Plasmaschneiden: Vorteile und Nachteile

Sie sehen ein Plasmteil in 2mm Dicke aus S235 mit kleinen Löchern.
Zuschnitt in Stahl 2mm dick mit einem Qualitätsplasmabrenner erzeugt

Die Diskussion über die Vor- und Nachteile des Plasmaschneidens sind relativ zu sehen - die Eigenschaften beziehen sich immer nur auf bestimmte Plasmabrennertypen und Plasmaschneid -verfahren, auch wenn hier aus Gründen der Übersicht generelle Punkte zur Orientierung genannt werden.
Einfache konventionelle Maschinen-Brenner, die nur mit Druckluft schneiden oder nur eine Ein-Gas-Technik besitzen, verfügen nicht über die hier genannten Eigenschaften. Diese gelten nur für moderne Mehrgas-Brenner mit automatischen Gaskonsolen, die wir im folgenden Qualitätsbrenner nennen. 

 

Plasmaschneiden Vorteile:

  • Zählt zu einem der wirtschaftlichsten Schneidverfahren im Stahlbereich bis ca. 35 max. 40 mm Dicke
  • Plasmaschneiden zählt zu den schnellen thermischen Schneidverfahren
  • Erreicht eine hohe Schnittqualität (nicht "hoch" im Vergleich und im Sinne zu Laserschneiden bzw. Wasserstrahlschneiden, wenngleich modernste Qualitätsplasmabrenner gewisse Genauigkeitsüberschneidungen zum Laser erreichen!)
  • Weniger thermischen Einfluss als beim autogen Brennschneiden
  • Mannloses Schneiden zum Teil gut möglich, gute Automatisierbarkeit
  • Schneidet alle elektrisch leitfähigen Metalle
  • Schnittgeschwindigkeiten abhängig von der elektrischen Leitfähigkeit des Materials und nicht von seiner Härte
  • Relativ wenig Nachbearbeitung (meist lediglich wenig Grat oder leichte Schlackeanhaftung zu entfernen!)
  • Kleinere Innenkonturen und Bohrungen als beim Autogenschneiden sind schneidbar
  • Schneiddicken bis 160 mm sind möglich und beim Schneiden von Edelstahl oft eingesetzt
  • Spezielle Schneidtechnologien verwendbar: Trockenschnitte und Unterwasserschnitte (Achtung: Beim Unterwasserplasmaschneiden ändern sich die Schnitteigenschaften, Qualitäten und die Schnittparameter)
  • Spezielle Anwendungen verfügbar: Maschinen- und Handgeführte Brenner; Tafel-, Coil- und Rohranwendungen
  • Komplette CAD/CAM gesteuerte Fertigung mit durchgehendem Datenbestand ist realisierbar
  • Robustes Verfahren, dass keine besonderen Anforderungen an die Umgebung stellt im Gegensatz zum Laser
  • Schneidet auch rostigen Stahl und ölige Oberflächen, sogar lackierte Flächen, wenn der Lack eine bestimmte Dicke nicht überschreitet
  • Schnelles Einstechen in Dicken bis 50 mm Materialdicke (max. Lochstechen in volles Material bis ca. 120 mm) möglich
  • Investitionskosten sind geringer als beim Laserschneiden
  • Der wahrscheinlich wichtigste Vorteil: Es ist das wirtschaftlichste Trennverfahren für Stahl bis max. 40 mm Dicke

 

Plasmaschneiden Nachteile:

  • Stromverbrauch relativ hoch
  • Staubbelastung hoch, ein Filter ist erforderlich, Pflicht!
  • Lärmentwicklung bei Trockenschnitt (z.T. >108 dBA bei 200A), wobei neuste Plasmabrennertechnologie den Lärm bereits nahezu halbiert (bis zu einer Schnittdicke von zur Zeit 12mm, Stand Sommer 2018)
  • Innenkonturen durch Nachlaufeffekt des massebehafteten Gases oft nicht präzise genug
  • Aufhärtung des Plasmaschnittes in den Randzonen (bei Unterwasserschnitten größer)!
  • Nachbearbeitung kann je nach Anforderung erforderlich sein (je nach Material und Brennertyp)
  • Investition ist höher als bei Autogenschneidanlagen
  • Die hohe Schnittqualität von Laserschneidanlagen sind nicht erzielbar - Vorsicht, vor falschen Erwartungen der Endverbraucher - Plasma ist kein Laser, erreicht nicht dessen Genauigkeitsklasse bei allen Schneidkonturen.
  • Besondere techn. Gase müssen vorgehalten werden, um optimale Schnittergebnisse zu erzielen.
  • Die Schnittqualität ist nicht konstant – ist von vielen Parametern/Verschleiß/
    Schneiddauer/Lochstechzyklen etc. abhängig.
  • Je nach Brennertyp/Einstellung/
    Zustand/Erfahrung sind hohe Verschleißteilekosten möglich, wenn die Anlage nicht optimal betrieben wird! Durch eine weitere Qualifizierung der Bediener und durch sinnvolle Einsatzbereiche kann hier gegengesteuert werden.
  • Brennschneidtisch wird stark belastet und wird zu einem Verschleißelement