Anleitung zum Plasmaschneiden – Schritt für Schritt

Wie genau läuft der Schneidprozess mit dem Maschinenbrenner ab? Je nachdem, ob mit einem Handbrenner oder einer CNC-gesteuerten Schneidanlage gearbeitet wird, unterscheiden sich Vorbereitung, Einstellungen und Arbeitsablauf. In einer Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigen wir, was genau für den Zuschnitt erforderlich ist.

Inhaltsverzeichnis:

Ablauf des Schneidprozesses mit einer Schneidanlage

Beim Plasmaschneiden mit dem übertragenden Lichtbogen erzeugt beim Start in der Blechtafel das Einstechloch, man spricht vom piercing. Das Lochstechen mit dem Plasmabrenner erfolgt in kürzester Zeit, in der Regel auch in größeren Materialdicken von z.B. 40 mm in rund einer bis zwei Sekunden. Bei Dünnblechen um 1 mm erfolgt die Zündung in deutlich unter einer Sekunde.

Nach erfolgtem Einstich schaltet die Stromquelle den Hauptstrom ein, sowohl beim Maschinen- als auch beim Handplasma.

Beim Maschinenbrenner erfolgt zusätzlich ein Freigabesignal an die CNC-Steuerung des Portalschneidsystems, so dass die Antriebe des Maschine sich nun in Bewegung setzen und der Ausschnitt beginnen kann.

Für die Beurteilung eines wirtschaftlichen Plasmaschnittes sind neben der Schnittqualität und der Schnittgeschwindigkeit auch die Lebensdauer der Verschleißteile ein wichtiges Kriterium. Sprunghafte Anstiege vom Strom-und Gasdurchfluss sind zu vermeiden. Moderne Qualitätsplasmastromquellen sorgen für geregeltes Ein- und Absenken der Energien und erreichen durch optimierte Verschleißteile lange Standzeiten und sehr hohe Schnittqualitäten.

Da der Schneidprozess auf einem Stromfluss basiert muss der Stromkreis geschlossen sein und einer guten elektrischen Masse- und Erdverbindung, ansonsten können eine Vielzahl an Störungen und Schnittfehler auftreten.

Schnitt durch einen Plasma-Schneidkopf, der die verschiedenen Gasströmungskanäle zeigt
Schnitt durch einen Plasma-Schneidkopf
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Maschinenplasmabrenner mit Sichtschutz beim Lochstechen in S235, 4 mm dick
Maschinenplasmabrenner beim Lochstechen in Stahl

Anleitung für das Schneiden mit dem Maschinenplasmabrenner

  1. Klärung, welches Material zu schneiden ist. Dicke messen
  2. Handbuch oder CNC-Steuerung der Plasmaschneidanlage gibt Auskunft über die benötigten Verschleißteile
  3. Passende Plasmaverschleißteile (Düse, Elektrode, Wirbelring, Schraubkappen und  Shield) einbauen - dabei auf Sauberkeit achten. Manche Modelle benötigen einen Fettfilm an den Dichtungen - Vorgaben des Herstellers beachten!
  4. Prozessdaten einstellen: Gasdruck, Gasdurchflüsse, Schneidstrom, Schneidgeschwindigkeit, Abstandsregelung des Plasmabrenners zum Material (LiBO Lichtbogensteuerung), Schnittfugenkorrektur - sofern die CNC diese Einstellungen nicht automatisch vornimmt.
  5. Bei neuartigem Material: Vorher Testschnitt
  6. Übliche Abstände zwischen Brennerdüse und Material (abhängig vom Plasmaschneider):
    Zum Einstechen um 0,8 mm bis 1,5 mm, bei besonders dicken Blechen auch bis 4 mm oder darüber
    Schneidhöhe liegt bei 0,3 bis 1, 2 mm je nach Materialdicke
  7. Auf den nächsten Verschleißteile-Wechsel achten.
  8. Die richtige Einstellung kann am Funkenflug und dem Lichtbogen erkannt werden - erfordert Erfahrung.

Tipp: Die beste Schnittqualität erhält man häufig, wenn man eine oder zwei Stufen langsamer schneidet als maximal möglich und damit auch einen geringeren Schneidstrom einsetzt. Im Gegenzug werden jedoch die Plasmazuschnitte teurer, wenn die Schnittgeschwindigkeit sinkt.