Im Stahlbau müssen häufig typische 17 mm Durchgangslöcher an den Kopf- und Fussplatten eingebracht werden. Bei diesen Löchern ist es wichtig, dass eine 17 mm Schraube problemlos hindurch passen muss.
Problem: Lochgenauigkeit
Beim Plasmazuschnitt ist der obere Ausschnitt größer als der untere, das Loch läuft konisch zu. Die Schraube passt zwar oberhalb in das Loch aber nicht durch das Loch. Also wird das Loch in der Praxis einfach größer geschnitten, so dass es oben einen größeren Durchmesser als 17 mm besitzt und an der Materialunterseite die Schraube so gerade durch passt. So spart man sich vermeintlich die Nacharbeit ein, dem Aufbohren. Doch so einfach und zulässig ist das nicht. Der Überdeckungsfaktor ist hierbei nicht selten zu gering, d.h. die Schraube hat zu wenig Material zum Festziehen zur Verfügung, dies gefährdet unter Umständen die Statik eines Gebäudes und wird vom Architekten, Statiker nicht zugelassen.
Lösung:
Um das Problem zu lösen, wird die Bohrung so eng und passend wie möglich geschnitten, vorausgesetzt das Bauvorhaben erlaubt generell die Nutzung eines thermischen Trennverfahrens.
Die besten Schnittgenauigkeiten erreicht ein Qualitätsplasma mit einschnürendem Plasmastrahl und Sekundärgastechnik, das in der Lage ist, das 17 mm große Loch in beispielsweise 20 mm dicken Stahl mit einer Toleranz von z. B. ± 0,3 mm zu erzeugen. Während beispielsweise ein konventioneller Plasmacutter nur eine Toleranz von ± 0,6 mm oder schlechter in gleichem Material erreichen würde.
Dies bedeutet: Mit Normalplasma schneidet man das Loch z.B. mit 18,2 mm Durchmessern an der Oberseite und erhält am Lochaustritt die gewünschten 17 mm Durchgang. Während der Zuschnitt mit Feinstrahlplasma ein oberes Loch mit beispielsweise 17,6 mm Lochdurchmesser erzeugen könnte.
Fazit:
Gesetz dem Fall der thermische Zuschnitt sei erlaubt, dann besteht die Chance mit einem modernen Qualitätsplasmabrenner eine bessere Toleranz zu erreichen als mit dem Normalplasmabrenner und spart so aufwendige Bohrarbeiten ein.
Die Lochgenauigkeit ist nur ein wichtiges Thema von weiteren. Die Lochtoleranzen werden auch von der Schneidmaschine beeinflusst.