Wie Betriebskosten die Wirtschaftlichkeit bestimmen

Zange schlägt auf Nagel
Bild 1: Das richtige Werkzeug immer zur Hand oder ein Risiko entsteht

Wirtschaftlich arbeiten bedeutet auch, für jeden Nagel den passenden Hammer zu benutzen

Die Betriebskosten beeinflussen die Wirtschaftlichkeit jedes Produktionsmittels - das leuchtet jedem ein. Die Betriebskosten beim Brennschneiden, Plasmaschneiden, Laserschneiden unterscheiden sich von den Kosten beim Wasserstrahlschneiden - man kann sie nicht über einen Kamm scheren. Und doch sind die Wirkmechanismen, um diese einzudämmen, im wesentlich identisch, was die Betrachtung vereinfacht.
Im Bild 1 sehen wir, wie der Nagel mit einem falschen Werkzeug in die Wand geschlagen wird. Dass dies nicht immer von Erfolg gekrönt sein muss, erkennt man schnell. Doch diese Einsicht ist leider nicht immer in Unternehmen anzutreffen. Wir erleben, dass Schneidmaschinen nicht selten in Grenzbereichen eingesetzt werden, für die sie nie ausgelegt waren und anschließend ein großes Staunen über horrende Betriebskosten entsteht.

Der Maschinenstundensatz ist von vielen Parametern abhängig, ein Faktor wird durch die Betriebskosten bestimmt. Eine Reduktion der Betriebskosten kann der Anwender nur dann erzielen, wenn er alle Randbedingungen einhält, nicht im Grenzbereich schneidet und Bedienungsfehler vermeidet.
Wird hiergegen verstoßen, kann es zu extrem hohen Betriebskosten führen. Eine Betriebskostenermittlung muss immer auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein, um Aussagekraft zu erhalten und sowohl den Istzustand erfassen als auch den Sollzustand als Zielmarke berücksichtigen.

Wann ist der beste Zeitpunkt, um Betriebskosten zu senken?

Am stärksten lassen sich die Betriebskosten einzäunen, wenn man VOR dem Kauf der Schneidanlage die richtigen Weichen stellt. Dazu haben wir unten auf der Seite 5 Tipps erstellt, die zum Teil auch bei Bestandsanlagen nützlich sind.

Wenn Sie jedoch die Frage stellen, was kann man in einer bestehenden Fertigung tun, um die Betriebskosten zu reduzieren, folgen im weiteren ebenso 5 praxisbezogene Tipps.

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Wo entstehen unnötige Betriebskosten?

Wir ermitteln vier Bereiche, in denen unnötige Kosten auflaufen können.

  1. Energie- und Verbrauchskosten
    Sind die optimalen Schneiddaten ausgewählt worden? Schneidet man mit der richtigen Geschwindigkeit? Sind die Energiewege optimal verlegt?
  2. Verschleiß und Wartung
    Stimmt die Höhe des Schneidkopfes und ist das Lochstech-Management korrekt ausgelegt? Setzt man Originalteile ein oder minderwertige Nachbauteile? Wird die Maschine gemäß Maschinenhandbuch gewartet?
  3. Personal- und Nebenzeiten
    Wie viel Zeit verbringt das Personal mit Nebenarbeiten, wie dem Suchen des zu schneidenden Bleches, der Beschickung, wenn auf den Kran gewartet werden muss oder das Abräumen der Zuschnitte durch einen nicht optimierten Schneidtisch? Wie lange braucht es, bis der CNC-Code erstellt wurde?
  4. Stillstand und geringe Auslastung
    Stillstand der Anlage durch Fehler und Crash? Stillstand durch mangelndes Maschinenwissen und ungeschulte Fachkräfte. Geringe Auslastung der Schneidanlage durch falsche Auslegung der Schneidanlage.

Die Bedeutung der Auslastung

Damit wir uns ein Bild über die hohe Bedeutung der Auslastung machen können, müssen wir folgendes verstehen: Eine Schneidanlage oder eine Schneidabteilung oder ein Schneidbetrieb erzeugt 100 % Kosten. Alle diese Kosten müssen die Schneidanlagen wieder einspielen, ansonsten bleibt ein Unternehmen auf seinem Kosten sitzen.

Daraus folgt, dass die gesamten Kosten auf die Anzahl der Schneidstunden, denn nur da produziert die Schneidanlage, umgelegt werden müssen.

  • Schneidet eine Maschine nur wenige Stunden, dann ist der entsprechende Stundensatz sehr hoch.
  • Schneidet die Maschine viele Stunden, dann werden die Kosten auf viele Stunden verteilt und der Stundensatz fällt geringer aus.

Daher ist das Ziel jeder Fertigung eine möglichst hohe Schneidstundenanzahl zu erreichen, diese wird im Begriff der Auslastungszahl beschrieben. Je höher die Auslastung ist, Maximalwert wäre 100 %, desto günstiger fällt der Maschinenstundensatz aus.

Je niedriger der Stundensatz einer Schneidanlage, desto höher ihre Wirtschaftlichkeit - zumindest in der Mathematik. In der Praxis kommt es natürlich auch auf die Effizienz an, das bedeutet, wie viele Teile kann eine Maschine in einer Stunde produzieren. Diese Einzelbetrachtungen geben dem Berater ein gutes Bild davon, an welchen Stellschrauben als Erstes zu drehen ist, damit das Unternehmen schnell in die "schwarzen" Zahlen kommt.

Soweit also zur Definition der Auslastung von Schneidanlagen, zu der wir ein eigenes Kapitel erstellt haben.    

5 Tipps zur Senkung der Betriebskosten bei bestehenden Schneidanlagen

Maßnahme 1: Schneidprozesse optimal einstellen

  • Schnittparameter und Prozessführung
    Überprüfen Sie sorgfältig bei jedem Wechsel des Materials und sei es nur seiner Dicke, die Einstellung der Schnittparameter, die Gaseinstellungen und die Prozessdaten, wie Höhenregelung, Schnittgeschwindigkeit und Schnittfugenkorrektur
  • Verbrauchsmittel effizient einsetzen
    Achten Sie auf saubere und nicht verschlissene Düsen, Elektroden und sonstige Verschleißteile. Prüfen Sie ob die Teile die richtigen Artikelnummern passend zur Schneidaufgabe besitzen.
  • Verschleiß frühzeitig erkennen
    Verschleiß tritt sowohl an den Verbrauchsmaterialien als auch an der Führungsmaschine auf. Der regelmässige Blick fällt beispielsweise auf ein sauberes und rundes Austrittsloch der Gase - sollte dies unrund sein oder eine seitliche Beschädigung besitzen, so ist es auszutauschen. Der Maschinenverschleiß ist etwas anspruchsvoller, doch häufig kann man durch ein zu hohes Spiel in den Führungen oder Rattermarken im Schnittbild oder zu hohe Schwingungen der Portalachse bereits Verschleiß ablesen und sollte dies schnell durch einen Wartungsservice überprüfen und abstellen lassen.

Maßnahme 2: Maschinen und Kapazitäten besser auslasten

  • Rüst- und Nebenzeiten reduzieren
    Der Blick auf die Intralogistik verrät oft, wo unnötige Zeiten verloren gehen, beispielsweise wenn nur ein Verladekran vorhanden ist und die Maschine zur Bestückung mit einem neuen Blech 20 Minuten warten muss, bis das Kran wieder verfügbar ist.
  • Aufträge effizient bündeln
    Leichter gesagt als getan, doch Rüstzeiten vor allem bei großen oder dicken Blechtafeln sind hoch. Um diese auf viele Teile umzulegen, sollte man solange wie möglich die Aufträge für das gleiche Material sammeln und erst dann die Produktion freigeben, wenn eine erträgliche Anzahl an Teilen vorhanden ist. Diese Gratwanderung besteht darin, dass Kunden nicht gerne lange auf ihre bestellten Teile warten möchten, so dass man diese auf der anderen Seite auch nicht verärgern möchte.
  • Leerlauf und Stillstand vermeiden
    Stillstand und Leerlauf beispielsweise durch fehlendes Material, dass zu spät geordert wurde. Oder durch lange Suchzeiten für ein passendes Reststück, dass idealerweise zum Auftrag passen würde, wenn man es nur fände. Auch hier helfen klare Vorgaben der Betriebsleitung, wann ist ein Reststück zu entsorgen, wann darf es aufbewahrt werden und wo soll es gelagert werden, damit ein schneller Zugriff möglich ist.

Maßnahme 3: Automatisierung und Digitalisierung nutzen

  • Programmierung und Arbeitsvorbereitung
    Die CAD/CAM-Software sollte optimal bedient werden können und alle erforderlichen Funktionen enthalten. Die Verschachtelung sollte nicht nur zügig von der Hand gehen sondern auch eine hohe Schachteldichte ermöglichen, damit wenig Verschnitt anfällt. Sie sollte die Reststücke und deren Historie, Zeugnisse und Lagerorte verwalten, damit nicht unnötige Zeit für das Heraussuchen anfällt.   
  • Prozessüberwachung
    Je nach Schneidverfahren gibt es zur Prozessüberwachung noch nicht viele Möglichkeiten. Die neusten Plasmastromquellen besitzen digitale Schnittstellen, ebenso moderne Autogenbrennner, Laserquellen werde in der Regel bereits seit Jahren überwacht, bei Wasserstrahlsystemen hängt es von der Schneidanlage und ihrem Alter ab. Wir gehen von mehr als 36.000 Schneidanlagen im DACH-Raum aus, von denen mehr als 50% keine Überwachungsfunktionen besitzen. Mit Prozessüberwachung meinen wir nicht: "Maschine ein oder aus" - das wäre trivial und hilft hierbei nur wenig weiter. Prozessüberwachung sagt uns, ob und wie etwas geschnitten wurde, teilt uns Fertigungsstände und Qualität mit.
  • Daten für die Optimierung nutzen
    Sind Daten vorhanden, kann optimiert werden. Wobei schon immer optimiert wurde, nur stammen die Daten dann aus dem Erfahrungsschatz der Maschinenbediener, die am Funkenflug, am Austrittsgeräusch am Schneidkopf, am Schneidstrahl, sei es thermische Energie oder kinetische Energie, wie beim Wasserstrahl, einiges ablesen können und korrigierend eingreifen - auch ohne Digitalisierung.  

Maßnahme 4: Qualität und Nacharbeit verbessern

  • Ausschuss vermeiden
    Ausschuss reduzieren durch einen oder mehrere Testschnitte. Vor allem, wenn ein neues Material zu schneiden ist, sollte man zunächst ein kleines Stück schneiden, so dass man die Prozessparameter optimieren kann. Um Ausschuss zu reduzieren, sollte man die Originalverschleißteile einsetzen, denn nur so, kann eine potentielle Störquelle bereits im Vorfeld ausgeschlossen werden.
  • Nacharbeit reduzieren
    Manchmal ist langsamer besser. Natürlich nicht zu viel langsamer, nur soviel langsamer, wie es der Prozess erlaubt, so dass der Schnitt sauberer wird und weniger Grat entsteht, der mögliche Folgekosten reduziert. Ein Merksatz beim Brennschneiden ist nicht selten, "wenn Grat dann richtig viel davon". Der Grund: Viel Grat beim Brennschneiden fällt je nach Material und Dicke einfach von allein ab, wenn das Teil abkühlt oder in den Container geworfen wird. Brennschlacke lässt sich einfach abklopfen. Doch dies gilt für das Brennschneiden. Grat an Edelstahlteilen oder beim Plasmazuschnitt hat ein anderes Verhalten und sollte daher reduziert werden durch andere Prozessparameter.  
  • Prozessstabilität erhöhen
    Auch hier gibt es je nach Schneidverfahren andere Massnahmen: Beim Brennschneiden würde man die Anlage ein wenig langsamer fahren lassen, z.B: 5 bis 10 % damit der Schnitt nicht abreist. Beim Plasma würde man eine Strom- und Düsenstufe langsamer schneiden, damit das Schnittbild schöner wird und beim Lochstechen den Abstand nicht zu groß wählen, damit der Brenner nicht zu häufig zünden muss. Beim Wasser würde man etwas mehr Abrasiv hinzufügen um die Abtragsleistung zu verbessern.

Dies sind nur einige Beispiele aus der Praxis, welche für Sie davon zutreffen, hängt von Ihrer Fertigung und Schneidverfahren ab. Hilfreich kann eine Beratung durch einen externen Fachmann sein, der Ihre Möglichkeiten auslotet und speziell auf Ihren Betrieb zuschneidet.

Maßnahme 5: Betriebskosten regelmäßig analysieren

  • Kostenkennzahlen erfassen
    Hierbei gilt es das Alter der Schneidanlagen zu berücksichtigen. Bei den mehr als 36.000 betriebenen Schneidmaschinen im DACH-Raum verfügen die meisten der alten Bestandsanlagen nicht mal über einen Stundenzähler. Dies wäre sozusagen der geringste Aufwand und die kleinste Kennzahl, die man ermitteln sollte. Außerdem ist die Frage berechtigt, welche Stunden überhaupt erfasst werden? "Maschine - ein "nutzt als Kennzahl wenig, wenn die Maschine nicht schneidet. Was man braucht ist der Wert für "Schneidvorgang läuft". Besitzt man beide Kennzahlen kann man auch ein OEE sehr gut ermitteln.  
  • Abweichungen erkennen
    Erst wenn man aussagekräftige Kennzahlen besitzt, kann man aus diesen Abweichungen erkennen. Man erkennt Störungen und Wartezeiten und echte Produktionszeiten.  
  • Einsparpotenziale bewerten
    Sind diese Kennzahlen vorhanden und ausgewertete, lassen sich exakte Potenziale ermitteln und gezielte Optimierungen vornehmen - nicht nach dem Giesskannenprinzip sondern punktuell und hoch effizient. Es gilt, diese Zahlen zu erfassen und auszuwerten. Nicht selten kann es sich lohnen die Maschine zu retrofitten und eine neue moderne CNC-Steuerung, einige Adressen hierzu haben wir für Sie gelistet, einzubauen, damit Ihre Anlage Ihnen das Entscheidungsmaterial liefert, dass Sie für eine effiziente und wirtschaftliche Fertigung benötigen.

5 Tipps, wie Sie Ihre Betriebskosten zukünftiger Schneidanlagen optimieren

Schneidmaschinen verursachen Kosten - manche Schneidanlagen mehr, manche weniger. Gibt es eine Möglichkeit, diese Kosten zu senken?

Gedankenexperiment: Wäre eine 20% teuere Anlage, die aber dafür nur ein Viertel der Verschleißteile- und Wartungskosten besitzt und am Ende sogar noch 5 Jahre länger einwandfrei arbeitet und einen höheren Wiederverkaufswert erzielt, am Ende nicht doch die preiswertere Investition gegenüber einer Billiganlage gewesen?
Von den weiteren Vorteilen, die in geringeren Ausfallzeiten und weniger Reklamationen durch schlechte Brennteile, Laserzuschnitte, Plasmazuschnitte oder Wasserstrahlteile liegen könnten, einmal ganz zu schweigen! Wie kann man diese unsichtbaren und doch so entscheidenden Kosten besser in den Griff bekommen?

Was nutzt eine billig eingekaufte Anlage, wenn sie im Jahr 80.000 € an Verschleißteilen benötigt und für 70.000 € Reparaturkosten erzeugt und damit alle Kostenvorteile der eigenen Produktion aufzehrt?

Maschinenlinearführung und Zahnstange: Ist es ein Ersatz- oder ein Verschleißteil?
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Tipp 1: Setzen Sie die Schneidanlage nicht im Grenzbereich ein!

Wirtschaftlicher Schneiden durch Einsatz im Sweetspot des Schneidverfahrens

Schneiden Sie nicht bis zum Anschlag der maximalen Trennschnittkapazität - die Verschleißteilekosten explodieren im Grenzbereich.

Wenn Schneidmaschinen in Grenzbereichen eingesetzt werden, dann steigen die Kosten nicht mehr linear sondern zum Teil exponentiell an und bringen einen überproportional hohen Verschleiß und weitere Störungen der Schneidanlage mit sich. Beispielsweise kann ein Plasmabrenner mit 200 A maximalem Schneidstrom wirtschaftlich bis beispielsweise 20 mm Materialdicke schneiden. Wird der 200 A-Brenner jedoch für das Schneiden von 30 mm dicken Stahl verwendet, was gemäß Handbuch möglich sein soll, so erreichen die Standzeiten der Verschleißteile kaum nennenswerte Größen. Im schlimmsten Fall sind bereits nach 10 Anstichen die Verschleißteile für beispielsweise 40 € zu wechseln. Anlagen, die im Grenzbereich betrieben werden, besitzen immer das Risiko, unwirtschaftlich zu arbeiten. Von den damit verbundenden Störungen einmal ganz abgesehen.

Sollte der Auftragsbereich sich mehr und mehr in andere Dicken- und Leistungsdimensionen bewegen, so ist es höchste Zeit, an eine leistungsstärkere Schneidanlage zu denken, als die bestehende Anlage ständig zu überlasten. Optimierung und Kostensenkung erfolgt auch durch neuere Schneidanlagen oder Wechsel des Schneidverfahrens.

  • Neue moderne Wasserstrahlhochdruckpumpen arbeiten mit Servoantrieben und verbrauchen wesentlich weniger elektrische Energie.
  • Inverter-Plasmastromquellen haben höhere Wirkungsgrade und arbeiten effizienter.
  • Faserlaser sind wesentlich kosteneffizienter als CO2-Laser. Faserlaser mit höherer Leistung schneiden wirtschaftlicher und schneller.
  • Autogenbrenner lassen sich noch wirtschaftlicher betreiben mit der neuen Wasserstofftechnologie.
  • Leistungsstärkere Stromquellen, Hochdruckpumpen, Faserlaser sind reichtlich am Markt vorhanden - es kann preiswerter sein, in mehr Leistung zu investieren als Altanlagen zu überlasten.

Wirtschaftliche Schneidmaschinen durch Einsatz eines systemischen Lastenhefts

Setzen Sie VOR dem Kauf der Schneidmaschine das systemische Lastenheft ganz gezielt ein! Betrachten Sie dabei nicht allein die Investitionskosten, sondern ermitteln Sie die Kosten über die Laufzeit der Schneidanlage! Sie werden staunen, was alles möglich ist!

Tipp 2: Überbewerten Sie die Investitionskosten nicht!

Planen Sie Mehraufwendung für Automatisierung | Digitalisierung | Wartung mit ein

Kosten die man im voraus kennt, kann man kalkulieren, ungeplante Störungen und Ausfälle hingegen nicht.

Rechnen Sie den Stundensatz einmal komplett durch: Einmal mit der billigsten Schneidanlage und ein weiteres Mal mit der wirtschaftlichsten Schneidanlage mit vernünftiger Automatisierung - und dies über die gesamte Lebensdauer der Anlage.

Möglicherweise werden Sie überrascht sein, wie gering die Mehrkosten pro Stunde für die (scheinbar) teuere Schneidanlage ausfallen und welchen Gegenwert Sie durch Erhöhung der Wirtschaftlichkeit, Kontrolle und Wettbewerbsfähigkeit erhalten!

Sorgen Sie für eine gute Wartung der Anlage

Übrigens, sorgen Sie für eine regelmässige Wartung und Pflege der Schneidanlage. Viele Maschinenhersteller liefern mit der Schneidanlage auch ein Maschinenhandbuch, in welchem die kurz-, mittel- und langfristigen Wartungsanweisungen detailliert enthalten sind. Weisen Sie die Mitarbeiter darin ein und sorgen Sie für den Werterhalt der Schneidanlage auch durch vorausschauende Wartung und rechtzeitigen Austausch von ermüdetem Material.

Tipp 3: Achten Sie auf die Verschleißteilekosten

"Geschenkt kann manchmal zu teuer sein" - ein realer Fallbericht:

Ein Stahlbauer setzte eine alte Plasmaschneidmaschine in seiner Fertigung ein. Es stellte sich heraus, dass er nur vermeintlich geringe Verschleißteilekosten bei seiner bestehenden Altanlage zu verzeichnen hatte. Somit würde sich für ihn eine Einsparung bei einer Neuen kaum lohnen, nahm er zuerst an.

Bisher lag sein Verbrauch an Verschleißteilen bei 7.500,- im Jahr - dieser Wert sah auf den ersten Blick nach ganz normalen bis geringen Kosten aus.

Doch seine Einschätzung relativierte sich rasch bei der Betrachtung seiner Auslastung - diese betrug 1-schichtig mit einem Plasmakopf rund 160 Schneidstunden pro Jahr - so sein Zählerstand.

Letztere Information lässt alles in einem anderen Licht erscheinen, denn die Berechnung ergab damit einen Stundensatz allein für Verschleißteile von rund 47,- €. Und das ist, mit Verlaub gesagt, kein guter Wert bezogen auf Normalstahl-Zuschnitt mit einem einfachen Plasmabrenner!

Fazit: Seine Anlage arbeitete damit sehr unwirtschaftlich! Als Stahlbauer hatte er bisher nur für den Eigenbedarf geschnitten und nicht im Lohn für Dritte. Im Lohnzuschnitt wäre ihm sehr wahrscheinlich die Unwirtschaftlichkeit seiner Schneidanlage schneller aufgefallen und er hätte damit in der Tat sein Unternehmen an die Grenze der Wirtschaftlichkeit führen können.

Tipp 4: Klären Sie, ob sich der Eigenzuschnitt für Sie lohnt

Arbeitsplatzgefährdung durch unwirtschaftliche Schneidanlagen: Wann lohnt sich der Eigenzuschnitt für Sie nicht mehr? Wann ist ein Teileeinkauf über Lohnschneider, von denen wir Ihnen hier einige Adressen von Zuschnittbetrieben bereitstellen, die günstigere Wahl für Ihre Fertigung?

Dramatische Auswirkungen kann eine unwirtschaftliche Schneidanlage dann besitzen, wenn eine Abteilung, die nur für den Eigenbedarf schneidet und das Problem der zu hohen Schneidkosten nicht rechtzeitig bemerkt, wie im vorherigen Fall. Was man nicht bemerkt, dass man zu teuer produziert, kann man in der Regel auch nicht gegenwirken. In manchen Fällen wird die Ursache des Problems nicht lokalisiert, so dass der Geschäftsleitung am Ende eine Unwirtschaftlichkeit der eigenen Schneidabteilung attestiert wird und diese dann die Notbremse zieht. Nicht selten, startet die Einsparmaßnahme mit der Schließung einer ganzen Abteilung und der Vergabe der Teilezuschnitte außer Haus.

Fazit: Sorgen Sie rechtzeitig dafür, dass Ihr Schnitt wirtschaftlich und wettbewerbsfähig bleibt!

Tipp 5: Sorgen Sie für gut ausgebildetes und motiviertes Personal

Hohe Betriebskosten durch ungeschultes Personal an Schneidanlagen

Nicht selten wird die Schulung an Schneidanlagen stiefkindlich behandelt. Der Nutzen von regelmäßigen Nachschulungen wird verkannt. Neben einer höheren Motivation der Mitarbeiter darf auch mit weniger Verschnitt, höherer Schnittqualität und angemessenen Schneidkosten zu rechnen sein, wenn Unternehmen ihre Schneidabteilung regelmäßig auf den neusten Stand bringen.

Ungeschultes oder zu wenig geschultes Personal gerät leichter in Stresssituationen, wenn an der Anlage mal nichts geht. Wenn man schnell entscheiden muss oder wenn man die physikalischen Zusammenhänge des Verfahrens nicht versteht - wie soll ein Mitarbeiter in solchen Situationen optimieren bzw. korrekt handeln? Daher ist die Investition in ausreichende Schulungen besonders wichtig.

Dabei sollte man anwenderspezifische Schulungen an der bestehenden Schneidanlage mit übergeordneten Schneidschulungen und Schneidkongressen kombinieren. Die ersten dienen dazu, den Arbeitsalltag mit seinen Schneidproblemen optimal bewältigen zu können, während beispielsweise der Besuch des Deutschen Schneidkongresses dazu dient, den Horizont zu erweitern, Trends rechtzeitig zu erkennen, andere Verfahren und Möglichkeiten zu entdecken, sich selbst im Wettbewerb besser einordnen zu können. Auch der Besuch von Fachmessen oder kostengünstigen Webseminaren kann Mitarbeiter motivieren.

Eine Nachsorge-Schulung beim Hersteller der Schneidanlage oder der CAD/CAM-Software erhöht Wissen, erzeugt Sicherheit und Routine und sorgt für weniger Zeitverlust. Als Nebenergebnis erhält das Schneidunternehmen motivierte und technisch besser aufgestellte Mitarbeiter.

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