Der Einsatz der Wasserstrahlschneidtechnik seit Anfang des 20. Jahrhunderts
Die Wasserstrahlschneidtechnik diente Anfang des 20. Jahrhunderts dem Schürfen in Kies- und Tonablagerungen. Später setze man den Wasserstrahl auch für den Kohle- und Erzabbau ein. In den 1960er Jahren dachte man bei Boeing den Einsatz eines Wasserstrahls zur Bearbeitung von Verbundwerkstoffen im Flugzeugbau an.
Reinwasserschneiden und Abrasivstrahlschneiden
Die Technik des Wasserschneidens kennt zwei unterschiedliche Verfahrensarten:
- Reinwasserschneiden und
- Abrasivstrahlschneiden
Einen einzigen Startschuss für das Wasserstrahlschneiden zu benennen stellt sich als gar nicht so einfach dar. Denn welche Entwicklungsstufe definiert man als das "Wasserstrahlschneiden"?
War es der Einsatz von Wasser unter Druck, so befinden wir uns eher im Bereich der 1920er Jahre, in denen man Wasser mit Hochdruck, wenn gleich dies zu Beginn nur Drücke um 100 bar waren, in den Goldminen in Kalifornien einsetzte.
Oder wir assoziieren das Wasserstrahlschneiden mit einer bestimmten Hochdruckpumpenart und landen in den 1960er Jahren in der US amerikanischen Flugzeugindustrie.
Legen wir den Fokus mehr auf den Schneidprozess, wird vielleicht das Abrasivschneiden für uns die Geburtsstunde sein, die irgendwo in den 1970er Jahren zur Marktreife kam. Das Wasserstrahl-Suspensionsverfahren, bei dem das Abrasivmittel nicht durch Unterdruck, sondern durch einen sehr hohen Druck in der Mischkammer in den Wasserstrahl eingebracht wird, fand hingegen erst in den 2010er Jahren die Marktreife.
Wo also, setzen wir die Definition einer Geburtsstunde für das Wasserstrahlschneiden an?
Wasserstrahlschneiden ist ein evolutionärer Prozess, der von Jahrzehnt zu Jahrzehnt weitere signifikante Entwicklungsschritte vollzog. Eine Entwicklung baute auf einer vorherigen auf. Manche Vorstufe wurde zwar kein kommerzieller Erfolg, doch sie bot das Tor zu neuen Produkten, so dass wir heute eine Vielzahl leistungsfähiger und wirtschaftlicher Schneidsysteme unterschiedlichster Art besitzen.