- Wie hoch sind die Verschleißteilkosten pro Monat, wenn wir von folgenden Parametern ausgehen: Annahme: 2 Schicht für 10 / 20 / 30 / 40 mm Baustahl?
- Wie oft kann man so eine Elektrode zum Einstechen verwenden?
- Wie lange benötigt man, um die Verschleißteile auszutauschen bzw. was muss man dabei beachten?
Zu Frage 1:
Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten, es müssen weitere Randbedingungen gesetzt werden, da die Verschleißteilekosten vom Brennertyp, seiner Stromstärke, der Auslastung, der Kühlung, der Schneiderfahrungen des Bedieners, der Qualität des zu schneidenden Materials abhängen.
Außerdem stellt sich die Frage, wie stark der Brenner belastet ist - schneidet man im oberen Viertel des Leistungsspektrums, verbraucht der Brenner überproportional mehr an Verschleißteilen.
Unsere Erfahrungswerte:
Bis ca. 25 mm Materialdicke müssen Sie bei einem modernen Hochleistungsbrenner mit Mehrgastechnik mit 4.000 - 5.000 € / Schicht, p.a., pro Brenner rechnen (Auslastung < 50%). Bei einer Anlage mit 2 Plasmaschneidköpfen und 2 schichtiger Auslastung kommen so mal schnell rund 20.000 € p.a. zusammen.
Aber auch diese Aussage ist nicht 100% gültig, es hängt vom Materialmix ab. Je dicker man schneidet, desto höher sind die Kosten - exponentiell höher. Wer immer am Limit seiner Anlage schneidet, darf sich nicht wundern, wenn die Kosten auch weit darüber reichen.
Es existieren auch Brenner am Markt, da werden auch schnell mal 12.000 - 15.000,- Euro und mehr pro Schicht pro anno fällig. Je dicker man schneidet, desto teurer wird es. Nur wenig Anwender würden 40 mm - 60 mm im Dauerbetrieb plasmaschneiden - die Kosten dürften sich dann verdreifachen bis vervierfachen.
Schneidet man vermehrt im Dünnblechbereich sinken die Kosten auf weniger als 3.000,- / Schicht p.a. (bei Auslastung < 50%)
Zu Frage 2:
Eine Elektrode wird meistens mit einer Düse gleichzeitig gewechselt, wobei es auch den Fall gibt, dass eine Elektrode zwei bis drei Düsenstandzeiten überlebt.
Die Verschleißteile-Lebensdauer geben alle Hersteller mit einer e-Funktion an, die abhängig von der Schneidzeit und dem Schneidstrom ist - daher gibt es keine mir bekannte einzige universelle Kennzahl. Beispiel: Man schafft mit einem Satz Düse / Elektrode 1.000 Einstiche, wenn die Schneiddauer kleiner als 4 sek. beträgt und der Schneidstrom bei unter 130 A liegt. Hingegen erreicht man mit der gleichen Düsen- / Elektrodenkombination nur noch 250 Einstiche, wenn die Schneiddauer 60 sek. beträgt und noch kürzer, wenn der Strom steigt. Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Lebensdauer von Verschleißteilen auch noch Brennertypabhängig und Schnittgeometrieabhängig ist, d.h. wie lange der Brenner eingeschaltet bleibt und real schneidet.
Zu Frage 3:
Verschleißteile-Wechsel: Ohne Hektik mit Wechsel aller Teile, werden weniger als 5 Minuten benötigt. Wenn ein Ersatz-Schnellwechselkopf bereits vorbestückt ist, kann der ganze Kopf noch wesentlich schneller gewechselt werden, auch unter 1 Minute möglich, je nach System. Allerdings muss man hierzu die Maschine in den Bahnhof fahren lassen, dies kostet auch Zeit, je nachdem wir groß und wie schnell die Schneidanlage ist.