Wie funktioniert Plasma?

Wie funktioniert Plasma physikalisch? Warum ist ein geschlossener Stromkreis für den Betrieb beim übertragenden Lichtbogen erforderlich? Und warum ist die Erdung dringend erforderlich? Wie gut muss die Erdung sein?

Inhaltsverzeichnis:

Funktionsweise in der Praxis

Erklärung des Schaubilds "Systemaufbau eines Plasmastromkreises"

Für das Plasmaschneiden ist ein elektrisch leitendes Gas erforderlich, dass durch einen dünnen Düsenkopf geleitet wird und dabei  durch einen elektrischen Lichtbogen ionisiert wird. Beim Auftreffen des Gases auf das Schneidmaterial wird Rekombinationsenergie frei gesetzt, die in der Lage ist selbst dicke Metalle schnell und sauber zu trennen. Das Schnediverfahren bietet hohe Schnittgeschwindigkeit und Schnittqualität und ist daher für verschiedene Anwendungen geeignet. Mit den richtigen Insider-Tipps können Sie perfekte Schnittergebnisse erzielen und Ihre Schneidprojekte effizient und präzise durchführen.

Das Bild zeigt den Stromkreislauf eines Plasmaschneiders. Dabei spielen mehrere Komponenten zusammen:

  • Der Plasmaschneider mit seiner Plasmastromquelle
  • Die Gase-Mischkonsole
  • Das Schlauchpaket
  • Den Plasmabrenner samt seinen Verschleißteilen
  • Und nicht zu vergessen: Der CNC-Schneidanlage, die für die korrekte Ansteuerung und die geometrische Bahnbewegung verantwortlich ist.
  • Sowie das zu schneidende Material, das Werkstück, das elektrisch leitfähig sein muss.

Das Schneiden mit übertragendem Lichtbogen basiert auf einem geschlossenen Stromkreis. Die Plasmastromquelle liefert zwei Anschlüsse:

  1. Masse-Anschluss, über den der Brennschneidtisch mit der Stromquelle verbunden ist. Das zu schneidende Werkstück liegt auf dem elektrisch leitfähigen Schneidtisch.
  2. Pluspol-Anschluss, der über das Schlauchpaket zur Elektrode (= Kathode) im Plasmaschneidkopf geführt wird.

Wichtig: Unbedingt daraus achten, dass der Stromkreis wirklich geschlossen ist, keine Leitungen offen sind oder zu hohe Übergangswiderstände den Stromfluss behindern - viele Probleme wie z.B. Zündverhalten, schlechte Schnittqualität etc. rühren daher.

Im praktischen Ablauf unterscheidet sich das Schneiden mit Handbrenner vom Zuschnitt mit dem Maschinenbrenner wesentlich.  

Systemaufbau eines Plasmastromkreises für das Plasmaschneiden mit Plasmastromquelle und Stromlaufplan
Systemaufbau eines Plasmastromkreises für das Plasmaschneiden
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Wie funktioniert das Plasma-Schneidverfahren physikalisch und was ist ein Pilotlichtbogen?

  • Die Zündung eines Lichtbogens erfolgt in einem dafür geeigneten Brennerkörper zwischen einer Elektrode (Kathode) und einer Düse (Anode) mithilfe einer Hochfrequenz oder einer Hochspannung.
  • Der Lichtbogen wird durch einen sogenannten Pilotlichtbogen gestartet. Dieser energiearme Pilotlichtbogen besitzt nur eine geringe Stromstärke und eignet sich nicht zum Schneiden. Er ist jedoch für den Start des Schneidprozesses erforderlich. Er ist quasi der erste Lichtbogen, der auf das Metall trifft.
  • Durch den Lichtbogen wird das hindurchströmende Gas ionisiert, es entsteht das Plasma, ein leitfähiges Gas. Dabei werden Temperaturen um 30.000° Kelvin erreicht. Man bezeichnet den Plasmazustand auch als den 4. Aggregatzustand: 1. Fest - 2. Flüssig - 3. Dampf - 4. Plasma.
  • War die Zündung des Pilotlichtbogens erfolgreich, schaltet die automatische Leistungserhöhung der Stromquelle auf den Hauptstrom um und der Zuschnitt kann beginnen. Dabei werden je nach Plasmastromquelle Ströme von 10 A bis 600 A zum Schneiden eingesetzt.
  • Beide Teile, Düsen und Elektroden, werden als Verschleißteile betrachtet, sie nutzen durch den Lichtbogen ab.
  • Das ionisierte Gas bläst das flüssige Material aus der Schnittfuge heraus, wodurch ein Schnittspalt entsteht. Die entstehenden Gase müssen über einen geeigneten Filter abgesaugt werden.
  • Wird das Plasma durch die Gasströmung von der Innenseite der Düse auf ein zu leitendes Stück Metall, dem Werkstück, übertragen, spricht man von "übertragenden Lichtbogen", der primär in der metallverarbeitenden Industrie zum Schneiden von Metallen eingesetzt wird.
  • Das Plasmagas besitzt je nach Plasmastromquelle einen Druck von 4 - 8 bar. Automatisierte Maschinenbrenner, Mehrgasbrenner, Feinstrahlplasmabrenner arbeiten mit höherem Druck von 8 - 12 bar. Die kinetische Energie des Plasmastrahls ist geprägt von der hohen Temperatur.
  • Mehrgasplasmabrenner, wie beispielsweise die Hydefinition® oder XPR® von Hypertherm Europe und HiFocus® oder Q-Serie von Kjellberg Finsterwalde verfügen über ein Sekundärgas, das zur Kühlung des Schnittes und zur Einschnürung des Lichtbogens beim Schneiden dient.
  • Wird der Plasmabrenner zusätzlich in mehreren Dimensionen bewegt, sei es manuell von Hand oder durch ein CNC-gesteuertes Koordinatensystem, so lassen sich Konturteile, Zuschnitte plasmaschneiden.
  • Eine LIBO (Lichtbogengesteuert, automatisch arbeitende Höhenregelung), die den Abstand zwischen Brenner und Schneidmaterial konstant und in Echtzeit nachführt, sorgt für gleichbleibende Qualität und geringen Verschleiß.

In einer detaillierten Anleitung zum Schneiden erklären wir wie mit dem Handbrenner, dem Maschinenbrenner geschnitten wird, gehen nochmals tiefer in die Funktionsweise ein und beschreiben, was alles zum Schneiden erforderlich ist.

Der Pilotlichtbogen

Was genau im Inneren des Brenners passiert, hängt ein Stück weit vom Modell des Brenners ab. Ausgehend von den weit verbreiteten Maschinenbrennern wird die erste Zündung, der Pilotlichtbogen, zwischen Elektrode und Düse im Inneren des Brennkopfes gezündet. War die Zündung erfolgreich wird der Hauptlichtbogen durch Freigabe des Gasflusses auf das Werkstück übertragen.

Erdung der Plasmastromquelle und des Brenntisches

Plasmastromquellen und die Schneidmaschine sowie dem Brenntisch müssen sehr gut geerdet sein. Dazu finden Sie im Kapitel über die Störquellen beim Plasmazuschnitt einen ausführlichen Bericht mitsamt einer Fallschilderung aus der Beratungspraxis.

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