Messrundgang EuroBlech 2026 - Rundgang und Impressionen

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Plasmabrenner beim Lochstechen

Messe-Rundgang EuroBlech 2026

Erstaunt hat uns die hohe Anzahl an Laserschneidanlagenherstellern aus aller Welt, die in Hannover vertreten war.  Die Laserleistung hat sich auf 30 bis 60 kW eingepegelt. Einige Hersteller bieten nun auch Schneidportale mit mitfahrenden Kabinen an, die den Laser einhausen, mit dem Ergebnis, dass die Laserschneidanlagen mehr und mehr wie modulare Brennschneidanlagen aussehen und Übergrößen von beispielsweise 3 m Schneidbreite und 24 m Schneidlänge möglich sind.

Wasserstrahlschneiden hat ebenso am Design optimiert und bietet eingehauste Systeme an, die eine Vielzahl von bisherigen Nachteilen kompensieren.

Im Brennschneiden gibt es eine Flammerkennung sowie ein neues Zinkpulveraggregat. Und beim Plasma zieht die Digitalisierung und die Automatisierung durch mechanischen Wechsel der Schneidköpfe ein.

Das Entgraten wird vielseitiger, roboterlastiger und die Software steht mit Einzug der KI vor den möglicherweise größtem Innovationsschub seit langem.

Doch genug der Vorworte und nun besuchen wir die einzelnen Stände.

Ewald Perndorfer präsentiert die neue WSS-Box Wasserstrahlschneidanlage mit Einhausung
Ewald Perndorfer präsentiert die neue WSS-Box Wasserstrahlschneidanlage mit Einhausung

Besuch am Stand der Perndorfer Maschinenbau KG

Ewald Perndorfer stellte eine neue Wasserstrahlschneidanlage vor, die über eine spezielle Einhausung verfügt. Damit konnte das Unternehmen gleich mehrere Nachteile, die es bei dem Wasserstrahlverfahren üblicherweise gibt, ausmerzen, berichtet der Geschäftsführer.

Die Anlage trägt den Namen WSS-Box.
Die 1,8 m x 3 m große Schneidanlage ist komplett eingehaust und bietet damit folgende Vorteile:

  • Weniger Lärm
  • Weniger Staub durch das Abrasivmittel, die Box wird von innen abgesaugt, so dass die Halle wesentlich sauberer bleiben soll
  • Erhöhte Sicherheit für das Bedienpersonal
  • Integrierte Entschlammung
  • Integriertes Spannsystem für kleine Bleche
  • Optional erhältlich eine Rohrbearbeitung
  • Außerdem soll der Schneidtisch für ein Roboterhandling und eine Automatisierung vorbereitet sein.

Die Schneidanlage verfügt darüber hinaus über eine neue CNC-Steuerung mit erhöhtem Bedienkomfort und soll hohe Sicherheitsstandards erfüllen.

Franz Perndorfer stellte die neue direktangetriebene Hochdruckpumpe mit 3.500 bar vor, welche nur 18 kW Stromanschluss benötigt, der über eine 32 A CEE-Steckdose geliefert werden kann, damit würde sich diese Pumpe besonders für kleinere Werkstätten eigenen, die nicht auf Leistung verzichten wollen aber nicht über die sonst üblichen hohen Anschlussleistungen verfügen.

Beispielbild: Uhde High Pressure: Wasserstrahlschneidanlage beim Zuschnitt in Stahl
Beispielbild: Uhde High Pressure: Wasserstrahlschneidanlage

weitere Aussteller der Wasserstrahltechnologie

Des weiteren waren im Bereich Wasserstrahltechnik noch folgende Unternehmen anzutreffen, die wir aufgrund der begrenzten Zeit nicht alle aufsuchen konnten und von denen wir noch einiges in der Zukunft im Schneidforum berichten werden:

Waterjet Sweden, Innomax, Flow Europe, ThyssenKrupp Uhde High Pressure, Ridder Automatisierung, STM Waterjet, Swift-Cut Automation, KMT Waterjet, BFT, GMA Garnet, Barton International, Allfi und weitere.

Ausstellerbesuch bei Plasma- und Laseranbietern

Schnittmuster mit ESAB und Square-Cut Technologie mit Plasma erzeugt: Saubere Löcher auf der Rückseite
Schnittmuster mit ESAB und Square-Cut Technologie mit Plasma erzeugt: Saubere Löcher

Während man in der Vergangenheit noch vom "dem" Plasmaschneidmaschinenhersteller sprach, hat sich die Welt verändert. Heute gibt es kaum noch einen Anbieter der "lediglich" Plasma- oder Brennschneidmaschinen produziert. Der Markt erfordert, dass Hersteller ihre Produkte diversifizieren und somit neben Plasma- auch Laserstrahlanlagen ihren Kunden anbieten können.

Von Sato über Zinser, bis Voortman über Microstep / Accurl, Esab / Swift-Cut, Thermacut, LVD, Tecoi etc. finden sich immer mehr Anbieter der Lasertechnik auf der EuroBlech. Und dabei haben wir weder die vielen asiatischen sowie die reinen Laseranbieter wie TRUMPF, Mazak, Bystronic, AMADA, Prima, Boschert, Eagle, Mitsubishi, Xteg / Hymson, Senfeng, Penta, Bodor, HGTech, Nukon, Ermaksan etc. noch gar nicht erwähnt.

(Alle Firmennennungen sind eine wahlweise Angabe, Reihenfolge und Auswahl ohne Wertung, ohne Gewähr, dient allein der Marktübersicht.)

Swift-Cut /ESAB: Laserschneidanlage mit Faserlaser
Swift-Cut /ESAB: Laserschneidanlage mit Faserlaser

Besuch auf dem ESAB-, Swift-Cut-Messestand

ESAB bzw. Swift-Cut präsentierte Jörg Maas als Neuheit einen kompakten Faserlaser mit manuellem Auszugstisch. Damit ergänzt ESAB seinen Verfahrensportfolio indem es nun alle vier Schneidverfahren anbieten kann.

Im Bereich Plasma stellte ESAB einen Plasmaschneidkopf vor, der den Schnittwinkelfehler bei Plasma durch eine leichte Kopfneigung kompensieren kann und so hohe Lochgenauigkeiten erreicht. Durch die vorrauseilende Kopfstellung sind auch schärfere Außenecken erzielbar, gleichzeitig erhöht die vorausseilende Brennerstellung die Schnittgeschwindigkeit.

Auch die CNC-Steuerung wurde überarbeitet - durch einen für jeden Anwender individuellen RFID-Chip wird die CNC freigegeben und beispielsweise auto. auf die gewünschte Sprache des Bedieners eingestellt.

ESAB verfügt auch über einen 7fach-Werkzeugwechseler mit einem Bohraggregat, das bis 30 mm Durchmesser bohrt und auch über eine Werkzeugbruchkontrolle verfügt, so dass abgebrochene Werkzeuge nicht zu Fehlbohrungen mit hohem Anteil an Nacharbeit führen. Eine automatische Lageerkennung der Bleche durch Sensoren erlaubt ein auto. Ausmessen der Bleche. Die Teile können mit Hilfe von Plasma oder Nadelsystem oder Tintenstrahl markiert und beschriftet werden.

Messer Cutting: 30 mm S355 mit Faserlaser ELEMENT L 20kW geschnitten
Messer Cutting: 30 mm S355 mit Faserlaser ELEMENT L 20kW geschnitten

Besuch auf dem Messer Cutting Messestand

Bei Messer erklärte Dr. Fabian Tenzer die Vorteile beim Wasserstoffschneiden mit dem Autogenbrenner. Auch das Plasmaschneiden sowie die Multiwerkzeugbearbeitung stehen bei Messer hoch im Kurs, so Dr. Tenzer.

Besonderes Augenmerk wurde jedoch auf die weiteren Einsatzmöglichkeiten des Lasers gelegt.

Hierzu hat Messer die Parameterdatensätze für seine Faserlaser der Baureihe ELEMENT so optimiert, dass nun auch gewöhnlicher Baustahl S235, S355 in Dicken bis 50 mm sauber mit dem Faserlaser geschnitten werden kann. Dies soll die Einsatzmöglichkeiten des Lasers erweitern, lasertaugliches Vormaterial sei nun nicht mehr zwingend erforderlich, so Messer.

Auf der EuroBlech 2026: IHT: Brenner Autogensupport M4000 mit Flammerkennung
IHT: Brenner Autogensupport M4000 mit Flammerkennung

Autogentechnik am Stand der IHT Automation

Sabine Nachbargauer und Martin Roubicek präsentierten die neue Höhenregelung M4000 mit einer integrierten Flammerkennung. Die Automation im Bereich Brennschneiden hat gerade erst begonnen, könnte man meinen. IHT hat sich als Vorreiter bereits vor einigen Jahren dem Einsatz vom CO2-neutralen  Wasserstoff angenommen. Anschließend den autogenen Schneidprozess mit Hilfe von Porportionalventilen und Software digitalisiert, so dass man heute von Tablett aus, den Prozess überwachen und kontrollieren kann. In der logischen Konsequenz geht IHT noch einen Schritt weiter und erkennt nun den Flammzustand, ein oder aus im System.

Auch die klassische Autogentechnik wird erweitert - so hat Martin Roubicek einen neuen Brenner für das Pulvermarkieren mit Zinkpulver vorgestellt, dass sehr sparsam arbeitet und wie in der Branche wertgeschätzt, saubere helle Markierungen auf Bleche auftragen kann, ohne diese zu beschädigen.

EuroBlech 2026: Wahrzeichen der Messe Hannover
EuroBlech 2026: Wahrzeichen der Messe Hannover

CAD/CAM-, MES-Software, SMART-FACTORY

Auf den Ständen der Software-Spezialisten konnte man viel Neues erleben. Wir besuchten Lantek, SigmaNest, Libellula. Des weiteren waren ProFirst, WiCam, Metalix.

Christoph Lenhard, Lantek Systemtechnik erklärt, warum man sich besonders auf die SmartFactory konzentriert. Das Kalkulationstool iQuot gründet sich auf einer KI, die das automatische Erstellen von Angeboten erstellt und damit Zeit einspart, Fehler reduziert und für Datendurchgängigkeit sorgt. Oftmals sind 80 bis 90% der Angebote als Vergleichsangebote zu erstellen, mit wenig Aussicht auf Erfolg. Dennoch kostet jedes Angebot Zeit und Ressourcen. Um diese zu schonen, wurde das KI-gestützte Tool geschaffen, berichtet der Hersteller.

Die KI unterstützt Benutzer durch die Analyse von Fertigungsinformationen, die Interpretation von Konstruktionsdaten und Automatisierung komplexer Entscheidungen im gesamten Angebotsworkflow, so Lantek. KI ersetzt nicht nur technisches Fachwissen, sondern hilft Unternehmen auch bei der präzisen Vorbereitung, Angebote schneller zu erstellen und gleichzeitig den manuellen Aufwand zu reduzieren und die Konsistenz zu verbessern. Darüber hinaus soll  auch die Integration mit dem breiteren Lantek-Softwareportfolio möglich sein, was einen reibungsloseren Übergang von einem angenommenen Angebot bis zu Produktion und Rechnungsstellung ermöglichen soll.  

KI im Einsatz bei SigmaNest und Libellula

Das Zeichnen von komplexen Konturen erfordert Zeit. Gerne werden daher Konstruktionen per DXF- oder STEP-Datei vom Kunden übernommen, sofern vorhanden. Nicht immer sind solche Vorgaben fehlerfrei und oft müssen die Zeichner in der Arbeitsvorbereitung die konstruktiven Mängel beheben.

Auf Baustellen kommt erschwerend hinzu, dass die Zeichnung auf einem Blatt Papier vor Ort "quick and dirty" erstellt wird und man diese per Smartphone an den Lohnschneider übermittelt mit der Bitte, "mach mal eben"!

Mit Hilfe der KI sind damit ganz neue Wege möglich. Beide Hersteller sollen in der Lage sein, Zeichnungen durch Sprachbefehle von der KI erstellen zu lassen. Darüber hinaus wurde gezeigt, wie eine solche Handskizze als Bilddatei an die KI übergeben wurde, die in kurzer Zeit aus der "Malerei" eine technisch machbare CAD-Datei erstellte, die in weiterem Verlauf verschachtelt und geschnitten werden kann.

Damit wurde gezeigt, welche weiteren sinnvollen Einsatzmöglichkeiten für die KI möglich sind, wie mit Hilfe der KI Zeit gespart, Möglichkeiten erweitert und Fehler reduziert werden können.

EuroBlech2026: Matthias Eiers, Lissmac beim Einichten der SMD3 - EVO Entgratungsanlage
EuroBlech2026: Matthias Eiers, Lissmac beim Einichten der SMD3 - EVO Entgratungsanlage

Entgratungsanlagen für die Anarbeitung

Eine Vielzahl an Entgratungsmaschinenherstellern präsentierte ihre Neuheiten, unter anderem: Lissmac, ARKU, Teqram, Timesavers, q-Fin, Boeck, Löwer, Fladder und weitere.

Matthias Eiers, Anwendungstechniker bei Lissmac stellt die SMD 3 der EVO (Evolution) Baureihe vor. Diese Entgratungsanlage kann beidseitig in einem Durchgang entgraten. Außerdem kann sie je nach Werkzeugbestückung verrunden und ein Oberflächenfinish erzeugen. Sie arbeitet auch mit Folienbeschichtung, dann logischerweise kein Oberflächenfinish möglich, erklärte der Lissmac-Techniker. Die Arbeitsbreite reicht bis 1,35 m und die Arbeitsdicke von 0,5 bis 120 mm. Sie eignet sich für das Entgraten aller Schneidarten. Sollte die Schlacke zu groß sein, so sei der Einsatz einer Anlage mit PowerPins sinnvoll, die vorher den Schlackerand abschlagen. Die Anlage ist mit einem PowerGrip Band anstelle des sonst üblichen Vakuum-Bands ausgestattet, das den Vorteil eines sauberen Halts auch von kleinen Teilen oder Teilen mit großen Ausschnitten und kleinen Stegen oder Rändern ermöglicht. Dieses Grip Band soll eine Lebensdauer von ca. 5 Jahren besitzen, es verfügt über eine Verschleißkompensation und eine Transportbandreinigung.