EU genehmigt Industrie­strom­preis: Wichtiges Signal mit großem Aber

Von: Wirtschaftsvereinigung Stahl
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Maria Rippel, Haupt­geschäfts­führerin der Wirtschafts­vereinigung Stahl
Maria Rippel, Haupt­geschäfts­führerin der Wirtschafts­vereinigung Stahl © Wirtschaftsvereinigung Stahl

Am 16. April 2026 hat die EU-Kommission den Vorschlag der Bundes­regierung für einen Industrie­strom­preis genehmigt.

Für Kerstin Maria Rippel, Haupt­geschäfts­führerin der Wirtschafts­vereinigung Stahl, ein wichtiger Schritt – auch wenn er mit einem großen Aber verbunden ist:

„Durch die Genehmigung der EU-Kommission kommt die Umsetzung des deutschen Industrie­strom­preises einen wesentlichen Schritt voran. Gleichzeitig ist klar: Für stromintensive Industrien wie den Stahl läuft die geplante deutsche Regelung aufgrund weiterer einschränkender europäischer Beihilfe-Vorgaben praktisch ins Leere. So gilt der Industrie­strom­preis nur für einen Teil des Stromverbrauchs und er ist nicht mit der CO2-Strompreiskompensation kombinierbar.

Hier setzt eine Anpassung des Beihilferahmens an, wie sie die EU-Kommission nach aktuellen Informationen im sogenannten Temporary Iran Crisis Energy Framework vorsieht – das begrüßen wir ausdrücklich. Auch die Bundes­regierung sollte diesen Ansatz aktiv unterstützen!

Grundsätzlich verdeutlicht die aktuelle Energiepreiskrise einmal mehr, dass es endlich industriepolitische Maßnahmen mit langfristiger Wirkung braucht, um Gas- und Strompreise nachhaltig zu stabilisieren.

Ziel muss ein verlässlicher Strompreis für die Industrie sein von 50 Euro pro Megawattstunde ‚all in‘, also inklusive aller Abgaben, Entgelte und Steuern. Damit sichern wir die internationale Wett­bewerbs­fähig­keit der energie­intensiven Stahlindustrie in Deutschland – und ihren Umbau zur Klimaneutralität.“


Die Wirtschaftsvereinigung Stahl ist die Stimme der stahlproduzierenden Unternehmen in Deutschland, die sich zum Ziel gesetzt haben, ihren Stahl bis 2045 CO2-neutral zu erzeugen – und damit ein Drittel der gesamten industriellen Treibhausgasemissionen einzusparen. Der Verband mit Hauptsitz in Berlin macht sich für einen politischen Rahmen stark, der einen klimaneutralen und auch in Zukunft starken Stahlstandort möglich macht. Mit rund 40 Mio. Tonnen pro Jahr weist Deutschland die größte Stahlproduktion Europas auf.
worldsteel (worldsteel.org) ist der Welt-Branchenverband der Stahlindustrie, dem etwa 160 internationale Stahlproduzenten, nationale Stahlverbände wie die Wirtschaftsvereinigung Stahl sowie Forschungsinstitute angehören.

Wirtschaftsvereinigung Stahl
Marvin Bender
Pressesprecher
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