners schwanken je nach Modell, je nach Schneidstrom und der zu schneidenden Dicke.

  • Handplasmabrenner zwischen 5,- bis 10,- Euro pro Schneidstunde

  • Maschinenbrenner liegen die Kosten eher bei 20,- Euro bis 60,- Euro, je nachdem in welchen Materialdicken man sich bewegt, auch darüber.

  • Je dicker man schneidet, desto höher der Energiebedarf und desto kurzlebiger die Verschleißteile.

Sie fragen sich, was eine CNC-Plasmaschneidanlage kosten kann?

Sie wollen die Schnittkosten pro Meter im Vergleich der Schneidverfahren wissen?

Plasmazuschnitt in Serie: Die hohe Schnittgeschwindigkeit beim Plasmaschneiden reduziert die Stückpreise signifikant
Plasmazuschnitt in Serie: Die hohe Schnittgeschwindigkeit beim Plasmaschneiden reduziert die Stückpreise signifikant

Wie oft muss man die Düsen wechseln?

Dies hängt vom Brennertyp, dem Schneidstrom, dem Abstand vom Brenner zum Schneidmaterial und der Kühlung ab. Generelle Aussagen sind daher gar nicht möglich. Die Lebensdauer von Düse, Elektrode spiegelt sich im Betriebsstundensatz wider.
Hier einige Eckwerte zur Orientierung:

  • Eine Düse kann zwei bis vier Stunden halten. Bei Handbrennern auch darüber hinaus. Beim Schneiden von dicken Materialien kann auch jede Stunde eine Düse fällig werden. Uns sind Fälle bekannt, in denen die Düse 8 Stunden stand hielt.

  • Faustregel: Eine Elektrode kann bis zu zwei Düsenwechsel aushalten. Abhängig von der Anzahl der Anstiche und des Stromes.
  • Neben Düsen und Elektroden sind auch Wirbelringe, Shield-Kappen, Schraubkappen, der Brennerkörper und das Brennerschlauchpaket Verschleißteile, die eine wesentlich längere Lebensdauer besitzen.

In einem speziellen Kapitel über Verschleißteile erfahren Sie mehr Details und wie man die Lebensdauer optimieren kann. Typischerweise können bei Normalbetrieb je nach Brennertyp und Leistung die Verschleißteile von 10,- bis 50,- pro Stunde betragen, in besonderen Fällen auch darüber hinaus.

Welches Gas braucht das Plasmaschneiden?

Plasmabrenner benötigen Strom und Gas. Bei einfachen Aufgaben und Brennern genügt Luft oder Stickstoff.

Leistungsfähige Maschinenbrenner arbeiten mit Sauerstoff und weiteren Mischgasen z.B. F5 Formiergas für das Schneiden von Edelstahl, die optimal zum jeweiligen Werkstoff passen.

Übliche Betriebsdrücke zum Schneiden liegen bei 4 bis 8 bar. Sauerstoff und Stickstoff werden in der Regel im Bündel eingesetzt.
Argon/Wasserstoffgemisch oder Formiergase genügen oft als Einzelflasche mit 200 oder 300 bar.

Welches Gase und welche Menge benötigt wird, beschreiben wir ausführlich und beachten Sie auch, wie sehr ein Gas mit schlechter Reinheit zu Problemen führt, dies kann sehr teuer werden.

Bild 6: Zu einer gut gepflegten Maschine gehört auch ein gewarteter Schneidkopf mit sauberen Verschleißteilen
Bild 6: Zu einer gut gepflegten Maschine gehört auch ein gewarteter Plasmaschneidkopf mit sauberen Verschleißteilen

Wie aufwendig ist die Wartung des Plasmabrenners?

Die Plasmastromquellen sind in der Regel sehr robust und wartungsarm aufgebaut.

  • Min. einmal pro Jahr Austausch der Kühlflüssigkeit, sofern der Brenner keine Luftkühlung besitzt.
  • Überprüfung aller elektrischen und gasführenden Verbindungen
  • Modellabhängig: Austausch des Pilotrelais
  • Hinweise der Hersteller in den Handbüchern beachten
  • Bei Bedarf das Schlauchpaket zum Brenner
  • Geschätzter Aufwand: 2.000 bis 3.000 Euro p.a.
FAQ Kosten beim Plasmaschneiden senken, Wirtschaftlichkeit, Auslastung erhöhen

Kosten runter beim Plasmaschneiden! 7 Tipps, wie Sie Ihre Verschleißteilekosten senken können

Frage: Wir können wir die Schnittkosten beim Schneiden mit Plasma senken?

Antwort: Generell gilt:

  • Plasmaschneiden gilt als das wirtschaftlichste Trennverfahren bis ca. 40/50 mm Stahldicke.
  • Unterhalb von ca. 25 mm hat der Faserlaser die Nase vorn
  • Oberhalb von ca. 40/50 mm sollte Autogen eingesetzt werden.

Dennoch kann es passieren, dass die Kosten bei Plasmabrenner aus dem Ruder laufen.
Dies kann viele Gründe haben. Wie Sie die Kosten senken können, dazu haben wir 10 Tipps erstellt.


Die Verschleißteilekosten können bei hoher Auslastung pro Schicht im unteren Dickenbereich im Jahr 5.000 bis 10.000 Euro betragen. Wird überwiegend dickes Material geschnitten, können diese Kosten auch schnell auf 15.000 bis 25.000 € pro Jahr pro Brenner anwachsen und auch darüber hinaus.

Im Mehrschichtbetrieb ist diese Summe mit entsprechendem Faktor zu multiplizieren, so dass eine Summe pro Jahr zusammen kommen kann, bei dem die Frage nach einer Kosteneinsparung/Optimierung sehr sinnvoll ist.

7 Tipps, wie Sie Ihre Verschleißteilekosten senken können:

  1. Sauberkeit beim Teilewechsel.
  2. Materialausgabe für Verschleißteile: Nur Neuteile gegen Altteile ausgeben!
  3. Maschinen-Optimierung, besonders auf optimale Höhenregelung achten oder gegen eine Bessere auswechseln!
  4. Wechsel der Kühlflüssigkeit: Verdickung, Verschlammung führt zu einer Verstopfung der mikrofeinen Kanäle im Brenner, so dass die Kühlung stark abnimmt. Daher min. 1 mal pro Jahr Wechsel der Kühlflüssigkeit UND durchspülen des Schlauchpakets, Reste entfernen! Originalflüssigkeit verwenden!
  5. Überhitzung vermeiden: Nie im Trennschnittbereich lange Zeit schneiden!
  6. Lochstechen bei dicken Materialien mit alten Düsen, schont die neuen Teile!
  7. Ein für Plasmaschneiden zugelassenes und bewährte Keramikspray einsetzen, so dass die Teile länger halten. Das Spray erzielt eine bessere Kühlung und ein leichteres Abfallen der Schlackereste am Brennerkopf. Dies muss aber im Einzelfall überprüft werden, da bei 50 % der Anwendungen keine signifikante Verbesserung von uns festgestellt werden konnte und es in einigen Fällen sogar zu Störungen und Schäden führte. Doch dort wo es wirkte, sprachen manche Anwender von einer Verdreifachung der Lebensdauer des Shields und einer Verdoppelung bei der Düse. Bitte vorher sicherstellen, ob das Spray plasmatauglich ist, vom Maschinenhersteller zugelassen ist und unbedingt die Sicherheitsanforderungen des Herstellers beachten.

Wie hoch ist die Auslastung einer Plasmaschneidanlage in einer Schicht?

Frage: Ist eine Auslastung von 2 Stunden reiner Schneidzeit ein guter Wert?

Antwort: Dies ist abhängig von der Dicke des Materials. Wenn das Blech z. B. 40 mm oder dicker ist und viele Kleinteile daraus zu schneiden sind, dann dauert das Abräumen und Beschicken der Maschine schon recht lange und blockiert während der Rüstzeit das Schneidsystem.

Da Plasmaschneidanlagen häufig im dickeren Segment eingesetzt werden, sind Auslastungen von über 70 % eher die Ausnahme und mehr im dünneren Blechbereich zu finden.

Die reine Schneidzeit liegt im Mischbetrieb eher bei 4 bis 5 Stunden in einer 8h-Schicht. Somit wäre eine Schneidzeit von 2 Stunden eher ein schlechter Wert und es müsste das Ziel sein, mehr Schneidzeit auf der Maschine zu erreichen.

Je höher die Schneidzeit, desto besser die Auslastung der Schneidanlage, desto geringer die Betriebskosten, desto höher die Wirtschaftlichkeit der Schneidanlage.

4. Plasma-Grundlagen: Wie funktioniert Plasmaschneiden, was müssen Sie berücksichtigen, wenn es gut werden soll? 

Plasma stellt den 4. Aggregatzustand dar und besitzt damit bestimmte physikalische Eigenschaften. Kennt man diese, so versteht man den Prozess besser und kann sich vieles erklären, z.B. wie Plasma tickt, wie man seine Grenzen erkennt und wie man optimale Qualität und geringe Kosten erhält.

Wie funktioniert Plasmaschneiden?

Der vierte Aggregatzustand:
Wir kennen alle die drei klassischen Aggregatzustände: fest, flüssig und gasförmig. Plasma ist der vierte Zustand. Er entsteht, wenn Gas extrem stark erhitzt wird und zu einem hochenergetischen, elektrisch leitenden Zustand wird.

Die Konzentration:
Ein elektrisch leitendes Gas wird durch eine Schneiddüse geführt und durch einen Lichtbogen, der mit elektrischem Strom zwischen Elektrode und Düseninnenwand fliesst, ionisiert. In der Schneiddüse wird der Gasstrahl durch eine winzige Öffnung gepresst, wo er auf das zu schneidende Material auftrifft. Der konzentrierte, hochenergetische Strahl schmilzt den Stahl, wodurch selbst dicke Materialien schnell und sauber geschnitten werden können.

Der Schnitt:
Dieser Strahl erreicht Temperaturen von bis zu 30.000 °C. Das Metall an der Schnittstelle schmilzt sofort, ein kleiner Teil sublimiert (verdampft). Gleichzeitig ist der Gasdruck so hoch, dass das flüssige Metall sofort aus der Fuge geblasen wird und so ein sauberer Schnitt entsteht. Der Brenner wird über eine passende Maschinenausrüstung mechanisch geführt, so werden auch Schneidkonturen erzeugt.

Was genau passiert beim Plasmaschneiden - dies erfahren Sie in den Grundlagen über Plasmaschneiden.

Plasmazuschnitt in 10 mm Baustahl auf einem Wassertisch mit einer Hypertherm HT 2000
Bild 4: Plasmazuschnitt in 10 mm Baustahl auf einem Wassertisch mit einer Hypertherm HT 2000

Welche Arten von Plasmaschneidern gibt es und wann setzt man welches Plasma ein?

Arten:

Man unterscheidet Plasmaschneiden mit "übertragendem" bzw. "nicht übertragendem, stehenden Lichtbogen".

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal lautet: Normalplasma mit Eingastechnik und Feinstrahlplasma mit Mehrgastechnik und einschnürendem Lichtbogen.

Einsatzgebiete:

Außerdem unterscheidet man Handplasmabrenner für Baustellen und Service-Einsätze sowie Maschinenplasmabrenner, die in der Regel mit CNC-gesteuerten Schneidanlagen fest montiert in Fertigungshallen betrieben werden.

Wann man welches Plasma konkret einsetzt, erfahren Sie im Kapitel über die Arten und Unterscheidungsmerkmale von Plasmabrennern.

Bild 4 zeigt einen Plasmazuschnitt auf einem Wasserschneidtisch, erzeugt mit einem Hypertherm HT2000 Mischgasplasmabrenner. Der Wassertisch eignet sich beispielsweise für das Streifen schneiden und einer geringerern Gefügeänderung im Material, wobei die Kantenaufhärtung hierbei größer ist als beim Trockenschnitt.  

Wie schützen Sie sich und Ihre Mitarbeiter? Sicherheit & Arbeitsschutz beim Plasma-Verfahren

Plasmaschneiden erfordert aufgrund seiner Lautstärke und seiner Emissionen einen durchdachten Arbeitsschutz. Von der UV-Strahlung bis hin zur Kollision mit der Portalachse der Schneidanlage müssen Betreiber spezifische Schutzmaßnahmen treffen.

  • Gase: Sicherer Umgang mit Flaschen und Tanks.
  • Emissionen: Absaugung von Feinstaub und Ozon. Welche Filter eignen sich für das Plasmaschneiden?
  • PSA: Anforderungen an Gehör- und Augenschutz z.B. mit einer Schutzbrille der Schutzstufe DIN 5 mit IR-Schutz
  • Sicherheitsabstände und Kollisionsschutz

Alle Details und neutrale Empfehlungen finden Sie in unserem Fachbeitrag: Sicherheit beim Plasmaschneiden – Praxis-Check

Sicherheitsvorkehrungen beim Plasmaschneiden

Plasmaschneiden ist ein elektrischer Prozess, der auch gewisse Sicherheitsanforderungen erforderlich macht. Wie hoch der Aufwand zum Plasmaschneiden ist, hängt von der Anwendung ab - für Handplasmabrenner ist er geringer als bei Maschinenbrennern.

Wird der Plasmabrenner an einer stationären Portalschneidanlage betrieben, so sind weitere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, doch eingehaust muss der Plasmaschneidtisch in der Regel nicht.

Wie kann man Plasmaschneiden automatisieren und digitalisieren?

Plasmaschneiden kann hervorragend automatisiert, digitalisiert werden und auch KI (Künstliche Intelligenz) kommt dabei zum Einsatz:

  • Lichtbogengesteuerte Höhenregelungen (LiBo) ist ein mannloser bis mannarmer Betrieb möglich
  • Automatischer Wechseltisch für bestimmte Blechdicken
  • Anbindung an ein Lagersystem mit automatischer Beschickung
  • Automatischer Schneidkopfwechseler, erlaubt das schnelle und mannlose Umrüsten des Kopfes auf andere Ströme
  • Automatische Gaskonsolen stellen auto. die passenden Gasmischungen und Gasdrücke ein
  • Automatische Umstellung vom Zuschnitt auf Plasmamarkierungen
  • Durch KI überwachte Prozesskontrolle erlaubt die Optimierung der Verschleißteilelebensdauer und der korrekten Tauschzyklen
  • Digitalisierung mit OPC-UA-Schnittstellen erlaubt über LAN und WLAN die Prozessüberwachung, Ausfallzeiten, Auslastungskontrolle und Service-Intervalle
  • Digitalisierung des Plasmabrenners erlaubt Predictive-Maintance, so dass Stillstandszeiten reduziert werden

Durch moderne Plasmaschneid-Systeme sind Einsparungen im hohen fünfstelligen Bereich p.a. möglich. Vorausgesetzt die Maschine und der Brenner sind hierzu in der Lage - die Möglichkeiten sind vom Brennertyp abhängig.

Konkrete neutrale Beratung erwünscht?

Welche Zukunftsaussichten hat Plasmaschneiden?

Der Faserlaser wird mit immer höheren Leistungen, Schnittgeschwindigkeiten und höherer Genauigkeit weiter entwickelt und dringt verstärkt in das Gebiet des Plasmas ein. Diese Entwicklung ist unaufhaltsam. Dennoch wird das Plasmaschneiden seinen festen Platz in Industrie und Handwerk behaupten. Im Artikel Quo vadis Plasma erfahren Sie unsere Einschätzung hierzu.

Aktuelle Entwicklungen erfahren Sie in "Aktuelle Entwicklungen und Trends bei Plasmaschneidern".

Die Video-Sammlung stellt Ihnen Maschinen und Plasmabrenner sowie die Technologie vor.

Warum ist Plasmaschneiden in der Industrie und im Handwerk so beliebt und weit verbreitet?

Doppelplasmabrenner
Bild 10: Doppelplasmabrenner beim Schneiden von Aluminium

Die Plasmaschneiden-Matrix

Nicht das passende Verfahren? Wenn Plasma nicht optimal für Ihre Materialstärke oder Präzision ist, finden Sie hier Alternativen:

Verfahren Ideal für: Max. Dicke Vorteil
Laserschneiden Filigrane Teile & hohe Präzision bis ca. 25 mm+ Höchste Geschwindigkeit und Genauigkeit
Brennschneiden Sehr dicke Baustähle bis 600 mm+ Wirtschaftlich bei Dickblech
Wasserstrahl Fast alle Materialien (kaltes Schneiden) bis 200 mm+ Keine Gefügeveränderung, hohe Genauigkeit

Unternehmen der Schneidbranche stellen sich vor: