Plasma vs. Brennschneiden

Vergleich der thermischen Schneidverfahren: Plasma versus Brennschneiden (Autogenschneiden). Plasma braucht große Mengen an Strom, während Autogen seine Hauptenergie aus der Gasverbrennung von Sauerstoff bezieht.

Inhaltsverzeichnis:

Vergleich der thermischen Schneidverfahren: Plasma versus Brennschneiden (Autogenschneiden)

Autogenzuschnitt von S235 Baustahl in 20 mm Dicke mit 6 Brennern
Autogenzuschnitt mit 6 Brennern
  • Plasma erzeugt weniger thermische Energie im Zuschnitt als das autogene Brennschneiden, wenngleich beide thermische Verfahren sind
  • Schnelles Einstechen in Dicken bis 50 mm Materialdicke dauert nur wenige Sekunden. Lochstechen beim Brennschneiden dauert durch das Vorheizen je nach Materialdicke 15 - 40 sek. und länger
  • Nachteilig beim autogenen Brennschneiden ist bis zu ca. 40 mm Materialdicke die deutlich langsamere Schneidttgeschwindigkeit gegenüber Plasma
  • Plasma kann kleinere Innenkonturen und kleinere Bohrungen schneiden
  • Die Investition in eine automatisierte CNC-gesteuerte Plasmaschneidanlage ist höher als bei die in eine CNC-gesteuerte Autogenschneidanlage
  • Die erforderliche Ausstattung im Bereich der Absaugung und Filterung ist bei der Plasmatechnik höher als beim Brennschneiden, vor allem beim Schneiden von dickem Stahl
  • Die Aufhärtung an der Schnittkante ist bei Brennschneiden geringer
  • Die Rechtwinkligkeit (definiert in der Norm ISO 9013) beim Brennzuschnitt ist höher
  • Plasma schneidet nahezu jeden elektrisch leitfähigen Stoff - während das autogene Brennschneiden nur für Kohlenstoffstähle mit einem C-Anteil < 0,3 % und einigen Titanlegierungen geeignet ist.
  • Ist der Kohlenstoffanteil höher als 0,3 % sind weitere Vor- und Nacherwärmungsschritte beim Brennschneiden erforderlich, sonst kommt es zur Rissbildung im Schneidmaterial.
  • Plasma schneidet rostige Stähle ebenso gut wie geprimerte, grundierte, geölte oder pulverbeschichtete Stähle. Das Brennschneiden reagiert empfindlich auf Oberflächenrost und kommt mit Beschichtungen gar nicht zurecht.
  • Sind Staub und Gase ein Problem, schränkt dies den Einsatz von Plasma Cuttern weiter ein.
  • Die Schachteldichte bei Plasma ist höher.
  • Die Ein- und Abstiche sind kürzer.
  • Die Schnittfugenbreite bei Plasma ist geringer. Es fällt mehr Schrott an beim Brennen.
  • Der Brennschneider ist deutlich leiser als der Plasmabrenner.
  • Plasma braucht große Mengen an Strom, während Autogen seine Hauptenergie aus der Gasverbrennung von Sauerstoff bezieht
  • Für Autogen beginnt das Wasserstoffzeitalter, dass C02-neutral gewonnen werden kann.

Beispielrechnung: Ein Zuschnitt von 10 mm dickem Normalstahl wäre mit Autogen geschnitten und bei gleichzeitigem Betrieb von bis zu drei Schneidbrennern noch immer mindestens 25 % teurer in der Fertigung gegenüber einem Plasmazuschnitt mit nur einem Plasmaschneidkopf!

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