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Sicherheitsmaßnahmen bei Schneidmaschinen
Sicherheit groß geschrieben!
Bei Brennschneid-, Plasma-, Laser- und Wasserstrahlschneidanlagen muss Sicherheit ganz groß geschrieben werden. Die hier vorgestellten Sicherheitsmaßnahmen sind beispielhaft, je nach Maschinentyp können diese von Fall zu Fall anders aussehen. Für den Verbraucher ist wichtig, dass er einen ausreichenden Schutz im Arbeitsalltag erfährt.
Beispiele für besondere sicherheitstechnische Betrachtung:
- Bei Plasmaschneidanlagen müssen darüber hinaus noch spezielle Erdungsvorschriften eingehalten werden.
- Bei Laserschneidanlagen sind es bestimmte Strahlungsschutz-Maßnahmen, Absicherung vor parasitärer Strahlung sowie Bereichsabsicherungen etc.
- Sobald Beladeroboter oder sonstige autonom arbeitende Handlingssysteme installiert sind, müssen Bereiche gesondert abgesichert und vor menschlichem Zutritt gesichert werden.
- Wasserstrahlanlagen sind ähnlich wie Autogenschneidanlagen: Schutz vor den Energieflüssen, auch vor Funken- oder Abrasiv-Flug, Schutz vor Quetschung durch Distanzvorschriften und Überwachungsgeräte.
Generell gilt für alle Schneidanlagen: "nicht zu nahe kommen", "nicht in den Strahl hineinfassen oder hineinsehen", "vor Lärm schützen", "nicht in den Bewegungsradius der Achsen gelangen, auch nicht durch Kleidungsstücke" usw. Beachten Sie immer die Sicherheitsanforderungen der Hersteller!
Bei thermischen Schneidanlagen sorgen Sie für ausreichende Frischluftzufuhr und geeignete Luftfilterung.
Diese hier vorgestellten Maßnahmen sind nicht komplett, sondern vom Schneidprozess abhängig.
Suchen Sie sicherheitstechnische Details zu einem bestimmten Verfahren?
Lesen Sie unsere spezifischen Ratgeber für "Sicherheit beim Plasmaschneiden"
CE-Kennzeichnung
Laut Gesetzgeber haftet der Betreiber für die Gefahrenabsicherung der Schneidanlage. Um dieser Haftung genüge zu tun, kaufen Unternehmen i.d.R. Schneidanlagen, die bereits eine erforderliche CE-Kennzeichnung besitzen. Aber: Sobald der Betreiber selber in das Maschinensystem relevant eingreift, ist er für die Erbringung eines neues CE-Kennzeichens verantwortlich. Wird beispielsweise der Brennschneidtisch vom Betreiber selber beigestellt und an die Filterung angeschlossen, kann er sich im Personenschadensfall nicht mehr hinter dem CE-Kennzeichen des Maschinenherstellers in Sicherheit wiegen - die Beweislast wurde durch seinen Eingriff auf ihn selber übertragen. Er haftet nun für die komplette Dokumentation, für die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen etc.
Daher unser Rat: Kaufen Sie möglichst die Komplettanlage bei Ihrem Lieferanten und sorgen Sie dafür, dass die CE sich auf die Gesamtanlage bezieht. Reduzieren Sie Ihren Eigenanteil an Fremdleistung auf das Mindeste, z.B. die Fundamente und die Energieversorgung.
Beispiele für Sicherheitselemente einer Brennschneidanlage:
Bild 1: Fühler-Endschalter sorgen für einen Überfahrschutz der Füsse. Abstreifer an den Portalkonsolen schieben den Staub von der Schiene.
Bild 2: Passive Seilzugschalter für den Personenschutz, wenn diese sich auf dem Brenntisch befinden und die Anlage sich unbemerkt nähern sollte. Auch mit Sicherheitslichtschranken kann der Personenschutz bewerkstelligt werden. Die Sicherheitsmaßnahme muss zur jeweiligen Maschinengeschwindigkeit passen.
Bild 3: Eine Sicherungsflasche mit Notaus kann der Bediener mobil zur Hand nehmen, wenn er an der Maschine arbeitet und die Anlage nicht immer im Sichtbereich hat. Alternative Konzepte sehen gleich noch ein mitfahrendes Mini-Steuerpult vor. Bei kleineren Anlagen ist eine solche Flasche jedoch nicht immer nötig, bzw. sinnvoll.
Dies ist eine kurze Auswahl aus einer Vielzahl an Punkten. Gerne beraten wir Sie hierzu.
Bild 2: Fühler des Quetschsensors
Bild 3: Not-Aus als Flasche ausgeführt
Notaus-Überwachungsgeräte und ihre Bedeutung
Notaus-Funktionen müssen durch Notaus-Überwachungsgeräte sichergestellt werden. Notaus-Schalter dürfen unter keinen Umständen überbrückbar sein, auch ist ein Ausfall der Notaus-Strecken unter allen Umständen zu vermeiden. Notaus-Überwachungsgeräte sind mit der SPS bzw. der CNC einer Schneidmaschine verbunden und sind nicht ausschaltbar.
Eine regelmäßige Überprüfung aller Notaus-Schalter durch dafür geschultes und berechtigtes Personal ist sicherzustellen.
Zertifizierte Notaus-Überwachungsgeräte haben ihren Preis und erhöhen den Gesamtpreis einer Schneidanlage. Doch fehlen diese, ist die Anlage zwar billiger, aber deren Betrieb stellt ein extrem hohes Risiko dar, das der Betreiber der Anlage, damit der Geschäftsführer persönlich trägt - eine GmbH schützt bei Personenschaden nicht!
Bei vielen ausländischen Fernost-Billiganbietern fehlen diese unabdingbaren Notaus-Geräte oder sie besitzen keine gültige Zertifizierung, lassen sich im schlimmsten Fall sogar vom Bediener überbrücken. Fallen sie aus, gibt es keine Meldung und die Anlage funktioniert auch dann noch weiter. Das darf unter keinen Umständen der Fall sein.
Darüber hinaus legt die neue EU-Maschinenverordnung die Messlatte für eine sichere Produktionsanlage nochmals um einiges höher, was zu höheren Preisen der Schneidanlagen führen kann. Maschinenhersteller, die sich nicht an diese EU-Maschinenverordnung halten, produzieren einfach billiger. Doch das Risiko bleibt beim Betreiber. Wer zu billig einkauft, darf das gerne im Privathaushalt für sich tun, diese Handlung jedoch in seinen Betrieb zu übernehmen und damit Menschenleben oder die Gesundheit anderer aufs Spiel zu setzen, ist grob fahrlässig.
Unsere Unternehmen stellen vor:
Darüber spricht die Branche.
Mehr Produktionssicherheit, weniger Produktionsunterbrechungen und intelligentere Unterstützung im Schneidprozess. Anette Höchst, Head of Team Textil in der Entwicklung, gibt Einblick in das aktuelle Release.
Erfolgreiche Messe im Zeichen starker Partnerschaften
Ein neues Feature in Lantek Expert verbessert die automatische Verschachtelung in der Blechfertigung.