Was versteht man unter einem Handplasmaschneider?

Ein Handplasmaschneider ist eine Gerät mit dem man mit Hilfe eines Plasmagases Metalle schneiden kann. Der Plasmaschneider bestehend aus einer Stromquelle, einer Gassteuereinheit und einem entsprechenden Plasmaschneidkopf. Der Plasmaschneidkopf ist über ein Schlauchpaket mit der Stromquelle verbunden.

Manche Modelle besitzen noch eine Druckluft-Wartungseinheit, denn die erforderliche Druckluft für das Plasmagas, mit der die meisten Handplasmabrenner arbeiten, muss staub- und fettfrei sein. Der übliche Druck liegt bei 4,5 bis 8 bar. Als Plasma wird ein durch Strom ionisiertes Gas bezeichnet, das dem 4. Aggregatzustand (fest -> flüssig -> gasförmig -> Plasma) entspricht.

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8 Gründe, die für den mobilen Plasmaschneider sprechen:

Zuschnitt von Kupfer 10 und 15 mm dick mit Plamaschneider
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  1. Handplasmaschneider bieten Mobilität, die für die Baustelle erforderlich ist
  2. Einfache Handhabung, von jedem eingewiesenem Facharbeiter zu bewerkstelligen
  3. Wenn die Schnittqualität bei der Auswahl dieser Schneidmethode nicht die wichtigste Rolle spielt
  4. Einsatz vor Ort an bestehenden Behältern, Böden, Stahlkonstruktionen etc., die geändert oder angepasst werden sollen
  5. Wenn nur ein gelegentlicher, zeitweiser Einsatz geplant ist, denn Handplasmaschneider besitzen häufig nur eine einfache Luftkühlung des Brenners, die keine 100% Einschaltdauer bei Volllast erlaubt
  6. Eingeschränkte Energie und Medienversorgung: Auf der Baustelle muss oftmals mit Kabeltrommel und geringeren Leistungen als bei Festinstallationen gearbeitet werden. Selten stehen Spezialgase zur Verfügung, daher arbeiten Handplasmaschneider oft mit Druckluft
  7. Für ausreichende Frischluft beim Schneiden ist zu sorgen, Einsatz daher im Freien zu bevorzugen
  8. Beim Umgang mit Strom müssen die Sicherheitsvorschriften beachtet werden, vor allen in feuchter Umgebung
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Wann und wo setzt man einen Handplasmaschneider vorzugsweise ein?

  • Wann immer auf der Baustelle bei einer Montage ein Mannloch oder ein Stutzen nachträglich einzubringen sind
  • Wenn in einer bereits aufgestellten Stahlkonstruktion Durchbrüche oder sonstige Anpassungen erforderlich sind
  • Müssen Teile, Maschinenkonstruktionen, Behälter etc. zerlegt werden, so bietet sich der Handplasmaschneider an
  • Und häufig ist der Handplasmaschneider die ideale Lösung für Anwendungen, bei denen es nicht auf die Schnittqualität ankommt
  • Auch die enorme Materialvielfalt und der große Materialdickenbereich sind wesentliche Einflussfaktoren, die für das Verfahren sprechen
  • Tragbarkeit, einfaches Handling und ein schnelles Endergebnis sind mit entscheidende Kriterien für den Handplasmaschneider
  • Branchen wie Metallbau, Schlossereien, Behälterbau, Apparatebau, Anlagenbau, Heizungs-Klima-Lüftungsindustrie etc. nutzen diese Technologie gerne und natürlich der Baustellen-Betrieb
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Unterschiede zwischen: CNC-Plasmaschneidmaschine versus manueller Plasmabrenner

Von der Theorie zur Praxis: So geht effektives Plasmaschneiden in der Werkstatt

Beide Arten des Plasmabrenners sind zu umfangreich, um sie mit wenigen Sätzen hinreichend zu beschreiben. Schneidforum bietet hierzu mehrtägige Schneidseminare an, so umfangreich ist der Inhalt. Der Lesbarkeit der Webseite geschuldet, fassen wir hier daher nur einen Auszug der Unterschiede zusammen.

Handgeführte bzw. manuelle Plasmabrenner:

Manuelle Handplasmastromquellen besitzen oftmals eine geringere Einschaltdauer von ED von 60 % bis 80 % oder weniger. Die Einschaltdauer bezieht sich auf einen 10 minütigen Schneidbetrieb, d. h. bei 60 % ED darf der Brenner nur 6 Minuten schneiden und danach muss er abkühlen - das wäre für eine Maschinenanwendung unwirtschaftlich. Eine Schnittstelle zu einer CNC fehlt meistens. Damit ist auch gleich der nächste Unterschied sichtbar:

Der Preis. Denn um hohe Einschaltdauern zu erreichen, braucht es leistungsstärkere Elektronik, mehr Kühlung, mehr Abschirmung und eine andere Gasversorgung. Damit wird klar, warum manuelle handgeführte Plasmabrenner aus dem Lidl, Aldi, OBI, Amazon, Bauhaus etc. nur wenige hundert Euro kosten und ein Profigerät von Hypertherm®, Kjellberg etc. gleich bei ein oder mehreren Tausend Euro angesiedelt ist.

Maschinenbrenner:

Hierbei handelt es sich um automatisierte Plasmastromquellen speziell für CNC-gesteuerte Schneidmaschinen, die man Maschinenbrenner bezeichnet. Besonderheit: Die maschinentauglichen Stromquellen besitzen Schnittstellen zur CNC-Steuerung, wodurch sie sich elektrisch ansteuern lassen, gleichzeitig geben sie Rückkopplungs- und Störungssignale an die CNC zurück, so dass der Schneidprozess automatisierbar wird. Außerdem besitzen Maschinenbrenner 100 % Einschaltdauer ED, was eine wesentlich stärkere Kühlung der Stromquellen und Brenner erforderlich macht, z. B. einen Wasserkühlkreislauf und eine robustere Elektronik, die auch gegen Metallstaub und Schmutz besser abgeschirmt sein muss. Alle Infos zu Maschinenbrennern finden Sie in einem eigenen Kapitel.

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Umgang mit dem Handplasmaschneider

  • Der Plasmazuschnitt auch beim Handplasmaschneider erzeugt Lärm, Stäube, Funken und UV-Strahlung - vor allen diesen Nebenwirkung hat sich der Anwender sicher zu schützen. Eine geeignete Schutzbrille und Hörschutz sind Pflicht.
  • Je nach zu schneidendem Material können gesundheitsgefährdende Dämpfe freigesetzt werden, so dass der Einsatz einer Atemmaske unverzichtbar ist.
  • Auf die Lage der Schläuche und Kabel der Handplasmaschneider ist zu achten, damit Stapler diese nicht versehentlich beschädigen oder ein Kollege darüber stolpert.
  • Auf die richtige Erdung ist zu achten, das zu schneidende Material benötigt immer einen guten Masseanschluss.
  • Rost, Lacke oder andere Stoffe können die Masseverbindung derart stören, dass ein Zünden des Plasmaschneiders nicht sauber gewährleistet ist.
  • Es muss immer auf eine genügende Frischluftzufuhr geachtet werden, was natürlich auch für das Schneiden mit dem autogenen Brennschneider gilt.
  • Das Arbeiten in Kesseln oder Behältern unterliegt besonderen Vorschriften, die es zu beachten gilt. Umweltbedingungen beachten: Funkenflug und herabfallendes ausgeschnittenes Material. Ist die Umgebungen sehr staub- und feuchtigkeitsbelastet? Stellen Sie sicher, dass das Handplasmaschneider in dieser Umgebung betrieben werden darf. Gleiches gilt für explosionsgefährdete Umgebungen.
  • Auf den Funkenflug, der beim Austritt des Strahls erzeugt wird, ist besonders zu achten, damit keine Brände oder Explosionen entstehen. An Sicherheit für den Bediener und der Umgebung darf bei thermischen Schneidverfahren nicht gespart werden.
  • Bei Verwendung von Kreisschneidvorrichtungen oder linearen Verstellschlitten eventuell sogar mit elektromechanischen Antrieb können auch Schnitte mit Handplasmaschneidern eine überaus hohe Schnittqualität erreichen, wenn diese maschinell angetrieben oder wenigstens geführt sind, so dass ein Ruckeln und Zittern durch Hand- oder Armbewegungen reduziert oder ausgeschlossen wird. Existieren derartige Schneidhilfen und Vorrichtungen? Wie werden sie bedient?

Die Anwendung mit Handplasmaschneidern ist bezüglich der geforderten Schnittgenauigkeiten sicher wesentlich anspruchsloser als dies bei maschinengeführten Plasmaschneidern der Fall ist. Prinzipiell gilt es zu unterscheiden, dass handgeführte Plasmazuschnitte nicht mit maschinengeführten Zuschnitten verwechselt werden dürfen. Reduzieren Sie daher Ihre Ansprüche an die Schnittqualität, sie ist nicht vergleichbar mit CNC-gesteuerten, maschinengeführten Plasmaschneidern. Über die Schnittqualität muss man sich bei Handplasmaschneidern daher weniger Gedanken machen, denn diese von Hand geführten Brenner können die Forderungen der Norm ISO 9013 nicht erfüllen, dies bleiben den CNC-geführten Schneidmaschinen vorbehalten.

Hinsichtlich der Sicherheit und der Unfallverhütung bedarf es beim manuellen Schneiden einer erhöhten Sorgfalt, denn die Umgebungsbedingungen können sich jederzeit ändern, was bei stationären Anlagen weniger häufig der Fall ist. Schon allein das Stolpern über Kabel und der unvorhersehbare Funkenflug des Plasmaschneiders können für Gefahren und Überraschungen sorgen.

Auf der Positivseite des Handplasmaschneiders steht indes: Die geringeren Betriebskosten bei Handplasmaschneidern gegenüber den Maschinenanlagen. Prinzipiell ist der Einsatz von Handplasmaanlagen gegenüber anderen konventionellen Methoden (bohren, fräsen, sägen) als sehr wirtschaftlich zu bezeichnen, was sicher auch zu dem großen Erfolg dieses robusten Verfahrens beigetragen hat.

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Plasmaschneider richtig auswählen: 12 Auswahltipps für Handplasmaschneider

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Zuschnitt von Edelstahl 4 mm dick mit Spezial-Plamaschneider und Formiergas

Häufigkeit und Verbreitung manueller Plasmaschneider

Manuelle, tragbare Plasmastromquellen werden auch Handplasmaschneider genannt. Handplasmaschneider sind weitaus häufiger in der Stahl und Metall verarbeitenden Industrie anzutreffen als maschinengeführte Brenner.

Geschätztes Verhältnis ca. 70 % Handplasma zu 30 % maschinentauglichen Systemen in Deutschland.

Weltweit liegt das Verhältnis eher sogar bei 90 % zu 10 % für Handplasmabrenner. 

Vom wirtschaftlichen Volumen aus betrachtet, liegt die Marktgröße der Maschinenplasmabrenner jedoch eher bei 50%, obwohl ihre Stückzahl erheblich geringer ist.

Eine schier unübersehbare Vielzahl an Angeboten für Handplasmabrenner befindet sich am Markt, sogar bei Aldi, Lidl, Netto, Kaufland, Metro, Obi, Bauhaus und auch bei Ebay, Amazon etc. sind Handbrenner preiswert erhältlich. Die hier vorgestellten Tipps sollen Ihnen eine Auswahlhilfe geben.

12 Auswahl-Tipps für den richtigen Plasmaschneider

Ein wichtiges Kriterium, für die Auswahl des Plasmaschneiders ist das zu schneidende Material und der Verwendung der geschnittenen Teile. Müssen die Plasmazuschnitte anschließend gerichtet werden oder werden diese nachträglich beschichtet oder verschweißt so beeinflusst dies ebenfalls die Auswahl des passenden  Plamabrenners. Ein Sonderfall ist das Schneiden von Gitterrosten, auch hierbei kommen spezielle Plasmabrenner bzw. Plasmaverfahren zum Einsatz.

  1. Achten Sie zunächst einmal auf die Zulässigkeit des Handplasmaschneiders: CE-Kennzeichen und eine ordentliche Bedienungsanleitung.
    Selbstverständlich sollte die Anleitung einfach zu verstehen sein und viele visuelle eindeutige Anweisungen enthalten. Vorsicht vor billigen Grauimporten! Sind Sicherheitsanweisungen im Bezug auf mögliche Gefahren vorhanden? Für Sicherheit im Umgang muss gesorgt werden: Sind Augen-, Atem- und Gehörschutz vorhanden oder Bestandteil des Pakets?
  2. Welche Einstellmöglichkeiten besitzt das Gerät? Verfügt es auch über eine Maschinenschnittstelle, wenn dies für mich relevant sein sollte?
  3. Wie dick müssen Sie schneiden? Welche Materialgüten sollen getrennt werden? Daraus ergibt sich der erforderliche Plasmastrom sowie die elektrische Anschlussleistung des Plasmaschneiders eingangsseitig. Unterscheiden Sie zwischen Qualitätsschnitt- und Trennschnitt-Kapazität.
  4. Ist der vorhandene Stromanschluss groß genug für das Modell? Denn nicht immer ist auf einer Baustelle die erforderliche elektrische Leistung verfügbar. Natürlich muss der gewählte Strombereich des Plasmaschneiders auch zu der geplanten Schneiddicke passen. Beispielsweise genügt bis zu einer Materialdicke von ca. 10 mm Baustahl bereits ein 230 V Anschluss mit 16 A.    
  5. Welche Einschaltdauer besitzt der Cutter? Je kürzer diese ist, desto einfach ist die Elektronik des Gerätes aufgebaut. Geräte unter 60% ED sind eher im Heim- und Hobbybereich angesiedelt. Gibt es eine aktive Kühlung des Geräts?
  6. Sind die erforderlichen Verschleißteile einfach und preiswert nachzukaufen? Und wie schnell?
  7. Wie lang ist das Schlauchpaket? Kann es nachgekauft und gewechselt werden?
  8. Welche Gase benötigt der Handplasmaschneider?
  9. Wie lang ist die Garantie?
  10. Gibt es einen Kundenservice? Gibt es eine kompetente Hotlinie, die man bei Fragen anrufen kann?
  11. Wie sieht die Schnittqualität in der Praxis aus? Genügt sie den Anforderungen?
  12. Wie liegt der Brenner in der Hand? Wie fühlt sich der Umgang an? Wie erfolgt die Pilotlichtbogenzündung?


(Quelle, Autor: © Schneidforum Consulting aus einer Presse-Veröffentlichung in verschiedenen Fachzeitschriften, überarbeitet am 25.03.2019, 15.03.2021, 10.04.2024)

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