Funktionsweise des Lasers und die Bedeutung der Wellenlänge

Der Laser in der Metallbearbeitung ist schon lange nicht mehr weg zu denken. Ob beim Fügen, Trennen oder dem Beschichten - immer mehr Einsatzgebiete erschließt das einzigartige, kohärente Licht bzw. die kohärenten Lichtstrahlen.

Auf dieser Seite befassen wir uns mit den Grundlagen des Lasers, wie der Laserstrahl erzeugt wird und welchen Einfluss die Wellenlänge auf seine Schneidfähigkeiten besitzt.

Inhaltsverzeichnis:

Laser - das vielseitige Werkzeug zum Schneiden

CO2-Laser mit 6 kW schneidet Baustahl
Bild 1: CO2-Laser mit 6 kW schneidet Baustahl

Laserschneiden zeichnet sich durch die geringe Wärmebelastung aus. Es besitzt eine hohe Präzision, die Fähigkeit, komplexe Formen zu schneiden; eine hohe Schnittqualität und Schnittgeschwindigkeit sowie die Vielseitigkeit in verschiedenen Branchen eingesetzt zu werden.

Seine hohe Flexibilität bei geringer Schnittfugenbreite erlaubt kleine Schnittspalte und damit weniger Materialverbrauch. Weniger Verschnitt erzielt der Laser auch durch kürzere Anstich- und Ausstichlängen, die eine bessere Schachteldichte erlauben.

Die geringe Gratbildung und sein hohes Digitalisierungspotential ermöglichen dem Laser beispielsweise Laserteile online zu bestellen und mannlos über drei Schichten zu produzieren. Der Laser schneidet mehr als nur Metalle.

Funktionsweise Laser: Aufbau und Schaubild eines Laserresonators, Erzeugung des Laserstrahls im aktiven Medium
Bild 2: Funktionsweise Laser: Aufbau eines Laserresonators, Erzeugung des Laserstrahls: Schaubild

Wie funktioniert der Laser?

Bildbeschreibung, siehe Bild 2:

  1. Laseraktives Medium *
  2. Eine geeignete Einheit, die zur Anregung der Energie dient (wird auch als Pumpen bezeichnet)
  3. Resonator, Laserresonator: Der Laserresonator besteht meistens aus einem voll- und einem halb- oder teilreflektierenden Spiegel. Innerhalb dieser Spiegelanordnung erfolgt eine ständige Rückkopplung der elektromagnetischen Strahlung und damit eine Verstärkung durch das Medium. Diese Rückkopplung erfolgt so lange, bis die Strahlung im aktiven Lasermedium durch den halbdurchlässigen Spiegel emittierten kann.

    Klingt ganz schön kompliziert oder? Wir werden versuchen, dies einfacher zu erklären. Wenn Sie die Theorie weniger interessiert, dann überspringen Sie einfach die folgenden Artikel. Weiter unten geht es dann mit der Praxis weiter.

    Im Schaubild Bild 2 erkennen wir das Schema der Funktionsweise eines Lasers. In einem lasergeeigneten Material (1) wird durch ein geeignetes Pumpsystem (2) Anregungsenergie eingebracht, so dass im lasergeeigneten Material eine Strahlung angeregt wird. Der Laserstrahl wird nun solange zwischen den beiden Spiegeln (3) reflektiert, bis er einen bestimmten Energiewert erreicht hat. Mit Hilfe einer Auskoppelloptik verläßt der Laserstrahl das Medium und wird je nach Wellenlänge über eine geeignete Vorrichtung bis zur Fokussieroptik im Strahlkopf geleitet.

    Der Laserschneider besteht also zunächst aus dem Resonator und einem geeigneten Übertragungsmedium, das den Strahl vom Resonator zum Schneidkopf führt. Bei kurzwelligen Strahlen kann zur Übertragung ein Glasfaserleiter verwendet werden, langwellige Strahlung wird über Spiegel weitergeleitet und entsprechend umgelenkt bis der Strahl zum Schneidkopf gelangt.

    Im Schneidkopf wird der Laserstrahl fokussiert, in der Regel eine Aufgabe, welche optische Linsen übernehmen. Nun muss der Strahl noch über ein geeignetes CNC-Koordinatensystem über dem Schneidmaterial bewegt werden und dies in mindestens drei Richtungen auf der x-, y- und z-Achse.

    Nun steht dem Schneiden von Metallen (fast) nichts mehr im Weg. Wer mehr Theorie zum Verständnis benötigt, dem empfehlen wir den Artikel in wikipedia zum Laser.

    * Laseraktive Medien und damit für den Laser geeignete Stoffe können bei einer Menge an Materialien festgestellt werden. Allerdings eignen sich nicht alle laseraktiven Materialien für eine Laseranwendung, wenn deren Effizienz nicht gewährleistet ist. Grundsätzlich lassen sich die laseraktiven Stoffe in drei Gruppen unterteilen:

    1. Gase (z.B. CO2-Molekül, He-Ne, Excimere)
    2. Festkörper (Nd:YAG, Ti:Saphir, Yb oder dotierte Glasfasern)
    3. Halbleiter (GaAs, ZnSe, Ga, Ni)
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    Warum ist die Wellenlänge so wichtig beim Schneiden?

    Je nach verwendetem laseraktiven Material besitzt der Laser eine spezifische Wellenlänge. Die Wellenlänge übt großen Einfluss auf die Materialbearbeitung mit dem Laser aus.

    • Excimerlaser: 157nm - 308 nm EUV-UV
    • He-Ne-Laser: 633 nm VIS sichtbarer Bereich
    • Diodenlaser: 808 nm NIR nahes Infrarot
    • Nd: YAD-Laser (Faserlaser): 1,06 µm. NIR nahes Infrarot
    • CO2-Laser: 10,6 µm NIR nahes Infrarot

    Diese materialtypischen Wellenlängen bestimmen nun im wesentlichen den Einsatz beim Laser in der Materialbearbeitung.

    Die unterschiedlichen zu schneidenden Stoffe reagieren verschieden auf die Wellenlängen bestimmter Laser. Beispielsweise ist das Einkoppelverhalten des Laserstrahls in verschiedene Metalle wesentlich günstiger bei kurzwelliger Strahlung als bei langwelliger Wellenlänge. Dies erklärt, warum der Faserlaser mit seiner Wellenlänge von 1,06 µm schneller und dickeres Material schneiden kann als beispielsweise der CO2-Laser mit der rund zehnfach höheren Wellenlänge von 10,6 µm.
    Auch das Reflexionsverhalten an den Oberflächen des zu schneidenden Materials ist von der Wellenlänge abhängig.

    Die Wellenlänge des Lasers wird vom laserfähigen Medium bestimmt. Anhand der Wellenlänge kann man Rückschlüsse auf das Lasermedium schließen. Bei einer Wellenlänge um die 10 µm liegt die Vermutung nahe, dass es sich um einen CO2 Laser handelt. Bei einer Wellenlänge um 1 µm könnte es sich um einen Faserlaser handeln. Liegt die Wellenlänge ein wenig darunter könnte es ein Diodenlaser sein u. s. w.

    Doch die Wellenlänge sagt dem Praktiker noch viel mehr über das Schneiden aus. Sie ist quasi der Steckbrief des Arbeitsmittels Laserschneider, der das Einsatzgebiet umschreibt.

    • Beispielsweise kann mit einer Wellenlänge um 1 µm das Licht besser in Metalle einkoppeln, es besitzt ein wesentlich höheres Absorptionsverhalten als Licht mit größerer Wellenlänge. Diese Eigenschaften der kürzeren Wellenlänge wirkt sich auch positiv bei spiegelnden Oberflächen aus und erlaubt damit ein effektiveres Schneiden von glänzenden bzw. stark reflektierenden Metallen.
    • Hingegen ist die Schnittgeschwindigkeit bei einer Wellenlänge um 10 µm aufgrund geringeren Absorptionsverhaltens geringer und der Schnittspalt ist breiter. Bei reflektierenden Metallen gibt es starke Einschränkungen hinsichtlich der zu schneidenden Materialdicke.

    Tatsächlich verhält es sich auch so in der Praxis, wie angenommen.

    Manche Wellenlänge sind für bestimmte Schweißanwendungen besser geeignet.

    Die Wellenlänge des Lasers besitzt damit ein individuelles physikalisches Verhalten im Bezug auf die zu bearbeitenden Werkstoffe, wie wir in den nächsten Kapiteln bei der Blechbearbeitung tiefer betrachtet werden.

    • Wurde als laserfähiges Medium Gas beispielsweise CO2 verwendet, so kann der Strahl aufgrund seiner Wellenlänge von 10,6 µm nur über Spiegelsysteme geleitet werden. Der CO2-Laser verfügt über die größte Wellenlänge.
    • Wurde als laserfähiges Medium Ytterbium oder Neodyn:YAG eingesetzt, so weist seine Wellenlänge 1,06 µm auf und der Strahl kann hervorragend über Glasfasern bis zur Fokussieroptik auch über weite Strecken geleitet werden.  
    • Excimerlaser hingegen haben die kürzeste Wellenlänge von ca. 157 - 308 nm und benötigen hohe Pumpleistungen für die Anregung des Resonators, aufgrund hoher spontaner Emissionen, die bei kurzen Wellenlänge ≡ hohe Frequenz auftreten.
    Beispiel für Laserzuschnitt: Gelasertes Fahrrad mit CO2-Laser aus Edelstahl 1.4301
    Beispiel für Laserzuschnitt: Gelasertes Fahrrad mit CO2-Laser aus Edelstahl 1.4301

    Was benötigt man zum Schneiden mit dem Laser?

    Es gibt verschiedene Einsatzfälle für das Schneiden mit dem Laser und die einzelnen Komponenten variieren je nach Einsatzgebiet. Im Schneidforum gehen wir davon aus, dass vorwiegend feste Stoffe wie Stahl, Metalle, Glas, Kunststoffe etc. zu schneiden sind. Beim Schneiden in beispielsweise medizinischen Anwendungen unterscheiden sich die erforderlichen Komponenten wesentlich. Die folgenden Erklärungen gelten daher nur für industrielle Anwendungen beim Zuschnitt von Metallen und anderen festen Stoffen.

    Eine Laserschneidanlage besteht im wesentlichen aus:

    • Kernkomponenten:
    • Software und Sicherheit:
    • Zusätzliche Komponenten:
      • Automatisierung (Wechseltisch, Hochregallager),
      • Schneidmaterial,
      • Spiegelumlenkungen, Kühlaggregate (für CO2-Laser).

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