Was die Portalbauweise bei Schneidanlagen so beliebt macht?
Plasmaschneidmaschinen in Portalbauweise können mit nahezu beliebigen Längen und Spurbreiten gebaut werden. Ihr Erkennungszeichen ist die Portalbrücke, das bedeutet die Maschine wird beidseitig geführt und gelagert. Nicht immer wird dabei die zweite Seite auch angetrieben, bei schmalen Anlagen lassen manche Hersteller die zweite Seite nur passiv mitführen und sparen so den zweiten Antrieb, was sich auf die Anschaffungskosten positiv auswirkt.
Durch die Portalbauform kann die Portalbrücke im Gegensatz zu Auslegeranlagen die Gewichte der Schneidköpfe und z-Achsen besser aufnehmen, ist stabiler, neigt weniger zum schwingen und damit sind in der Regel bessere Schnittqualitäten bei höheren Geschwindigkeiten erzielbar. Tischgrößen von 2 m x 3 m bis 8 m x 50 m sind für Portalanlagen kein Problem. Im Schiffsbau findet man durchaus auch Portalbreiten von 25 m Sprurbreite und darüber hinaus. Dies sind Abmessungen, die für Auslegeranlagen bei identischen dynamischen Kräften nicht möglich wären.
Heutige Portalsysteme haben sich zu Hochleistungsmaschinen entwickelt. Zum einen sind sie wesentlich stabiler, dynamischer und steifer in der Gesamtkonstruktion geworden. Und darüber lassen sich viele von ihnen mit Automatisierungskomponenten ausbauen, beispielsweise mit Lichtbogen gesteuerten Höhenregelungen, elektrischen Zündsystemen und schnellen Brennersupporten, modernen CNC-Steuerungen, die über Ethernet mit dem Netzwerk verbunden sind.
Portalausführungen werden übrigens nicht nur primär bei Plasmaschneidmaschinen eingesetzt, sondern auch bei Wasserstrahlschneidmaschinen, Laserschneidmaschinen und Autogenschneidmaschinen.
Übrigens: Sogenannte Auslegerversionen erfreuen sich auch hoher Beliebtheit, da diese andere Vorzüge bieten, auf die wir im Folgeartikel eingehen. Man findet Auslegeranlagen öfters bei Autogen- und bei Wasserstrahlschneidanlagen.
Manche Hersteller statten Großanlagen, die mit vielen Schneidköpfen ausgestattet sind auch mit weiteren Automatisierungselementen aus, wie beispielsweise automatischen Brennerdistanzverstellungen, so dass beim Mehrbrennerbetrieb weniger manuelle Eingriffe erforderlich sind und die Schneidköpfe sich automatisch auf den von der Software geforderten optimalen Abstand einstellen. Darüber hinaus sind 3D-Fasenkopfbrenner am Markt erhältlich, welche es erlauben, die Konturen gleich mit angehängter Schweißnahtvorbereitung zu erzeugen.
Manche Portalplasmaschneidanlagen besitzen Bohr-, Gewindeeinheiten mit Werkzeugwechsler, Markiereinheiten verschiedenster Arten oder eine integrierte Rohr- bis hin zu einer Klöpperbodenbearbeitung. Das hohe Gewicht, das dabei anfällt, stellt für Portalbrücke kein Problem dar. Natürlich finden häufig auch Autogenbrenner auf dem Plasmaportal ihren Platz oder Markier- und Signiereinheiten, die die fertigen Brennteile gleich mit Auftrags- oder Positionsnummern versehen können. Diese Vielzahl an Werkzeugen erhöht das zu tragende Gewicht enorm und nur die Portalbrücken-Bauform ist diesen Kräften gewachsen.
Die Portalbrücke ist damit eine gute Basis für schwere Anlagenausführungen mit vielen Brennern und einem hohem Automatisierungsgrad.