Verschachtelungssoftware zur Restblechminimierung

Restgitter mit ausgeschnittenen Plasmateilen
Schlecht verschachtelte Teile: Zuviel Verschnitt!

Bei der Auswahl des automatischen Verschachtelmoduls empfiehlt sich eine besondere Sorgfalt walten zu lassen. Schachtelprogramme legen die zu schneidenden Teile grafisch manuell, halbautomatisch oder vollautomatisch auf das Material und zwar so, dass möglichst wenig Verschnitt entsteht. Meistens folgt nach der Verschachtelung die Verknüpfung der Zuschnittgeometrien mit der Schneidsequenz und den Prozessparametern. All dies muss ein CAD-CAM-Verschachtelungsprodukt beherrschen. Je nach Schneidprozess sind die Anforderungen an die Software verschieden. So stellen Grobblechanwendungen ganz andere Ansprüche beispielsweise an das manuelle Setzen von Ein- und Ausstichen als dies bei einer Laseranwendung der Fall ist. In der Mikrobearbeitung wird man andere Wünsche hegen als beim Lochstechen in Glas mit dem Wasserstrahl. 

Nehmen Sie sich zum Testen viel Zeit und verwenden Sie Ihre eigenen Musterteile. Bei Vorführungen auf Messen durch die Hersteller werden häufig bestimmte Teilespektren verwendet, die optimiert sind und so zu sehr guten Schachtelergebnissen führen, die jedoch nicht Ihr Produktspektrum widerspiegeln müssen.

Achtung, noch gilt: Ein Kind verschachtelt zwei oder vier verschiedene Teile besser, als der Computer es kann!

Ein Kind würde ein rundes Teil nicht in eine dreieckige Form versuchen zu pressen - der PC doch! Er errechnet jede mögliche Kombination, während das visuelle denkende Gehirn, Unsinn gleich ausschließt. 

Die Ursache liegt im visuellen Denken - diese Technik bleibt vorerst NOCH dem Menschen vorbehalten, was sich jedoch mit Einzug der Künstlichen Intelligenz KI in die Maschinen und Softwareprodukte schon sehr bald ändern wird.

Uns ist noch kein Software-Produkt begegnet, dass vier große Teile besser auf ein Blech legt, als der Bediener es kann.

ABER: Gilt es 100 Teile oder mehr zu verschachteln, zieht der normale Mensch den Kürzeren. Der PC sollte dann schneller und besser sein als der Mensch.

Wichtig: Auto. Verschachtelungen sind technologieabhängig!

Schachteln Sie für Blechzuschnitte in 150mm dickes Blech mit Autogen, so werden Sie an der manuellen Technik kaum vorbeikommen. Zu stark ist der Einfluß von Thermik und ausgestossenen Schlackehaufen, die auf Konturbahnen liegen bleiben, so dass in der Regel die Erfahrung des Arbeitsvorbereiters unersetzlich ist.

Anforderungen an das Schachtelprogramm:

Die Software sollte nun genügend EINFACH zu BEDIENENDE Werkzeuge beinhalten, um schnell und unkompliziert die individuell erforderlichen Anpassungen, durchführen zu können.

  • Verändern der Schneidreihenfolge
  • der Schneidrichtung
  • Anstiche versetzen bei einem Teil, bei allen Teilen oder bei bestimmten Teilen
  • Anstiche speziell und individuell anders gestalten
  • Wartezeiten und Geschwindigkeits- Beschleunigungsangaben mit bestimmten Konturen verknüpfen
  • Anzeige der Effektivität der Schachtelung: Ausnutzung, Restblech, kalkulierte Schneidzeit für das Blech, für den Auftrag, für ein bestimmtes Teil
  • Ausdruck übersichtlicher Datenblätter, die man selber gestalten können sollte oder digitaliserte Weiterleitung der Daten an die entsprechenden Stellen
  • Umfangreiche Manipulationsmöglichkeiten des Schachtelalgorythmuses: Abstände zu den Teilen, Abstände zu jedem Blechrand.
  • Halbautomatische Schachteltechniken, z.B. Rechteckschachteln, Container-Schachteln, Parkett-Schachteln etc.
  • Kombination der Halbautomatik mit den automatischen Methoden. Auch hier zählt wieder der persönliche Geschmack, ob einem das Benutzerkonzept zusagt oder nicht.
  • Restblech-Nutzung: Restbleche sollen automatisch erzeugt werden, die Schnittliene wird im vorgebbaren Abstand zum letzen Teil automatisch gelegt.
  • Das abgeschnittene Teil wird automatisch in der Datenbank gespeichert und kann beim nächsten Schachtelauftrag wieder verwendet werden - mehrmals, bis das es ganz aufgebraucht ist - mit Historienverwaltung
  • Manche CAD/CAM-Systeme ermitteln sogar die günstigste Blechbestückung, damit am wenigsten Verschnitt entsteht. Es stellt mehrere Vorschläge zur Auswahl, so dass der Bediener sich entscheiden kann.

 

Das Sahnehäubchen: Schneidtechniken die Geld sparen

Besondere Schneidtechniken: Sie sind das Salz in der Suppe, für alle Feinschmecker und bringen den Mehrwert der Software ans Licht. Dazu zählen beispielsweise:

  • gemeinsame Schnittkanten (mit einem Schnitt zwei Blechkanten erzeugen!)
  • Kettenschnitte
  • Brückenschnitte
  • Stege setzen
  • Übergabe diverser Maschinenparameter an bestimmten Konturen, Ecken, etc.
  • reduzierte Kreisgeschwindigkeiten in Abhängigkeit vom Durchmesser
  • Verwendung von Materialtabellen, so dass automatisch die passenden An-, Abstiche, Geschwindigkeiten, Schneidparameter etc. gesetzt werden und menschliche Fehler reduziert werden
  • Thermische Ausdehnung berücksichtigen
  • Klappensteuerung bei bestimmten Maschinen
  • Restgitter automatisch zerschneiden
  • Umwandlung von Bitmap-Daten in Vektoren, d.h. eingescante Fotos, Logos, etc. lassen sich so ausschneiden
  • Schrift-Generatoren, die auto. Werbezüge ausschneiden können
  • 3D-Funktionen
  • u.v.m.

Achten Sie darauf, dass diese Funktionen in der Praxis auch leicht handhabbar sind und als Option nachrüstbar. Diese Aufzählung von Hilfsfunktionen ist nur eine Stichprobe, mittlerweile haben manche Hersteller noch mehr hilfreiche Tools entwickelt. Nicht jedes Produkt besitzt auch alle erdenklichen Hilfstechniken, dies muss es auch gar nicht, denn entscheidend ist, welche Tools für Ihren Einsatzfall von Bedeutung sind.