Der Stundensatz hat keine besonders große Bedeutung für den Endkunden, schließlich möchte der Kunde vor der Auftragsvergabe wissen, was seine Zuschnitte kosten. Der Lohnschneider möchte ebenso die angefragten Teile möglichst exakt kalkulieren und wettbewerbsfähige Angebote erstellen. Vielen Endkunden ist es gleichgültig, welche Betriebskosten der Lohnschneider im einzelnen hat - für den Endkunden zählt vielmehr der Preis für die bestellten Ringe, Flansche, Ronden etc.
Unternehmen, die mit einer Vollkostenrechnung arbeiten, können schnell auf Stundensätze von über 300 Euro kommen, die natürlich auf den ersten Blick abschreckend erscheinen. Doch ein Endkunde kauft in der Regel nicht 1 Schneidstunde, sondern er bestellt 10 Zuschnitte und ihn interessiert nur, was diese ihn kosten und wie schnell er sie erhält.
Daraus folgt, Sie müssen schneller, besser und günstiger produzieren, aber Ihre Kosten gehen nur Sie etwas an, nicht den Endkunden.
Dieser bezahlt eine Summe x für seine 10 Zuschnitte. Entspricht der Preis seiner Erwartungshaltung, wird der Auftrag vergeben - gleichgültig welchen Stundensatz Sie für Ihre Schneidanlage ermittelt haben.
Am Ende zählt für den Kunden nur, was er zu bezahlen hat. Und dieser Wert ist abhängig von der Produktivität Ihrer Fertigung. Je besser ein Schneidbetrieb seine Schneidprozesse beherrscht, seine Mannschaft motiviert, seine Intralogistik optimiert, seine Produktionslandschaft digitalisiert, desto preiswerter und schneller werden die Zuschnitte ausfallen.
Die reinen Betriebskosten einer Schneidanlage lassen sich leicht ermitteln, wenn alle Verbrauchs-, Auftrags- und Betriebsdaten bekannt sind. Kennt man diese Kosten, so kann man sie auch optimieren. Doch oftmals scheitert es in so manchen Betrieb genau an diesen Positionen: An vielen bestehenden Altanlagen gibt es ohne Digitalisierung keine Echtzeitdaten über Verbräuche und Auslastungszustände? Wird geschätzt, ergeben sich häufig starke Abweichungen von der Realität.
Generell gilt: Jede Betriebskostenberechnung, die im Vorfeld erstellt wurde, kann in der Regel nur eine grobe Schätzung darstellen. Mit zunehmender Erfahrung und mit rückblickenden Auswertungen findet jedes Unternehmen aber seinen an die Realität nahe kommenden Wert. Die Betriebskosten für Morgen kann man nur ermitteln, wenn man Heute weiß, was und wie viel Morgen geschnitten wird, wie gut die Verschachtelung arbeitet und damit wie hoch der Materialverschnitt ausfallen wird und welche Störungen morgen eintreten werden. Da dieses Wissen in idealer Form aber nicht vorliegt, können Betriebskosten nur im Hinblick auf die Vergangenheit angegeben werden. Mit anderen Worten: Man schätzt. Und mit der Zeit und mit der Erfahrung und mit Hilfe einer Digitalisierung schätzt man immer genauer, immer auftragsnäher. 100% wird man nicht erreichen.
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